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Von der harten Linie zum Dialog

Ruhrbischof traf erneut LGBTI-Aktivisten


Für Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck (3.v.r.) ist der Austausch mit Lesben und Schwulen eine "Selbstverständlichkeit" (Bild: Dietrich Dettmann)

In der Aids-Hilfe Essen wurde der "kritisch-konstruktive Dialog" zwischen Bischof Franz-Josef Overbeck und dem Forum Essener Schwulen und Lesben fortgesetzt.

Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck hat nach einer Mitteilung des Bistums vom Donnerstag den vor sechs Jahren begonnenen "kritisch-konstruktiven Dialog" mit dem Forum Essener Schwulen und Lesben (F.E.L.S.) fortgesetzt. Die LGBTI-Aktivisten hatten dazu in die Räume der Aids-Hilfe Essen eingeladen.

In einer von Aids-Hilfe-Geschäftsführer Markus Willeke moderierten Gesprächsrunde schilderten F.E.L.S.-Sprecherin Claudia Fockenberg und Guido Schlimmbach, Pressesprecher der Aids-Hilfe NRW, dem Bischof ihre persönlichen Lebenswege. Dabei kamen auch viele kritische Fragen an die katholische Kirche zur Sprache, die durch eigene, teils als schmerzhaft erfahrene Erlebnisse mit und in der Kirche ausgelöst wurden.

Verständnis für Kirchenkritik von Homosexuellen

Der Bischof habe Verständnis dafür gezeigt, wenn Lesben und Schwule "oft eine eher distanzierte bis ablehnende Haltung gegenüber der katholischen Kirche hätten", teilte das Bistum mit. Zur Sprache seien auch der Umgang kirchlicher Arbeitgeber mit eingetragenen Lebenspartnerschaften sowie die Frage der Segnung homosexueller Paare gekommen.

Trotz mancher Kontroversen und offen gebliebener Fragen hätten die Beteiligten nach einem knapp zweistündigen Gespräch ein positives Fazit gezogen. "Auch dieser Abend habe deutlich gemacht, dass in den vergangenen Jahren auf beiden Seiten sehr viel Vertrauen gewachsen sei und gegenseitige Akzeptanz", so das Bistum. "Keine Frage: der kritisch-konstruktive Dialog geht weiter."

Overbeck galt noch vor wenigen Jahren als Hardliner

Ruhrbischof Overbeck hatte noch um die Jahrtausendwende mehrfach mit deutlichen Äußerungen gegen Homo-Rechte von sich reden gemacht, so hatte er praktizierte Homosexualität als "objektiv sündhaft" bezeichnet oder das Gesetz zu Lebenspartnerschaften für moralisch nicht vertretbar erklärt (queer.de berichtete). Auch wurde in seinem Bistum eine lesbische Putzfrau in einem Kindergarten entlassen (queer.de berichtete). Zugleich hatte er in den letzten Jahren moderatere Töne angeschlagen und sich mehrfach mit Vertretern von Schwulen- und Lesbengruppen getroffen (queer.de berichtete).

Der Anfang der Gespräche war laut Bistum "rückblickend sicher nicht einfach". Doch habe sich aus den regelmäßigen Treffen Overbecks mit den Vertretern von F.E.L.S. ein fester Termin im Kalender und damit "eine Selbstverständlichkeit" entwickelt. (cw)



#1 53trgfAnonym
  • 16.12.2016, 08:09h
  • Der Overbeck ist einfach nur ein Ars......

    Wie viele Geistliche in der Kirche.

    Overbeck hatte vor ein paar Jahren in der Sendung Anne Will sich sehr abfällig über Homosexuelle geäußert.
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#2 BobAachenProfil
#3 markusbln11Anonym
  • 16.12.2016, 08:32h

  • Dass es solche treffen der community-vertreter mit den lokaken bischöfen gibt, ist doch als positives zeichen. Auch der csu-politiker spähnle tat dies kürzlich.

    Verständnis wächst durch zwischen-mebdchliche kommunikation. Es muss allerdings einen output geben.

    Ein erstes ergebnis ist sicherlich, wenn solche treffen positiv öffentlichkeiswirksam sind. Doch es muss auch eine verbesserte lebenssituation der lgbt in der katholischen kirchenwelt herausspringen, so etwa für verpartnerte angestellte. Nicht nur ein verbales verständnis vor ein paar kameras oder gar hinter verschlossener tür.

    Schätzen wir den offenen austausch mit herrn overbeck als kleinen fortschritt; viele seiner kollegen dürften nicht einmal dafür offen sein. So etwa der altsitzer im vatikan, herr ratzinger, ehemaliger bischof im bistum regensburg. Oder die kollegen in eichstätt bzw augsburg.
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#4 LesekompetenzAnonym
#5 markusbln11Anonym
  • 16.12.2016, 09:09h

  • Gibt es solch einen dialog auch in köln? Ich habe nichts dazu gehört.

    Aber das meinte ich vor ein tagen mit der motivation an hape kerkeling, seine berufung in die bundesversammlung durch die christ-demokraten verbunden mit seinem spirituellen engagement zum anschieben eines breiteren dialogs mit der katholischen kirchenhierarchie zu nutzen.

    Aber wenigstens im erzbistum köln. Herr woelki gilt doch auch als aufgeschlossener recke, der von der bewegung bereits ausgezeichnet wuede
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#6 Paulus45Anonym
  • 16.12.2016, 09:56h
  • Die katholischen Klöster des Mittelalters und der Neuzeit sind ohne schwule Männer als Mönche und lesbische Frauen als Nonnen nicht denkbar.

    Keine andere Organisation hat in früheren Jahrhunderten mehr von homosexuellen Menschen profitiert, als es die Katholische Kirche war und ist. Viele Bischöfe und Kardinäle der Vergangenheit bis in die 1960er hinein waren schwul.

    Erst mit der Sexualbefreiung der 1960er in den westlichen Industriestaaten konnten in zunehmendem Maße homosexuelle Menschen in einer sich liberalisierenden Gesellschaft in Europa und Amerika sowie Australien/Neuseeland auf einen anderen Lebensweg machen und brauchten kein Versteckspiel mehr betreiben, wie sie es leider immer noch in repressiven Gesellschaften von Drittweltstaaten in Afrika gezwungen sind.

    -----
    Mit der Liberalsierung der Gesellschaften bis hin zu der Öffnung der Standesämter gingen auch in zunehmendem Maße christliche, buddhistische und jüdische Organisation ("islamische Organisationen kaum") zur Zulassung von offen homosexuellen Priestern/Geistlichen und Bischöfen/Moderatoren über und erlaubten Segnungsgottesdienste/Trauungen.

    Die Liste christlicher, buddhistischer und jüdischer (Rekonstruktionismus, Reformjudentum, Konservatives Judentum, NICHT aber ultraorthodoxes Judentum) ist mittlerweile lang und ist auf Wikipedia nachlesbar:

    *
    de.wikipedia.org/wiki/Segnung_gleichgeschlechtlicher_Paare
    (Wikipedia: Segnung gleichgeschlechtlicher Paare)

    Innerhalb des Christentums waren es in erster Linie die altkatholischen, die reformierten, die unierten, die lutherischen, die quäkerischen, die presbyterianischen und die unitarischen Kirchen/Organisationen, die sich liberalisierten; demgegenüber verweigerten die orthoxoden Kirchen Osteuropas und die altorientalischen Kirchen des Nahen Ostens/Ägypten/Äthiopien sowie pfingsterlischen/baptistische Freikirchen diesen Liberalsierungsweg und ebenso blockierte der Vatikan bisher.

    Mit Papst Franziskus haben wir erstmals einen Papst, der zwar öffentlich zugab, das es schwule Priester gibt ("Wer bin ich mir darüber ein Urteil anzumaßen") und sich erstmals öffentlich für Unrecht/Diskriminierungen homosexueller Menschen im Namen der Katholischen Kirche entschuldigte, aber auch er nahm bisher die unter seinem Vorgänger erlassenen Verschärfungen des Kirchenrechts bei den Zugangsvoraussetzungen der Priester nicht zurück.

    Folge dieser Reformblockade im Vatikan bei den Priesteramtsvorausetzungen ist, das in vielen westlichen Industriestaaten die Priester fehlen, weil schlichtweg keiner mehr dieses Amt ausüben darf (Frauen, homosexuelle Männer, heterosexuelle Familienväter) und zugleich aber gefordert wird, dass die Priester studiert haben sollen.

    Und so "rennt die Vatikanleitung" in Europa und in Nordamerika in ihr eigenes Verderben und kann nur noch in Drittwelstaaten in Afrika/in Asien in einem repressiven Gesellschaftsumfeld wachsen, denn mit immer weniger Priestern leidet die Seelsorge vor Ort und andere religiöse Organisationen (insbesondere christliche Freikirchen mit Laienpredigern) nehmen diesen Platz ein.

    Es gibt mittlerweile einige offen homosexuell lebende Bischöfe/Moderatoren in anderen christlichen Kirchen; zuletzt wurde in der Anglican Church of Canada mit Kevin Robertson ein anglikanischer Papa gewählt, der mit seinem Partner in Toronto wohnt.

    *
    m-maenner.de/2016/09/schwuler-papa-wird-bischoff/
    (Schwuler Papa wird Bischof)

    Genannt seien Michael Mokren und Eva Brunne als offen homosexuelle Bischöfe in der lutherischen Schwedischen Kirche, Gary Paterson als Moderator ("Bischof") der United Church of Canada, Gene Robinson und Mary Douglas Glasspool als offen homosexuelle Bischöfe in der anglikanischen Episkopalkirche der Vereinigten Staaten, Bischof Guy Erwin in der Evangelical Lutheran Church in America, Bischof Nicholas Chamberlainin und Bischof Peter Wheatleyder Anglican Church of England oder auch Karen Olivieto als methodistische Bischöfin der United Methodist Church in den Vereinigten Staaten.

    Fazit: Auch wenn unter dem neuen Papst Franziskus ein wenig frischer Wind in den Vatikan hineinbläst, kann ich jedem schwulen Katholiken nur empfehlen, wenn er seinen Partner liebt und in einer Kirche heiraten möchte, besser zu einer liberaleren christlichen Kirche im Bereich der Altkatholiken, Lutheranertums, Reformiertentums, Uniertentums, Presbyterianismus oder des Anglikanertums überzutreten, als weiterhin in einer Kirche zu verweilen, die homosexuelle Handlungen als ethisch und theologisch sündhaft bewertet und die nach dem Gang zum Standesamt für homosexuelle Paare die Kirchentüren geschlossen hält.
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#7 PatrosKloAnonym
#8 untermannAnonym
  • 16.12.2016, 10:11h
  • man stelle sich folgende analoge meldung vor:

    >>jüdische gemeinde Essen trifft sich mit nsdap-gauleiter. der gauleiter hatte vor einingen jahren noch von "rassenschande" gesprochen, schlägt heute aber moderatere töne an. die gleichberechtigte anerkennung jüdischer mitbürger lehnt er jedoch ab und wird offen jüdisch lebenden angestellten auch weiterhin ihre arbeitsverträge fristlos kündigen.<
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#9 Pascal GoskerAnonym
  • 16.12.2016, 10:16h
  • Was bringt Gelaber, wenn in der Realität weiterhin LGBTI von kirchlichen Arbeitgebern entlassen werden, wenn die Kirche weiterhin alles tut, um volle Gleichstellung zu verhindern, etc. etc. etc.?

    Hier werden wir missbraucht, um der Kirche ein tolerantes Image zu geben, während sie in Wahrheit weiter diskriminiert und hetzt.

    Dieselbe Taktik, die auch der Papst fährt. Das ist kein Dialog, sondern Marketing und Vertuschung.

    Dass einige von uns darauf reinfallen und der Kirche auch noch ihr Marketing liefern, finde ich skandalös.
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#10 Faulus45Anonym
  • 16.12.2016, 10:19h
  • Antwort auf #6 von Paulus45
  • "...als weiterhin in einer Kirche zu verweilen, die homosexuelle Handlungen als ethisch und theologisch sündhaft bewertet und die nach dem Gang zum Standesamt für homosexuelle Paare die Kirchentüren geschlossen hält."

    Echt jetzt?!? Ich dachte, Papst Franziskus hätte frischen Wind gebracht und "nach 2.000 Jahren katholischer Kirchengeschichte wird das gleichgeschlechtliche Paar ethisch und theologisch im Vatikan anerkannt und wenn man die Kirchengeschichte des Vatikans kennt, ist dies doch mehr als bemerkenswert und ein epochaler Schritt für den Vatikan. Damit wird ein schwules Paar, das in der Kirchbank einer katholischen Kirche zusammnsitzt und nebeneinander die Kirche betritt, nicht mehr "schief" von den katholischen Gläubigen angeschaut werden können, weil ja gerade der Vatikan und der Papst offiziell dieses Paar ethisch und theologisch akzeptiert und das dieses Paar zusammenlebt und zusammenwohnt.
    Das ist aber nunmehr halt römisch-katholische Lehrhaltung des Vatikans. Jeder römisch-katholische Gläubige hat zukünftig, wenn er/sie guter Katholik sein will und den Worten des Vatikans und des Papstes gehorchen will, homosexuelle Paare, die in die katholische Kirche kommen als Paar (!!!) willkommen zu heißen und ihnen als Paar (!!!) in der Kirchenbank Platz zu machen. Der gläubige Katholik hat freudestrahlend dem homosexuellen Paaren zu begegnen und das Paar bei kirchlichen Aktionen als Paar einzuladen und zum Mitwirken zu bewegen."
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