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Peter Turkson leitet ab 1. Januar die neue Vatikan-Behörde für die ganzheitliche Entwicklung des Menschen (Bild: Missmarple76 / wikipedia)

Homosexualität schmälere nicht die Menschenwürde, mahnte der aus Ghana stammende Kurienkardinal und Menschenrechtsbeauftragte Peter Turkson.

Der ghanaische Kurienkardinal Peter Kodwo Appiah Turkson, der künftige Leiter der Vatikan-Behörde für die ganzheitliche Entwicklung des Menschen, hat sich in einem Interview mit der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) gegen die strafrechtliche Verfolgung von Lesben und Schwulen in Afrika gewandt. "Bestimmte Lebensstile – wie Homosexualität – werden gesellschaftlich teils schwer toleriert. Wir treten da für Respekt und Menschenrechte ein", sagte der 68-Jährige in dem am Montag veröffentlichten Gespräch.

Die Würde eines Menschen werde "nicht hinfällig wegen eines Lebensstils, auch nicht geschmälert", stellte Turkson klar. "Der feindseligen Behandlung, die solche Leute manchmal erfahren, setzen wir eine Geste der Barmherzigkeit und des Mitleids entgegen."

Noch 2012 verteidigte Turkson die Verfolgung von Homosexuellen

Der Kardinal ist bereits seit 2009 für die Menschenrechtsarbeit des Vatikans zuständig. Mit Jahresbeginn wird der bisherige Leiter des Päpstlichen Rats für Gerechtigkeit und Frieden die von Franziskus neu geschaffene Behörde für die ganzheitliche Entwicklung des Menschen führen. Dort sollen humanitäre, gesundheits- und entwicklungspolitische sowie menschenrechtliche Themen gebündelt werden.

Mit der Aussage, Homosexuelle seien "keine Kriminellen", hatte Turkson vor drei Jahren erstmals die strafrechtliche Verfolgung von Lesben und Schwulen in Uganda kritisiert (queer.de berichtete). Zuvor galt der Kardinal, der 2013 sogar als möglicher Nachfolger von Papst Benedikt XVI. gehandelt worden war, alles andere als homofreundlich: So verglich er noch Anfang 2013 in einem CNN-Interview Kindesmissbrauch und Homosexualität (queer.de berichtete). Er behauptete, dass es diese Phänomene in Afrika kaum gebe, da "traditionelle Systeme" die Bevölkerung schützten.

Nach einer Kritik durch UN-Generalsekretär Ban Ki-moon an der geplanten Todesstrafe für Homosexualität in einigen schwarzafrikanischen Ländern hatte Turkson 2012 solche Maßnahmen als zwar überzogen, aber vereinbar mit der Tradition bezeichnet (queer.de berichtete). Es gäbe einen Unterschied zwischen Moral und Menschenrechten. (cw)



#1 243wrefdcAnonym
  • 20.12.2016, 08:18h
  • Mitleid gegenüber Schwulen und Lesben zu fordern ist unglaublich perfide.

    Es suggeriert, dass Homosexualität eine Krankheit sei, etwas Schlechtes, etwas Negatives, etwas, was homosexuelle Menschen belasten würde.

    Dabei ist es es der Hass auf Homosexuelle, den auch die Kirche mit ihren subtilen, perfiden Aussagen säht, der Homosexuelle belastet, und nicht die Homosexualität ansich.

    www.kirchenaustritt.de
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#2 GeorgGProfil
  • 20.12.2016, 08:35hBerlin
  • Antwort auf #1 von 243wrefdc
  • In Europa hat es auch 100 Jahre gedauert, bis Schwule und Lesben wenigstens halbwegs anerkannt wurden.
    Wir sollten uns freuen, das eine vernünftige Stimme aus Afrika zu hören ist und nicht sofort Maximalforderungen stellen.
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#3 userer
#4 GurkenhobelAnonym
  • 20.12.2016, 09:38h
  • Antwort auf #3 von userer
  • Wieso? Er hat doch Recht!

    Es macht wenig Sinn, in afrikanischen Ländern (Südafrika ausgenommen) für die Öffnung der Ehe zu werben. Erstmal macht es durchaus Sinn, dafür zu sorgen, dass man für seine Liebe nicht verhaftet wird und in den Knast kommt. Danach kann man den nächsten Schritt gehen. Vor 50 Jahren hat hierzulande auch noch niemand die Öffnung der Ehe gefordert, noch nicht mal eingetragene Partnerschaften. Da ging es erstmal um die Legalisierung.

    Und man kann von der Kirche denken, was man will, aber sie kann nunmal in Afrika auch zu einem mächtigen Verbündeten im Kampf gegen die Strafbarkeit werden. Sie hat einen nicht zu unterschätzenden Einfluss in afrikanischen Ländern und wenn sie sich tatsächlich für die Abschaffung der Strafbarkeit einsetzen sollte (was allerdings durchaus noch bezweifelt werden darf), kann dies durchaus einen positiven Aspekt haben.

    Du solltest mal aufhören, dein europäisches Denken auf Kontinente wie Afrika zu übertragen. Da sieht es noch ganz anders aus als hierzulande. Da kann es durchaus ein Fortschritt sein, wenn die Kirchenfürsten die Straflosigkeit fordern.
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#5 goddamn liberalAnonym
  • 20.12.2016, 09:48h
  • Das ist genauso wie Opus-Dei-Overbeck aus Essen.

    Hochrangige katholische Kleriker funktionieren wie früher hochrangige kommunistische Funktionäre, die noch was werden wollten.

    Sie folgen der jeweils von ganz Oben vorgegebenen Parteilinie aus Karrieregründen.

    Unter Ratzinger war die Doktrin auf unsere Auslöschung ausgerichtet. In altdeutscher Tradition.

    Unter dem neuen Papst reicht Diskriminierung aus und man beschäftigt sich nicht mehr nur mit Sex.

    Das ist dann auch der Grund für den 'Sinneswandel' des Kurienkardinals aus Ghana.

    Der Wandel kann Menschenleben retten, die vorher auf das Konto der Kirche gingen.

    Das ist objektiv eine positive Entwicklung.
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#6 AfrikaAnonym
  • 20.12.2016, 09:50h
  • "Er behauptete, dass es diese Phänomene in Afrika kaum gebe, da "traditionelle Systeme" die Bevölkerung schützten." Soso. Warum gibt es dann Gegenden in Afrika, wo AIDs große Teile der männlichen Bevölkerung, welche dem Geschlechtstriebe folgen, dahingerafft hat oder es auch noch tut?
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#7 FinnAnonym
  • 20.12.2016, 10:19h
  • Diese perversen Hassprediger können sich ihr "Mitleid" sonst wo hin stecken.

    Die Kinderschänder-Sekte sollte lieber Mitleid mit den Millionen Missbrauchs-Opfers der Katholischen Kirche in der ganzen Welt haben.
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#8 RobinAnonym
  • 20.12.2016, 10:22h
  • Wer "Mitleid" mit uns hat, drückt damit aus, dass er uns für minderwertig hält. Irgendwelche Opfer, mit denen man halt Mitleid haben muss.

    Wieso soll man für Liebe Mitleid haben? Wir fordern Akzeptanz und volle Gleichstellung - und sonst gar nichts.

    Ehe diese religiös fanatisierten Hetzer sowas sagen, sollten sie lieber ganz den Mund halten...

    www.kirchenaustritt.de/
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#9 TheDadProfil
  • 20.12.2016, 10:53hHannover
  • Antwort auf #6 von Afrika
  • ""Warum gibt es dann Gegenden in Afrika, wo AIDs große Teile der männlichen Bevölkerung, welche dem Geschlechtstriebe folgen, dahingerafft hat oder es auch noch tut?""..

    HIV und AIDS ist kein "schwules" Problem !

    Vor allem nicht in afrikanischen Ländern, in denen übrigens gar nicht die "männliche Bevölkerung" das Haupt-Betroffenen-Potential stellt, sondern Frauen ebenso betroffen sind wie ihre fremdgehenden Männer..
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#10 lucdfProfil
  • 20.12.2016, 10:56hköln
  • Nett.... aber ich brauche kein Mitleid. Dafür braucht die Gesellschaft Aufklärung und die Kirche ein bisschen Intelligenz.
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