Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?27820

Mit Hilfe des automatisierten Fingeridentifizierungssystems kam das Landeskriminalamt dem mutmaßlichen Täter auf die Spur (Bild: Polizeipräsidium Trier)

Später Fahndungserfolg der Münchner Polizei. Der heute 56 Jahre alte Tatverdächtige sitzt in Untersuchungshaft.

Am Freitagvormittag, den 17. Januar 1986 fand ein damaliger Mitbewohner den damals 80-jährigen verwitweten Rentner Franz S. in seinem Zimmer in einem Mehrfamilienhaus in der Münchner Au leblos vor und verständigte Polizei und Rettungsdienst. Blutspuren im Zimmer sowie im Treppenhaus ließen auf ein Gewaltverbrechen schließen. Aus diesem Grund übernahm die Mordkommission München zusammen mit der Spurensicherung vor Ort die Ermittlungen. Todesursache waren Verletzungen im Kopfbereich infolge massiver stumpfer Gewaltanwendung.

Die damaligen Ermittlungen ergaben, dass das Opfer schwul war und gelegentlich junge Männer mit zu sich nahm. Auch konnte ermittelt werden, dass der 80-Jährige am Abend bzw. in der Nacht vor der Tat Besuch von einem jungen Mann (vermutlich aus dem südosteuropäischen Raum) hatte. Diesen lernte er offenbar am Nachmittag des Vortags am Rosenheimer Platz kennen. Die Identität dieses Mannes konnte trotz mehrfacher Zeugenaufrufe sowie Veröffentlichung eines Phantombildes und einer Auslobung von damals 5.000 DM nicht geklärt werden.

Fingerabdrucke wurden erneut abgeglichen


Mit diesem Phantombild wurde 1986 nach dem Täter gesucht (Bild: Polizei München)

Im Zuge der Altfallermittlungen bei der Mordkommission erfolgte eine erneute Überarbeitung des Mordfalles im Sommer dieses Jahres. Dabei wurde beim Bayerischen Landeskriminalamt eine erneute Recherche der damals am Tatort gesicherten Fingerabdruckspuren im AFIS (Automatisiertes Fingeridentifizierungssystem) sowie entsprechender Datenbanken im benachbarten Ausland angestoßen. Hierbei kam es zu einem Treffer mit in Slowenien erfassten Fingerabdrücken eines zur Tatzeit 25-jährigen Serben.

Ferner ergaben sich im Zuge der aufwändigen Ermittlungen Hinweise, dass diese Person sich in den Jahren 1985 und 1986 in München aufhielt und hier auch der homosexuellen Prostitution nachging. Im Fortgang konnte im Oktober ermittelt werden, dass sich der Tatverdächtige in Österreich trotz dortigem Einreise- und Aufenthaltsverbot aufhalten dürfte. Aufgrund des dringenden Tatverdachts sowie der Anhaltspunkte für den Aufenthalt in Österreich erging ein europäischer Haftbefehl wegen Mordes.

Zeitgleich wurde bekannt, dass der Tatverdächtige wegen eines ausländerrechtlichen Verstoßes in Wien festgenommen wurde. In der Folge reisten Beamte der Mordkommission München nach Wien und vernahmen im Beisein österreichischer Kollegen im Rahmen eines justiziellen Rechtshilfeersuchens den Tatverdächtigen zum Mordvorwurf. Der heute 56-jährige Tatverdächtige räumte in seiner Vernehmung die Gewaltanwendung ein und stimmte einer Auslieferung, die mittlerweile vollzogen wurde, zu. DNA-Spuren, die vom Tatort gesichert worden waren, konnten dem Mann zugeordnet werden. (cw/pm)



#1 State of MindAnonym
  • 16.12.2016, 22:27h
  • Mord verjährt nie und deshalb ist es hervorragend, daß der Täter, der vor 30 Jahren einene Rentner auf dem Gewissen hatte, endlich gefaßt wurde! Es gibt in Deutschland noch viele weitere ungeklärte Verbrechen u. a. auch zahlreiche Morde, die noch auf Aufklärung warten. Dank der fortgeschrittenen Ermittlungstechnik wäre das wünschenswert!
  • Antworten » | Direktlink »
#2 BobAachenProfil