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Bürgerrechtler drohen mit Klage

Israel: TV-Werbung für Ehe für alle verboten

Zu "kontrovers" sei ein Werbespot von Bürgerrechtlern, in dem für die Ehe für alle und die arabische Sprache geworben wird. Nun könnte das Verbot vor Gericht landen.


Die Bürgerrechtsorganisation ACRI kritisiert das Verbot scharf (Bild: Andrew Ratto / flickr)

  • Von Dennis Klein
    22. Dezember 2016, 16:43h, 1 Kommentar

Die israelische Regulierungsbehörde für private Fernseh- und Radiosender hat laut der Tageszeitung "Haaretz" die Ausstrahlung eines Fernsehspots der Bürgerrechtsorganisation "The Association for Civil Rights in Israel" (ACRI) untersagt, weil darin gefordert wird, dass Schwule und Lesben heiraten dürfen, und weil darin für die arabischen Sprache geworben wird.

Als Grund für das Verbot nannte die Behörde, dass politische oder gesellschaftliche Botschaften, die in der Öffentlichkeit "kontrovers" seien, laut den Fernsehrichtlinien nicht gestattet seien. Der hebräischsprachige Werbespot darf aber auf Videoportalen wie Youtube gezeigt werden.

Direktlink | Der Werbespot ist im kommerziellen TV Israels Tabu

In dem einminütigen Spot werden mehrere Prominente gezeigt, die sich für Bürgerrechte engagieren. So erklärt die äthiopischstämmige Titi Aynow, eine ehemalige Miss-Israel-Gewinnerin, sie wolle das Recht haben, "zu heiraten, wen auch immer ich will." Danach erscheint der LGBTI-Aktivist Adir Steiner und sagt: "Sogar wenn ich schwul bin."

Die zweite "kontroverse" Aussage kommt von der israelisch-arabischen Sängerin und Schauspielerin Mira Awad, die erklärt: "Es ist erlaubt, Arabisch ohne Furcht zu sprechen."

ACRI: Gleichbehandlung ist nicht kontrovers

Die Organisation ACRI appellierte in einem Brief an die Regulierungsbehörde, ihre Entscheidung zurückzuziehen. Ansonsten werde man dagegen Klage einreichen. "Im Jahr 2016 sind die Gleichbehandlung der LGBT-Community und das Recht, Arabisch zu sprechen, keine kontroversen Themen mehr", erklärte ACRI-Sprecher Dan Yakir. Menschenrechte seien ein unerlässlicher Bestandteil der israelischen Demokratie. Die enge Auslegung der Regulierungsbehörde schade der freien Meinungsäußerungen und insbesondere der Äußerung politischer Meinungen, die der Oberste Gerichtshof Israels unter besonderen Schutz gestellt habe, so Yakir.

Israel ist mit Abstand das LGBTI-freundlichste Land im Nahen Osten. Bereits seit 2006 erkennt der jüdische Staat im Ausland geschlossene Ehen von schwulen und lesbischen Israelis an. Erst vor zwei Wochen kündigte Generalstaatsanwalt Avichai Mandelblit an, auch aus dem Ausland stammende gleichgeschlechtliche Partner von Israelis gleichzustellen (queer.de berichtete). Es ist allerdings nicht möglich, in Israel zu heiraten, da keine Zivilehe angeboten wird, sondern Eheschließungen nur von Religionsgemeinschaften durchgeführt werden dürfen. Auch heterosexuelle Paare müssen im Ausland heiraten, wenn sie nicht der selben Religionsgemeinschaft angehören.



#1 Patroklos
  • 22.12.2016, 18:47h
  • Der Werbespot ist gut und was sich diese Behörde da leistet, ist einfach nur kindisch! Ich drücke der Bürgerinitiative ACRI die Daumen, daß sie den Prozeß gewinnt.
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