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Stockholm Pheromone wirken auf Frauen und Schwule offenbar anders als auf heterosexuelle Männer. Das ergab eine Studie aus Schweden, die am Dienstag in der Zeitschrift "Proceedings of the National Academy of Sciences" veröffentlicht wurde. Die Forscher um Ivanka Savic vom Karolinska-Institute in Stockholm hatten die Reaktionen der 36 Probanden auf das männliche Hormon Testosteron untersucht, auf das nur Frauen und Schwule mit Empfindungen in der für den Geruchssinn ausgemachten Hirnregion reagierten. Auf eine Östrogen-Substanz regaierte der Hypothalamus der Schwulen hingegen gar nicht. Es sei jedoch unklar, ob dieses Verhalten eine Ursache oder die Folge von Homosexualität sei, sagte Savic der "New York Times". (nb)



12 Kommentare

#1 SSJ3 VegotenksAnonym
  • 10.05.2005, 16:39h
  • hmmm... das ganze wirft natürlich wieder mal die frage auf, ob das schwulsein genetisch bedingt ist. wenn man jetzt mal n bissel logisch schlussfolgert (auf der grundlage der ergebnisse dieser studie!) dann kann man fast sagen ja, denn:

    1) man kann willentlich gerüche feststellen und zu gerüchen auch namen und bedeutung lernen. das is die eine seite. die andere seite sind geruchsstoffe, die wir unterbewusst wahrnehmen und wonach wir dann instinktiv handeln. dies sind ältere teile im gehirn, zuständig für das fortpflanzungsverhalten. hormone sind unter anderem solche geruchsstoffe, die unser instinkt verhalten beeinflussen können. (auch stress äussert sich in ausschüttung bestimmter hormone, man sagt nicht umsonst "angstschweiß", den dann zum beispiel hunde wahrnehmen können).

    2) diese ganzen anlagen in uns, die für instinktive handlungen und instinktive reizaufnahme vorhanden sind, sind "fest einprogrammiert", werden also genetisch festgelegt. dazu gehören beispielsweise auch bestimmte teile des geruchsinnes. da kann man nix erlernen oder verlernen (!)

    3) wenn man jetzt 2) zu grunde legt und dann sich 1) noch einmal durchliest, so sollte man im endeffekt zu dem ergebnis kommen, dass bei schwulen in diesem fall nicht alle männlichen gene des y-chromosoms dominant waren, sondern teile des x-chromsoms bestimmend wurden. nicht umsonst reagiert dann der schwule statt wie eigentlich "geplant" auf das weibliche östrogen, sondern "fälschlicherweise" auf das männliche tosteron.

    4) selbst wenn alle anderen informationen aus dem x und y-chromosom sonst "normal zusammengebaut" werden, ist diese stelle sehr entscheidend, sobald dort das x-chromosom dominat wird. weil hierin einen wichtigen teil des fortpflanzungszyklus (geschlechtsreif werden, partner finden, fortpflanzen, nachkommen eventuell großziehen) "eingegriffen" wird: nämlich bei der partnersuche. mann reagiert normalerweise auf die sex-hormone der frau, sobald sie diese ausschüttet (um damit anzuzeigen, dass sie paarungsbereit ist). reagiert mann jetzt aber auf die sex-hormone von einem mann, so wird sein ganzes "paarungsverhalten" wie gehabt ausgeführt, nur dass es sich hier halt auf den mann und nicht die frau konzentriert.

    5) sind natürlich noch n paar andre faktoren mitentscheidend, aber dieser faktor ist einer der sehr wichtigen. somit kann man pauschal sagen: ja, schwulsein ist genetisch bedingt, und anscheinend im endeffekt ein "gen-defekt", also eine mutation. gibts im tierreich auch, nur dort sterben sie halt aus, weil sie sich ja net fortpflanzen können.

    bin ma auf meinungen dazu gespannt :>

    cya v3g0
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#2 dragonbearAnonym
  • 10.05.2005, 17:00h
  • @ SSJ3 Vegotenks

    soweit ja erstmal nicht schlecht argumentiert...

    bis auf den eklatanten fehler beim fazit...

    bleiben wir meinetwegen bei dem terminus "mutation", da gen-defekt mir schon zu kaputt klingt...

    ich gebe dir recht, dass dies in der natur dazu führt, dass homosexuelle akte nicht zu fortpflanzung führten...

    aber was ist mit homosexuellen vogelpaare, die eier stiebitzten und sie ausbrüteten...?

    und noch interessanter ist die frage, warum diese mutation, die an sich nicht zu fortpflanzung führt und deshalb nach klassischer denkweise ein evolutionärer fehler sein müsste, doch in jeder neuen generation auch im tierreich wieder reproduziert wird...

    was hat die natur davon...?

    wahrscheinlich fehlt selbst uns die kraft, neutral genug zu denken und hinzuschauen...

    darwinistisch betrachtet, dürfte es derartige norm-abweichungen (und bitte: diesen begriff nicht negativ besetzt ansehen, sondern ganz neutral!!) nicht geben, wenn sie keinen zweck oder sinn machen...

    ich persönlich denke, es ist gut, dass es uns gibt, und sei es nur dazu, dieser heterogesellschaft den spiegel vorzuhalten, und ihr ihre stellenweise grenzenlose absurdität, die aus ihrer fixierung aus geschlechterrollen heraus resultiert immer wieder zu verdeutlichen...

    habt spaß!!
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#3 VollkornmannAnonym
  • 10.05.2005, 18:05h
  • Aaaalso, diese Argumentation steht auf wackligem Fundament:
    »Diese ganzen Anlagen in uns, die für instinktive Handlungen und instinktive Reizaufnahme vorhanden sind, sind ›fest einprogrammiert‹, werden also genetisch festgelegt.« – Irrtum. Die Gene geben nur ein undeutliches Schema vor, das später auf die tatsächlichen Reize eingeschliffen werden muß.

    Und: Die Entwicklung des Gehirns (von der Embryonalentwicklung bis zum lernenden Erwachsenen) wird stark von vorhandenen Hormonen beeinflußt (zunächst von denen der Schwangeren, bald schon von den selbstgebildeten Hormonen aus Hinanhangdrüse und Keimdrüsen, die sich wiederum gegenseitig stark beeinflussen).
    Ebenso steuert die momentane Hormonmischung die aktuelle Funktion des Gehirns: Es gibt ältere Untersuchungen, nach denen Frauen auf männliche Pheromone nur dann reagieren, wenn sie gerade in der empfängnisbereiten Phase ihrer Periode sind.

    Es wäre zu einfach gefolgert, wenn man sagt: »Da steht etwas fix in den Genen und genauso wird dann der Mensch.« Kann sein, daß bei (wenigstens einem Teil der) Heten die selben Geninformationen vorhanden sind und bloß nicht angewandt werden.

    Schwulsein ist kein »Gen-Defekt«, sondern eine Ausprägung, die zur Vielfalt beiträgt und damit die Anpassungsfähigkeit einer Art erweitert – im Gegensatz zur genetischen Monokultur.
    Nur wenn eine Art so unter Druck steht, daß sie jede Gelegenheit zur Vermehrung nutzen muß, ist Homosexualität schädlicher Luxus. Aber das kann man angesichts der Bevölkerungsexplosion vom Menschen wirklich nicht behaupten (außer man ist Politiker – Plakatreihe »Kinder Kriegen« – oder Kleriker).

    ...und dann natürlich immer wieder die gleichen Fehler in solchen Studien:
    Sie nehmen »Frau«, »Mann« und »Schwuler«. Lesbische Frauen und bisexuelle Männer kommen in der Betrachtung nicht vor. Wie soll man mit solchen Vergröberungen zu tragfähigen Schlußfolgerungen kommen?
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#4 egalAnonym
  • 10.05.2005, 18:06h
  • Jetzt wäre nur noch spannend, ob bei Lesben sich das Ganze andersrum verhält. Alle Ansätze, die versuchen Schwulsein zu erklären, aber der Kehrwert auf Lesben überhaupt nicht paßt, sind mir immer sehr suspekt.
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#5 egalAnonym
  • 10.05.2005, 18:11h
  • @Vollkornmann
    Und Du hast bei Deiner Kritik die bisexuellen Frauen vergessen, wenn Du schon auf vollständigere ProbandInnen pochst ;-)
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#6 denwebsAnonym
  • 10.05.2005, 20:48h
  • @all
    homosexualität bei frauen und männern soll unterschiedliche gründe haben, dies wurde in verschiedenen Verhaltensstudien herausgefunden, also muss es mindestens zwei theorien geben! an sich bin ich aber auch der meinung, dass die genetheorie stimmen muss, da sonst das globale vorkommen von homosexualität (und das seit menschen gedenken) unlogisch wäre!

    mfg
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#7 MatthiasAnonym
  • 10.05.2005, 22:34h
  • Super...lass raten...die testgruppe umfasste mal wieder aussagekräftige 10 schwule von denen sich in 5 Jahren 3 als bisexuell herausstellen. Hinzu kommt das man die "düfte" vermutlich eindeutig als männlich und weiblich identifizieren konnte...was natürlich reaktionen auslöst.
    Dann wurde natürlich noch vergessen das nicht jeder heteroseuelle Mann auf den Geruch jeder Frau reagiert...

    et voila...wir haben ne nette spektakulär neue Erkenntnis und dazugehörige Studien + Studiengelder...zumindest bis das ganze widerlegt ist(zu dem Zeitpunkt sind die Bewilligungen für die Zuschüsse für neue Studien allerdings schon durch und der Job für die nächsten 10 Jahre gesichert).
    Schön das es bei schwulen so leicht ist weil alle gerne ne greifbare Antwort hätte...und sollte es tatsächlich psychische Gründe geben, dann kann an dem Thema auch noch weitere 2000 Jahre rumgeforscht werden(weil die psychologie halt nichts Beweisen kann....und die Aussage das sich das Gehirn irgendwann so entscheidet und man keinen wirklichen Einfluss drauf hat...nunja...die befriedigt ja keinen. Nicht zu vergessen das die Heteros dann ja immer Angst haben müssen doch noch schwul zu werden).
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#8 SSJ3 VegotenksAnonym
  • 10.05.2005, 23:11h
  • @vollkornmann: ok, da geb ich dir recht, die gene geben nur n schema vor. allerdings gibts da mehrere arten von genen: einmal die artspezifischen "baupläne" die das von dir erwähnte schema enthalten. aber dann existieren auch noch individuum spezifische gene, dei dann die biologischen merkmale des individuums festlegen. die zweite gengruppe unterliegt starken schwankungen, verursacht durch das zufällige mischen der gene bei der zeugung. stehen jedoch diese baupläne, und es sind keine gravierenden fehler drinne, so sind die biologischen merkmale des einzelnen zu 99,9% festgelegt.
    dazu zählt zum beispiel auch, auf welche reize derjenige reagiert/reagieren kann. wo nachher die umwelt (eltern, gesellschaft, etc) greift, ist die persönlichkeits entwicklung. sie kann dann biologisch vorhandene dinge verstärken oder abschwächen, zb. homosexualität, aber nie ganz abschalten oder aus dem nichts holen.
    das mit den hormonen ist auch eine genetisch festgelegte angelegenheit, wann welche hormone ausgeschüttet werden. oder seit wann kann man den start der pubertät steuern durch erziehung, etc.?! ^^

    @lesben: bei denen müsste es sich ja dann genau andersherum verhalten, dass sie halt auf östrogen, statt auf testosteron reagieren.

    @bisexuelle: erklär ich mir auch recht einfach: hier ist dieser geruchssinn "zwittrig" ausgelegt, er reagiert auf beide hormone.

    nochmal@vollkornmann wegen der ausprägung: eine ausprägung die charakter UND biologie des individuums betriffr kommt NUR dann zustande, sobald eine gentische und damit auch biologische grundlage besteht. ergo kommt das schwulsein halt bei einigen zum tragen, andere versteckens sehr gekonnt oder wissen es gar nicht. oder ist hier einem von euch nicht schonmal wer begegnet, bei dem ihr gesagt habt: "wenn der net schwul/lesbisch ist, fress ich nen besen" ^^ derjenige dann aber trotzdem normal und nicht gezwungen mit frauen/männern rumgemacht hat? dort hat es sich die anlage halt nicht zum charakterlichen merkmal entwickelt, aber es sind trotzdem anzeichen zu merken, sonst werd ihr net auf diese gedanken gekommen ;)

    @frauen reagieren nur auf männliche pheromone, sobald sie empfängnisbereit sind: is ja normal, würd ja (in der freien natur) sonst auch nix bringen, wenn sie sonst auf n "männchen" scharf würde. männchen sind ja (fast) immer "scharf" ^^

    @schwulsein = genetischer "defekt": ok, kann man vielleicht doch nich so ganz pauschalisieren, aber wenn es "zutage" tritt, muss eigentlich immer was genetisches vorliegen, egal was, weil es ja ein vom eigentlichen artspezifischen "bauplan" abweichendes merkmal biologischer natur ist.

    @all: sry, ich bin jemand der auf die wissenschaft schwört und dabei leider manchmal das menschlich/persönliche ausser acht lässt :P

    cya v3g0
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#9 SSJ3 VegotenksAnonym
  • 10.05.2005, 23:15h
  • nochwas vergessen ^^

    @matthias: ok, wegen der aussagekräftigkeit der studie müsste man natürlich an die genauen fakten der studie mal versuchen heranzukommen :) und was die ganzen faktoren bei so einer studie anbetrifft: wenn man DIE ALLE mit einbeziehen würde, könnt man gar keine ergebnisse aus solchen studien ziehen, man muss (fast) immer vereinfachen, bzw. die einflussfaktoren reduzieren, sonst kannst das ergebnis gleich in müll kloppen :D

    cya v3g0
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#10 "Frau" Uwe GörkeAnonym
  • 11.05.2005, 09:47h
  • Ich habe zwei Lieblingsparfüme: Giorgio Beverley Hills (Women) und Minotaure von Paloma Picasso. Rieche ich nun anders als Hetero-Menschen? Nee, is klar!?
    "Frau" Uwe Görke aus Schwerte ( www.uwegoerke.de )
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