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Erfolg der StadtAG LST

Köln stellt Unterkünfte für queere Flüchtlinge bereit

Die ersten fünf Plätze konnten bereits bezogen werden, im Februar 2017 soll ein ganzes Haus folgen.


Die Stadt Köln setzt ein Zeichen für den wertschätzenden Umgang mit Geflüchteten (Bild: SPD Sachsen)

Die Stadt Köln hat in diesem Monat spezielle Wohneinheiten für LGBTI-Geflüchtete bereitgestellt. Darüber informierte am Mittwoch das Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in einer Medienmitteilung.

Die ersten fünf Plätze in einem Gebäude, das vom Sozialdienst Katholischer Männer (SKM) betreut wird, konnten demnach bereits bezogen werden. Weitere Wohneinheiten sollen folgen. In Kürze könnten etwa zwei Wohngemeinschaften für drei bis sechs Personen zur Verfügung gestellt werden, kündigte die Stadt an. Ab Februar 2017 werde sie darüber hinaus ein Gebäude einrichten, in dem bis zu 20 Geflüchtete in kleineren Wohngruppen zusammenleben können.

Diesen Ergebnissen vorausgegangen waren Verhandlungen in einer Arbeitsgruppe, die sich im Sommer 2016 auf Wunsch der Stadtarbeitsgemeinschaft für Lesben, Schwule und Transgender (StadtAG LST) gebildet hatte. Hier wirkten neben der Aidshilfe Köln, dem Rubicon e.V., dem SKM und den Rainbow-Refugees Cologne das städtische Amt für Wohnungswesen sowie die Fachstelle für Lesben, Schwule und Transgender mit.

Auch angemessene Betreuung von LGBTI-Flüchtlingen gefordert

Ina Wolf von den Rainbow-Refugees begrüßte die gemeinsam entwickelten Ergebnisse und lobte die Zusammenarbeit mit der Verwaltung. Wichtig sei den Organisationen der Community nicht nur die adäquate Unterbringung, sondern auch eine Betreuung, die den besonderen Belangen von queeren Flüchtlingen gerecht wird. Sie litten häufig nicht nur unter der Gewalt und Verfolgung, die sie in ihren Heimatländern erfahren haben. Oft gehe die Diskriminierung in den Unterkünften in Deutschland weiter. Nicht selten seien sie hier Erniedrigungen und homophober Gewalt ausgesetzt.

Einvernehmen gibt es nach Angaben der Stadt in der Frage, Personen, die mit den Geflüchteten arbeiten, besonders zu schulen. Dies betreffe nicht nur die sozialarbeiterisch- und pädagogisch tätigen Mitarbeiter des Amtes für Wohnungswesen. Die für Anti-Gewaltarbeit im Verein Rubicon Tätigen planten beispielsweise eine Veranstaltung für Ehrenamtler. Zudem soll ein Arbeitskreis aller Organisationen der Community eingerichtet werden, die sich mit Migration und Flucht befassen, um eine größtmögliche Vernetzung zu erreichen und Synergieeffekte zu nutzen.

Die Arbeit der vergangenen Monate habe sich gelohnt, begrüßte Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) die von der Arbeitsgruppe entwickelten Resultate: "Es ist gelungen, für die besonders schutzbedürftigen LSBTI-Geflüchteten ein Angebot zu entwickeln, das ihren Bedürfnissen gerecht wird." Sie sei stolz, dass Köln "als eine der wenigen Gemeinden in Deutschland nun über ein professionelles und zeitgemäßes Konzept für diesen leidgeprüften Personenkreis" verfüge, so Reker laut Pressemitteilung. Wichtig sei nun, die Entwicklung weiter zu beobachten, um auf möglicherweise weitergehende Erfordernisse zeitnah reagieren zu können.

Neben Hannover ist Köln die zweite Stadt, die auf kommunaler Ebene Wohnraum für queere Geflüchtete zur Verfügung stellt. Darüber hinaus bestehen in Berlin und Nürnberg ebenfalls Unterkünfte, die von lokalen Vereinen getragen werden. (cw)



#1 MarekAnonym
  • 22.12.2016, 09:56h
  • Das mag ja gut gemeint sein, aber ich halte gar nichts von solchen Homo-Ghettos.

    Denn erstens ist das das völlig falsche Signal.

    Zweitens bestätigt man damit die Homohasser unter den Flüchtlingen, dass LGBTI tatsächlich nichts bei ihnen zu suchen haben und anderswo hinmüssen. Man zeigt, dass LGBTI defizitär sind und diejenigen sind, die wegmüssen, statt die Homohasser. Wie sollen die dann Akzeptanz lernen?

    Drittens wird es nie genug Plätze für LGBTI-Flüchtlinge geben. Die anderen Flüchtlinge haben es dann noch schwerer in den regulären Unterkünften, wenn sie dort nur noch unter Homohassern sind und gar keine Gleichgesinnten mehr haben.

    Viertens gibt es ja auch unter Hetero-Flüchtlingen nicht nur Homohasser. Indem man LGBTI ins Ghetto steckt, verwehrt man ihnen die Kontakte zu toleranten Flüchtlingen und macht ihnen damit die Integration unnötig schwer.

    Fünftens erfordern solche Maßnahmen, dass die Betroffenen sich erst mal outen müssen. Die kommen aus Staaten, wo sie verfolgt wurden und versteckt leben mussten. Meistens haben sie auch noch eine traumatisierende Flucht hinter sich und vielleicht auch schon erste Erfahrungen mit Diskriminierung, Mobbing und Gewalt durch andere Flüchtlinge. Vielleicht können sie es sich auch selbst noch gar nicht s richtig eingestehen. Und dann sollen sie hier einer offiziellen Stelle sagen, dass sie LGBTI sind? Viele trauen sich das einfach nicht.
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#2 David ManuelAnonym
#3 David ManuelAnonym
  • 22.12.2016, 13:29h
  • Antwort auf #1 von Marek
  • "Viele trauen sich das einfach nicht."

    Und wenn Sie es sich dann trotz Flucht-Leid und repressiver Erfahrungen ihres Heimatlandes trauen, ist die erste Erfahrung, dass sie dann als LGBT in eine "Sonder-Unterkunft" gebracht werden und nicht mehr bei anderen bleiben können. Dass sie also auch hier außerhalb der "normalen" Gesellschaft stehen und weiterhin eine Sonderbehandlung erfahren.

    Die denken, sie könnten hier endlich frei leben und dann werden sie gleich als erstes von dem Rest separiert, um die anderen vor ihnen zu schützen (so wirkt es doch).

    Stattdessen sollten lieber DIEJENIGEN aus den Unterkünften entfernt werden, die LGBT nicht ertragen können oder gar gewalttätig werden. Damit die LGBT und die toleranten Heteros friedlich miteinander leben können.

    Und damit man zeigt, dass die Schuld bei den Tätern liegt und nicht bei den Opfern!!
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#4 NorisetteProfil
  • 22.12.2016, 16:40hNürnberg
  • Antwort auf #1 von Marek
  • Ich bin einer der Betreiber der ersten derartigen Unterkunft, also eines "Homo-Ghettos".

    Seit Ende Januar haben wir unsere Unterkunft in Betrieb.

    Die Frage "viele trauen sich nicht" stellt sich nicht.

    Bei uns kommen Menschen an, die "auf der Flucht von der Flucht" sind, weil sie in den herkömmlichen Unterkünften diskriminiert, angegriffen, vergewaltigt werden.

    Mir wäre es auch lieber, keine "Homo-Ghettos" zu schaffen, aber sollen wir zusehen, wie queere Menschen hier um ihr Leben - und ich übertreibe da nicht - fürchten müssen?

    Ach ja, es sirbt sich ja so gut, wenn man dabei ein fröhlich Lied vom Schwulsein auf den Lippen und das Messer an der Kehle sitzen hat, Hauptsache es fand in der bundesrepublikanischen Freiheit statt.

    Und das mit dem Messer an der Kehle ist nicht übertrieben und kein Einzelfall.

    Weil diese Notwendigkeit gegeben ist, betreuen wir in Nürnberg inzwischen eine weitere Unterkunft (betreiben diese aber nicht direkt) und haben gerade die Tage eine weitere Unterkunft zugeschustert bekommen.

    Wer mit queeren Flüchtlingen zu tun hat weiß, dass ohne Herausnahme aus den "normalen" Unterkünften nicht geht. Übrigens: Eine Stadt in der Größenordnung wie Nürnberg (etwas über 500.000 EWs) leistet sich auch 5 Unterkünfte nur für Frauen. Ist das nun besser, dass die in Frauen-Ghettos leben, oder sollen wir sie der potentiellen Vergewaltigung preisgeben?

    Wir werden die hier Ankommenden nicht von heute auf morgen an unsere Werte erziehen. Das schaffen wir doch noch nicht einmal mit den hiesigen Menschen.
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#5 TheDad
  • 22.12.2016, 18:42h
  • Antwort auf #4 von Norisette
  • ""Ist das nun besser, dass die in Frauen-Ghettos leben, oder sollen wir sie der potentiellen Vergewaltigung preisgeben?""..

    Ich finde es nicht hilfreich spezielle Schutzräume für gefährdete Menschen als "Ghettos" zu bezeichnen..

    Wie sich zeigt, und Dein Satz ja auch selbst beschreibt, darf man diese Menschen nicht den potentiellen Täter*innern preisgeben..
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#6 NorisetteProfil
  • 23.12.2016, 00:48hNürnberg
  • Antwort auf #5 von TheDad
  • Du hättest den Gesprächsfaden mal genauer verfolgen sollen: Nicht ich sprach von Ghettos, sondern der Marek im 1. posting. Aus diesem Grund setzte ich das auch bei der ersten Bemerkung in Anführungszeichen, was es als Zitat kennzeichnete.

    Du musst also deine Kritik schon an den richtigen adressieren.

    Im übrigen ist die Diskussion um die Verwendung des Begriffes "Ghetto" durchaus sinnvoll und wichtig. Aber bevor jetzt jemand mit der Begrifflichkeit der Nazis kontern möchte: Bitte informiert euch zuerst, woher der Begriff Ghetto überhaupt kommt.
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#7 TheDad
  • 23.12.2016, 11:55h
  • Antwort auf #6 von Norisette
  • Das war keine Kritik an Deiner Darstellung, sondern ein Zusatz zu den als "Ghettos" missdeuteten Schuzträumen die Menschen in besonderen Situationen brauchen..

    Vielleicht war ich dort nicht deutlich genug..

    Keine Sorge..
    Den Begriff und die Funktion eines Ghetto kenne ich sehr gut..
    Es besteht nicht aus der missverstandenen Freiwilligkeit mit der sich Menschen oder Gruppen aus der Konfrontation zurückziehen, sondern aus der Zwangsmaßnahme in die Menschen einer Minderheit von einer oft nur gefühlten Mehrheit gedrängt werden..

    Die selbstgewählte Klausur ist kein Ghetto..
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