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Mehr als fünfzig Sexualpartner haben nur wenige Deutsche (Bild: Madeinitaly / pixabay.com)

Studien zeigen, dass es deutschen Betten weitaus weniger wechselhaft zugeht als vermutet – das gilt auch für die Schlafzimmer schwuler Männer.

Diese Frage geht tief: Mit wie vielen Partnern teilt der durchschnittliche Deutsche zumindest zeitweilig das Bett? Oft wird die Anzahl an Sexualpartnern zur Kenngröße für die eigene Leistungsfähigkeit und Sexiness. Kein Wunder also, dass es so manch Befragter etwas zu gut meint und lieber über- statt untertreibt.

Eine repräsentative Umfrage zeigt jedoch, dass es auch in deutschen Betten weitaus weniger wechselhaft zugeht als vermutet. Und das ist sogar gut, denn die Anzahl der Partner hat offenbar nichts mit persönlicher Erfahrung und dem Know-How zwischen den Laken zu tun.

Wie gofeminin.de berichtet, beschäftigte sich das Marktforschungsinstitut GfK im Auftrag von FriendScout24 mit dem Sexualleben der Deutschen. Wichtiger Bestandteil besagter Studie war auch die Anzahl der Sexualpartner. Die angenehme Wahrheit: Der durchschnittliche Deutsche hat im Leben etwa 5,8 Sexualpartner. Frauen kommen meist auf weniger Partner als Männer. Auch regional zeigen sich Unterschiede, denn während der "Hamburger Jung'" auf rund zehn Sexualpartner kommt, sind Saarländer mit gerade einmal 3,2 Partnern eher zurückhaltende Naturen.

Nur vier Prozent haben über 50 Sexpartner im Leben

Hieran erkennbar wird, dass es die Deutschen weit weniger wild zu treiben scheinen, als sie häufig vorgeben. Für alle, die sich angesichts einer eher geringen Anzahl unterschiedlicher Sexkontakte Sorgen machen, sind das gute Neuigkeiten. Einem Bericht von Seitensprung-Fibel nach kommen nur vier Prozent der Deutschen auf fünfzig Sexualpartner und weitere vier verfügen über eine echte Sexkontakte-Kartei mit mehr als fünfzig Personen. An diesen Zahlen messen sollte sich angesichts des doch recht geringen Bevölkerungsanteiles niemand.

Einschlägige Ergebnisse brachte auch die Bochow-Studie aus 2013 zu Tage. Diese Befragung richtete sich an die schwule Bevölkerung Deutschlands und sollte deren Sexualleben näher beleuchten. Im Rahmen der umfangreichen Studie zeigte sich, dass rund 77 Prozent der Teilnehmer in den letzten zwölf Monaten mit weniger als zehn Personen sexuellen Kontakt hatten. 23 Prozent nannten lediglich einen Partner. Der gesamte Inhalt der Studie steht Interessierten auf der Webseite der Deutschen Aids-Hilfe zur Verfügung. Auch 2007 wurde die Bochow-Studie durchgeführt (queer.de berichtete). Interessant daran ist, dass sich die Zahlen über einen Zeitraum von rund sechs Jahren kaum verändert haben. Auch homosexuelle Männer verfügen folglich in der Regel über eine eher moderate Anzahl an Sexualpartnern und fühlen sich gut dabei.

Diskretion als wichtiges Gebot

Doch die besagte Studie der GfK beschäftigte sich nicht nur mit Sexualpartnern. Auch das allgemeine Verhalten der Deutschen in Bezug auf deren Sexleben kam zur Sprache. Hier zeigt sich, dass es unabhängig von der Anzahl der Partner auf Respekt und Diskretion ankommt. Echte "Plaudertaschen", die ihre intimen Erlebnisse freigiebig mit anderen teilen, gibt es kaum. So sprachen sich 72 Prozent der Befragten dafür aus, über die Erfahrungen mit anderen zu schweigen und keine Vergleiche zu vorherigen Partnern zu ziehen.


Intime Details teilen viele Deutsche lieber mit ihrem Tagebuch (Bild: terimakasih0 / pixabay.com)

Auch hier zeigt sich, dass die Deutschen im Thema Sex eher sensibel und feinfühlig daherkommen. Sex ist und bleibt mehr als nur das bloße Zusammentreffen zweier Körper, sondern beinhaltet für viele Menschen auch emotionale Komponenten. Dies dürfte auch erklären, warum ein häufiger Wechsel der Partner und das Sammeln zahlreicher Kontakte nicht zu den vordergründigen Wünschen gehört.

Die Verschwiegenheit kann sogar positiven Einfluss auf das Entstehen einer vertrauensvollen Bindung nehmen. Immerhin ist das Verhalten des Gegenübers stets auch ein Spiegel dessen möglichen Vorgehens in der Zukunft. Wer über vergangene Partner spricht und deren sexuelle Qualitäten ausplaudert, könnte das schließlich auch weiterhin tun. Ein potenzieller Partner wird folglich Abstand nehmen, um sich und seine Intimsphäre zu schützen. So wird eine beginnende Liebe durch zu viel intimen Tratsch im Keim erstickt.

Klasse statt Masse in deutschen Betten

Fakt ist: Viele Sexualpartner braucht es auch in Deutschland nicht, um als sexy und erfahren zu gelten. Im Rahmen der Befragung gaben 45 Prozent der Teilnehmer an, dass deren Anzahl bei Männern überhaupt nicht relevant ist. So ist es durchaus möglich, im Leben mit nur einem einzigen Partner das Bett zu teilen und dennoch über herausragende Qualitäten zu verfügen.

Gleiches gilt auch für die Anzahl der Sexualakte in Beziehungen. Es ist ein weit verbreitetes Vorurteil, dass glückliche Paare besonders häufig Sex haben müssen. Wer innerhalb der Beziehung nur selten miteinander schläft, dürfte der Vermutung demnach eine wenig erfüllende Partnerschaft pflegen. An dieser Stelle jedoch kommen all die glücklichen und langjährigen Partnerschaften zum Tragen, in denen häufiger Sex nicht an der Tagesordnung ist. Diese widerlegen die Verbindung zwischen Quantität und Glück. Auch eine Studie aus Kanada unterstreicht dies. Hier untersuchten Forscher das Sexleben von mehr als 30.000 Menschen. Es zeigte sich, dass die Sexhäufigkeit nur bis zu einem bestimmten Punkt Einfluss auf das gemeinsame Glück nimmt. "Demnach verbessert sich das eigene Wohlbefinden durch Sex stetig, ist aber bei einmal pro Woche ausgereizt." Paare, die viermal im Monat intim werden, sind demnach genauso glücklich (oder unglücklich) wie Paare, die häufiger miteinander schlafen.


Häufiger Sex ist ein schwacher Indikator für Beziehungsglück (Bild: pgbsimon / pixabay.com)

Viel wichtiger und letztlich auch entscheidend ist die Qualität des Sexlebens. Wer mit Respekt und Einfühlungsvermögen auf die Wünsche und Bedürfnisse des Partners reagiert und der emotionalen Komponente des Sexlebens große Bedeutung beimisst, macht sich und den anderen glücklicher. Das jedoch lässt sich nicht durch besonders häufige Sexualpartner in der Vergangenheit lernen, denn gerade bei ständig wechselnden Kontakten dürfte die liebevolle und emotionale Seite der Medaille nur selten zum Vorschein kommen.

Wird also das nächste Mal die Frage nach der bisherigen Anzahl an Sexualpartnern gestellt, dürfen Männer gerne ehrlich antworten. Das schafft Sympathie und lässt keineswegs Rückschlüsse auf Fähigkeiten und Erfahrung zu. Wer das weiß, wird auch in Zukunft selbstbewusst mit dem eigenen Sexleben umgehen können und den persönlichen Wert nicht anhand von Zahlen bemessen. Mehr als quantitative Erfahrungswerte spielt letztlich auch das bewusste Stehen zum eigenen Selbst eine Rolle. Dann wird aus dem Verlangen nach Mehr schnell ein befriedigender Zustand des "Genug für mich". (cw)



#1 MerkwürdigAnonym
  • 13.12.2016, 02:09h
  • "Die angenehme Wahrheit: Der durchschnittliche Deutsche hat im Leben etwa 5,8 Sexualpartner."

    Angenehme Wahrheit? Subjektive Wertung.

    "mit nur einem einzigen Partner das Bett zu teilen und dennoch über herausragende Qualitäten zu verfügen."

    Tja, aber aus einem einzigen kann Mann nicht herausragen. Es fehlt ja der Vergleich. (Aus meiner Werkzeugkiste mit einem Schraubenzieher ragt dieser auch heraus.)
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#2 Bull BLNAnonym
  • 13.12.2016, 05:45h

  • Soviel zum Thema Statistik! "Glaub ihr nur, wenn Du sie selbst gefaelscht hast!" ;-)
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#3 NerdAnonym
#4 herve64Profil
  • 13.12.2016, 15:48hMünchen
  • Antwort auf #2 von Bull BLN
  • Ich würde eher mal sagen, hier handelt es sich um Antworten auf Fragen, die niemand gestellt hat.

    Und das mit dem Wahrheitsgehalt lassen wir mal ganz getrost dahin gestellt bleiben -von wertenden Adjektiven wie "angenehm" in diesem Zusammenhang mal ganz zu schweigen.

    Letzten Endes ist es eine sehr stark subjektiv geprägte Umfrage, die Promiskuität höflich formuliert sehr abschätzig bewertet und mal wieder das Hohelied auf die heilige Beziehung der monogamen Art singt. Kurz: sie ist einseitig und wertlos.
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#5 Patroklos
  • 13.12.2016, 20:32h
  • "Nur vier Prozent haben über 50 Sexpartner im Leben"

    Dann bin ich ja in guter Gesellschaft!
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#6 TheDadProfil
#7 raganello
  • 13.12.2016, 23:07h
  • Antwort auf #4 von herve64
  • Also die Untersuchung zielt auf ein bestimmtes Ziel ab, und zwar der monogame Lebensstil.
    Die Zahlen sprechen für sich. Warum sind es nicht mehr, die von mehr als 50 Sexualpartner sprechen? Weil sie vermutlich erkennen, dass bloßer körperlicher Sex nicht ausreicht.

    Und weil man, wenn man sich öfters mit dem selben Kerl verabredet, man diesen besser kennenlernt - körperlich, emotional und menschlich. Hingegen, wenn man die vielen "Termine" mit vielen unterschiedlichen Männern abdeckt, kann es nie emotional tiefgehender gehen.

    Will man das? Muss man das? Das darf jeder für sich entscheiden. Und daher tauchen in der Statistik auch die auf, die mehr als 50 Sexualpartner haben.
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#8 PfoteAnonym
#9 herve64Profil
  • 14.12.2016, 11:33hMünchen
  • Antwort auf #7 von raganello
  • Oh ja, diese "monogamen Beziehungen" kenne ich nur zu gut. Spätestens nach drei Jahren sucht man dann nach dem sexuellen Ausbruch daraus durch die eine oder andere Affäre bzw. das eine oder andere Abenteuer oder wie immer man diese Schritte jetzt nennen möchte, aber man ist ja trotzdem noch soooo "monogam" bzw. spielt nach Außen hin dann die Posse der "monogamen Partnerschaft", die eben nicht mehr "monogam" sondern allenfalls "offen" ist.

    Oder es kommt gleich zum großen Knall und dem Ende, da Monogamie dem Menschen per se zuwider läuft.

    Jedenfalls stelle ich mir die Frage, warum ich eine Beziehung bzw. Verpartnerung und/oder Ehe als alleinseligmachendes Lebensziel ansehen soll, wenn man ohnehin im Vorfeld absehen kann, dass sowieso nichts auf Dauer hält.

    Für mich wäre das eine Lebenslüge, die ich nicht nötig habe und auf die ich dankend verzichten kann.
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#10 SchleicheRAnonym
  • 14.12.2016, 16:59h
  • Antwort auf #9 von herve64
  • Das Monogamie Dir zuwider läuft ist aber rein subjektiv. Es gibt monogam eingestellte Menschen, die ihren Partner manchmal sogar schon in der Schule kennen gelernt haben und noch mit 40 Jahren zusammen leben. Kenn ich zwei Paare, die immer noch sehr glücklich sind. Wer ein solches Glück findet, ist der zu beneiden?

    Ja und dann gibts eben die nymphoman eingestellen Leute, die so stark getrieben sind, dass ein Sexpartner diesen Trieb nicht befriedigen kann. Das ist dann so die andere Seite und dazwischen gibts alles. Der Mensch ist monogam und nicht monogam. Und ich möchte daraus auch keine weitere Minderheit generiert wissen. "Oh, die sind monogam. Maaaan sind die laaangweilig." -oder- "Alter, die kriegen nich genug, jeden tag einmal drüber und alle paar wochen jemand anders - total krank."

    Ob diese Studie nun auf Monogamie abzielt, pff, is mir ehrlich gesagt ´latte´. Hört eh keiner drauf, denn es ist nur ne Info, die auch nicht wirklich weiter bringt.
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