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USA

Obama: Kritik von Homo-Aktivisten hat mich verletzt

Der scheidende US-Präsident erinnert sich, wie er von aufgebrachten Aktivisten angebrüllt wurde, denen seine Gleichstellungspolitik nicht weit genug ging.


Barack Obama gibt Mitte Januar das Zepter an Donald Trump ab (Bild: Marc Nozell / flickr)

US-Präsident Barack Obama hat sich in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit dem Magazin "The Atlantic" frustriert über die andauernde Kritik von Homo-Aktivisten während seiner Präsidentschaft geäußert.

Als Beispiel nannte er die Beschwerde über die angeblich zu langsame Legalisierung von offener Homosexualität im Militär, die erst nach einer langwierigen Studie zweieinhalb Jahre nach Obamas Amtsantritt umgesetzt wurde (queer.de berichtete). "Während jeder Rede haben mich Homo-Aktivisten auf meinen Veranstaltungen angebrüllt. Als ich gesagt habe: 'Hey, Mann, ich bin ja mit euch nicht nur einer Meinung, ich habe auch eine Strategie, um das Ziel zu erreichen. Wir führen die Strategie aus. Wie hilft es eurem Anliegen, wenn ihr mich anbrüllt?'"

Obama: Kritik ist trotzdem nützlich, selbst wenn sie "unangebracht" ist

Obama warf vielen schwul-lesbischen Aktivisten – wie auch Aktivisten, die sich für eine Reform der Einwanderungspolitik stark machen – "Unkenntnis" vor. Sie hätten ihre "Hausaufgaben" oft nicht gemacht. Im Interview meinte der Demokrat zudem, die Kritik habe ihn "ein wenig verletzt". Allerdings habe er auch Verständnis für die kompromisslose Haltung von Aktivisten: "Manchmal ist es nützlich, wenn man von Aktivisten an etwas erinnert und nicht selbstgefällig wird, auch wenn man oft denkt, dass ihre Kritik unangebracht ist."

Nach seinem Wahlsieg im Herbst 2008 war Obama während seiner ersten Amtszeit von LGBTI-Aktivisten insbesondere attackiert worden, weil er die Öffnung der Ehe ablehnte. Damals befürwortete er – wie auch andere führende Demokraten wie Hillary Clinton oder Vizepräsident Joe Biden – nur eingetragene Partnerschaften. Erst Mitte 2012 erklärte er als erster Präsident der US-Geschichte, dass er die Gleichstellung von Schwulen und Lesben im Eherecht befürworte (queer.de berichtete). Zu diesem Zeitpunkt hatten sich die Umfragen gedreht – erstmals sprach sich eine Mehrheit der Amerikaner für die Gleichbehandlung aus. Drei Jahre später erklärte schließlich der Supreme Court, das Ehe-Verbot für gleichgeschlechtliche Paare sei diskriminierend und müsse sofort aufgehoben werden (queer.de berichtete).

Obamas früherer Berater David Axelrod gestand 2015, dass der Präsident die Ehe für alle eigentlich nie abgelehnt habe. Er habe seine homofreundliche Haltung im ersten Wahlkampf aber verschleiert, um religiöse afro-amerikanische Wähler nicht zu verprellen (queer.de berichtete). (dk)



#1 MatzkeAnonym
  • 23.12.2016, 13:17h
  • Sehr schade, dass der Mann gehen wird. Er hat mir sehr gefallen und stets die richtigen Worte gefunden. Auf das Theater mit dem neuen Präsidenten, wer nie einer werden wollte, bin ich gespannt. Schon toll, dass die eine Minderheit der anderen Minderheit ihre Hand gibt und gemeinsam Ziele verfolgen.
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#2 ursus
  • 23.12.2016, 15:13h
  • "Manchmal ist es nützlich, wenn man von Aktivisten an etwas erinnert und nicht selbstgefällig wird, auch wenn man oft denkt, dass ihre Kritik unangebracht ist."

    das ist eine haltung, die sich nicht nur um empathie und differenzierung bemüht, sondern auch darum, sich selbst immer wieder in frage zu stellen, um den eigenen job noch besser zu machen.

    qualitäten, die sein nachfolger auf schmerzliche und gefährliche weise vermissen lassen wird.
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#3 userer
  • 23.12.2016, 19:54h
  • Habe ich es verpasst oder sind SPD-Genoss_innen in Deutschland wegen ihres wahlbetrügerischen Verhaltens noch nie angebrüllt worden?
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#4 TheMumProfil
  • 23.12.2016, 20:46hHannover
  • Wir werden Obama noch SEHR vermissen. Selbst vielen seiner Gegner wird es so ergehen. Doch die USA und die Welt werden es schon überleben. Es hat in der Vergangenheit schon öfter unfähige US-Präsidenten gegeben. Wer weiß, vielleicht führt Trump ja eine neue (von ihm ungewollte) Revolution an, nämlich durch sein absehbares Scheitern auf ganzer Linie diesem widerlichen Populismus endgültig den Todesstoß zu versetzen. Zumindest für ein paar Jahrzehnte, bis es mich dann vielleicht schon nicht mehr interessiert.
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#5 Patroklos
#6 stephan
  • 24.12.2016, 02:35h
  • Antwort auf #5 von Patroklos
  • Wir müssen keine Wortklaubereien begehen, Patroklos! Jeder weiß, was die SPD im Wahlkampf versprochen hat und wie sie anschließend gehandelt hat! Daraus werden hoffentlich viele Wähler ihre Schlussfolgerung ziehen!

    Ferner klingen mir noch Gabriels Worte in den Ohren, der vor wenigen Monaten im Interview sagte, die SPD müsse ja nicht in Koalitionen eintreten, in denen wesentliche Ziele nicht durchsetzbar seien. ... Daraus ziehe bitte selber Deine Schlüsse!
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#7 rrfgztAnonym
#8 stromboliProfil
  • 24.12.2016, 08:56hberlin
  • Antwort auf #4 von TheMum
  • " vielleicht führt Trump ja eine neue (von ihm ungewollte) Revolution an.."
    du und revolution.. wo du doch die mitte sein willst die trump erst möglich macht..

    Aktivismus nur dann, wenns ans eingemachte geht! Womöglich wie gehabt dann hinter den voranschreitenden herlaufend, die "erfolge derer für sich reklamierend.
    So sieht "emanzipation" aus der politischen mitte heraus gesehen aus.

    Aber bereits hier liegt der kern des a-politischen wesens offen, seine unfähigkeit, emanzipation-politischen kampf als einen permanenten auftrag zu verstehen..
    Hannoveraner politwalzen sehn da den notwendig politischen spielraum als zeitlich beschränkt...
    "Zumindest für ein paar Jahrzehnte, bis es mich dann vielleicht schon nicht mehr interessiert."
    Das drückt die grundhaltung mittig verorteter menschen aus.. "bis es mich nicht mehr interessiert.
    Immer gut zu wissen!
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#9 OrthogonalfrontAnonym
#10 stromboliProfil
  • 24.12.2016, 10:34hberlin
  • Antwort auf #9 von Orthogonalfront
  • das "irgendwann für jeden schluss ist" mag ja auf dich zutreffen, für die uns nachkommenden schwulen und lesben aber nicht.

    Diese inhaltliche zuordnung deckt sich mit deiner vorstellung der enthobenen verantwortung für dein umfeld.. so wie du dies auch gegenüber dir fremden ausdrückst.
    Nach der devise: was kümmert mich mein geschwätz von gestern...

    An deiner seite möchte ich nicht stehen im kampf gegen unterdückung und gleichberechtigung.. ist doch Deine sicht hierauf nur ein zeitlich beschränkter opportunismus der deine politische agenda schmiert.
    Im zweifelsfalle auch gegen die interessen der rest community!
    Aber das kümmert dich ja auch nicht, weil ja wie gesagt irgendwann mal schluss sein muss.
    So holt die ausrede das aktuelle handeln ein oder eilt ihr voraus.
    Du bist so absehbar! ;-P !
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