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Rex Tillerson soll State Department anführen

Neuer US-Außenminister: Durchwachsene Bilanz bei LGBTI-Rechten


Der Öl-Manager Rex Tillerson soll das Trump-Amerika im Ausland vertreten (Bild: ExxonMobil)

Mit Hillary Clinton und John Kerry hatten die USA zuletzt zwei Außenminister, die sich international für LGBTI-Rechte engagiert haben. Wie es mit Rex Tillerson weitergeht, ist unklar.

Der designierte US-Präsident Donald Trump hat am Dienstag angekündigt, Rex Tillerson, den Chef des größten US-Energiekonzerns ExxonMobil, zu seinem Außenminister zu ernennen. Der 64-Jährige ist seit den Siebzigerjahren in dem Konzern aktiv, der in Deutschland die Esso-Tankstellen betreibt. Seit 2006 ist er Vorstandsvorsitzender.

Unter Tillersons Regentschaft wehrte sich der Mineralöl-Riese lange gegen einen Diskriminierungsschutz für LGBTI und galt über Jahre als einer der homophobsten Konzerne der USA. Gleichzeitig setzte sich der Manager allerdings als Chef der Pfadfindervereinigung "Boy Scouts of America", die er von 2010 bis 2012 anführte, für die Aufhebung des Homo-Verbots ein.

Bislang hatte Trump mehrere homophobe Ernennungen angekündigt: Dazu gehören Ben Carson als Bauminister, Jeff Sessions als Justizminister und Betsy DeVos als Bildungsministerin.

Tillerson kämpfte für ein Ende des Homo-Verbots

Während seiner Amtszeit bei den "Boy Scouts" hatte Tillerson durchgesetzt, dass zumindest schwule Jugendliche nach einem Coming-out nicht mehr von den Pfadfindern ausgeschlossen wurden. Er setzte sich weiter für ein vollständiges Ende der Diskriminierung Homosexueller ein – drei Jahre nach seinem Ausscheiden hoben die "Boy Scouts" schließlich auch das Verbot schwuler Betreuer auf (queer.de berichtete).

ExxonMobil wurde allerdings unter Führung des designierten Außenministers von LGBTI-Aktivisten kritisiert, weil sich der Konzern jahrelang gegen Antidiskriminierungsschutz wehrte. 2011 war ExxonMobil der erste Konzern, der beim "Corporate Equality Index" eine negative Punktzahl erhielt, weil er keinen Antidiskriminierungsrichtlinien für LGBTI-Mitarbeiter erlassen hatte und sich sogar politisch für eine Einschränkung von Rechten für sexuelle Minderheiten engagierte. Anfang 2015 ermittelte schließlich die Menschenrechtskommission von Illionois wegen Diskriminierung homosexueller Bewerber und Mitarbeiter gegen das Unternehmen.

Kurze Zeit später führte ExxonMobil als einer der letzten großen US-Konzerne Antidiskriminierungrichtlinien ein. Das Unternehmen erklärte damals, die neuen Richtlinien seien erlassen worden, um mit den Bundesbehörden weiter zusammenarbeiten zu können – ExxonMobil reagierte damit auf das wenige Monate vorher von Präsident Barack Obama erlassene Dekret, nach dem die Behörden nur mit Firmen zusammenarbeiten dürften, die die Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität verbieten (queer.de berichtete). Das Dekret könnte zusammen mit weiteren Weisungen Obamas von Donald Trump wieder aufgehoben werden.

Inzwischen hat ExxonMobil viel für sein Image als LGBTI-freundliches Unternehmen getan: Beim "Corporate Equality Index" erhält der Konzern gegenwärtig 85 von 100 Punkten und liegt damit sogar über dem Durchschnitt der "Fortune 500"-Firmen.

Tillerson für Annäherung an Russland

Noch ist unklar, wie Tillerson bei Menschenrechtsthemen international auftreten wird. Er gilt als Anhänger einer Annäherung Washingtons an Moskau. Auch unterhält er enge geschäftliche Beziehungen zu Russland und traf sich als Konzernchef bereits mit russischen Regierungsvertretern. Von Präsident Wladimir Putin wurde er mit dem "Orden der Freundschaft" ausgezeichnet.

Die letzten beiden US-Außenminister Hillary Clinton und John Kerry haben bei ihrem Einsatz für LGBTI-Rechte die Latte sehr hoch gelegt: Clinton wurde für ihr Engagement unter anderem mit dem "World LGBT Award" geehrt. Kerry unterstützte unter anderem eine UN-Initiative, deren Ziel es war, die Kriminialisierung von Homosexualität zu beenden (queer.de berichtete). Außerdem ernannte er erstmals einen Sonderbotschafter für LGBTI-Rechte (queer.de berichtete). (dk)



#1 PfuiAnonym
  • 13.12.2016, 16:51h
  • Da das doch eh ein Schreckens-Kabinett voller Homohasser und anderer reaktionärer Faschisten wird, wundert mich gar nichts mehr...
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#2 SebiAnonym
  • 13.12.2016, 16:52h
  • "Tillerson für Annäherung an Russland"

    Klar, dass die Homohasser sich dem großen Vorbild des Homohasses - Russland - annähen wollen. Deren Ziel ist ein ähnlich homophober Staat.
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#3 Paulus45Anonym
  • 14.12.2016, 19:42h
  • Also Tillerson läßt sich wohl eher als LGBT-neutral einstufen: homophob würde ich ihn nicht bewerten.

    ---

    An Tillerson stört mich vielmehr, das er Chef bei ExxonMobil ist. Damit ist ein weiterer Großkonzernchef Mitglied des Kabinetts Trump.

    Ich warte nur noch darauf, dass der Chef von McDonalds Landwirtschaftsminister wird.
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