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UN-Generalsekretär Ban Ki-moon war zehn Jahre lang das Gesicht der Vereinten Nationen (Bild: Ministerie van Buitenlandse Zaken / flickr)

Eigentlich wollte der UN-Sicherheitsrat den Einsatz des Südkoreaners für die Rechte sexueller Minderheiten loben. Moskau machte dem aber einen Strich durch die Rechnung.

Der 15 Mitglieder zählende Sicherheitsrat hat am Mittwoch den scheidenden UN-Generalsekretär Ban Ki-moon für seinen Einsatz gedankt, dabei aber nach einem Einspruch Russlands jegliche Verdienste im Kampf für die Rechte Homo- und Transsexueller verschwiegen. Das berichten die Nachrichtenagenturen Reuters und die AFP übereinstimmend unter Berufung auf Diplomatenkreise.

Viele Staaten unter Führung der USA wollten demnach in die Erklärung des Sicherheitsrates den Satz einfügen: "Dank Ihnen, Herr Generalsekretär, sind Frauen, junge Menschen und die LGBT-Community gehört und unterstützt worden. Deren Stimmen erklingen heute lauter und kraftvoller in diesem Haus und in der ganzen Welt."

Auf Druck Russlands sei der Text schließlich geändert worden. In der veröffentlichten Fassung wird lediglich erwähnt, dass die Arbeit Bans dazu geführt habe, dass "die am meisten gefährdeten oder marginalisierten Gruppen von den Vereinten Nationen vermehrt gehört und unterstützt wurden".

UN ist dank Ban toleranter geworden


Ban Ki-moon im Jahr 2014 beim Internationalem Tag gegen Homophobie

In seiner zehnjährigen Amtszeit als Generalsekretär der Vereinten Nationen hatte sich Ban Ki-Moon, der ehemalige Außenminister Südkoreas, konsequent für LGBTI-Rechte eingesetzt. 2014 erkannte die UN auf seine Initiative hin die Lebenspartnerschaften und Ehen von schwulen und lesbischen Mitarbeitern an (queer.de berichtete).

Auch in Reden hatte der 72-Jährige immer wieder die Bedeutung von LGBTI-Rechten betont und Aktivisten den Rücken gestärkt. So sagte er 2013 in einer Videobotschaft an eine Seminarreihe der UN zu sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität in Oslo: "Mein Versprechen an lesbische, schwule, bi- und transsexuelle Mitglieder der Menschheitsfamilie ist: Ich bin bei euch!" Im September diesen Jahres kritisierte Ban beim ersten Spitzentreffen der Vereinten Nationen zu LGBT-Rechten Verfolgerstaaten, weil sie sich "dem Lauf der Geschichte" entgegenstellten. "In unserem 21. Jahrhundert ist kein Platz für Diskriminierung auf Grundlage der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität" (queer.de berichtete).

Noch ist unklar, wie sich sein Nachfolger, der frühere portugiesische Premierminister António Guterres, in der Frage von LGBTI-Rechten positionieren wird. In der Vergangenheit hatte der Sozialist mit Homophobie für Aufsehen gesorgt. So erklärte er 1995 auf die Frage eines Fernsehjournalisten: "Homosexualität ist ein Aspekt, den ich nicht besonders mag"; danach gab er das Thema an seine Ehefrau ab – mit dem Hinweis, diese sei Psychologin. Allerdings wandte er sich in einer Stellungnahme im vergangenen Jahr in seiner Position als UN-Flüchtlingskommissar gegen die Verfolgung von Homo- und Transsexuellen (queer.de berichtete). (dk)

Direktlink | Ban Ki-moon traf 2014 Eurovision-Sängerin Conchita Wurst. Die beiden sprachen auch über LGBTI-Rechte.



#1 DonaldAnonym
#2 DaisyAnonym
  • 15.12.2016, 15:58h
  • Hat Russland bei solchen Erklärungen ein Vetorecht oder haben die anderen Staaten nicht energisch genug darauf beharrt, die Passage beizubehalten?
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#4 GruseligAnonym
#5 Pascal GoskerAnonym
  • 16.12.2016, 10:20h
  • Wie die UN sich von Russland vorführen lässt, ist skandalös.

    Ban Ki-Moon hat sich für LGBTI eingesetzt. Punkt. Wieso soll man das bei einer Würdigung seiner Arbeit nicht sagen dürfen?!

    Wenn man ständig vor Russland einknickt, nehmen die sich immer mehr raus und diktieren irgendwann der ganzen Welt ihre faschistische Gesinnung.
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#6 LoreleyTVAnonym
  • 16.12.2016, 11:51h
  • Antwort auf #1 von Donald
  • die Siegesparade zum Sieg über Nazideutschland wird seit 1945 jedes Jahr in Rußland gefeiert, nicht erst durch Herrn Putin.
    Die russische Bevölkerung hat berechtigten Grund, dieses Ereignis zu feiern.Der Angriffskrieg von Nazideutschland gegen Rußland hat 25 Millionen russische tote Soldaten und Zivilisten ergeben.Nazideutschland wollte die Sowjetunion auslöschen und ihre Bevölkerung auf den Status von Arbeitssklaven herabsetzen.
    Solche berechtigte Feier als Putinismus zu bezeichnen ist verletzend und beleidigend für die russische Bevölkerung.
    Sie sollten sich schämen solchen Völkerhaß zu vebreiten.
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#7 LalalaTVAnonym
#8 GruseligAnonym
#9 SchadeAnonym
  • 16.12.2016, 18:40h
  • Russland verhält sich in vielen Fragen wie man es dem Vogel Strauß nachsagt:
    Es steckt den Kopf in den Sand.
    "Was nicht sein darf, darf nicht sein!"
    Die ist typisch für totalitäre Staaten.
    Wie stünde Putin mit seiner LGBTQ-Politik in Russland wohl da, wenn die UN jemanden für etwas ausdrücklich Beglückwünscht, zumal Putin&Co die LGBTTIQ-Bewegung als (amerikanische) westliche Propaganda darstellt mit der angeblichen Absicht Russland schwächen zu wollen.
    Russland tutet in das selbe Horn wie es Vertreter der großen Monotheistischen Religionen tun : Zerstörung der Gesellschaft durch Gender-Theorie.
    Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass Russlands Medien gerne den Holocaust hervorheben doch näher an rechten Positionen stehen als viele andere Länder in der Welt.
    Russland droht innerlich auseinanderzubrechen ... Der Bär kämpft ums Überleben.
    Putin vertut gerade die Chance in einem modernen Europa eine wichtige Rolle einzunehmen. Letzlich wir weder eine Anbiederung an China, an die Türkei noch an eine (konservative) USA Russland heilen können. Schade für Russland und auch schade für Europa.
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#10 TetraMaxAnonym