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Ex-Wham-Sänger

George Michael ist tot

Der britische Popsänger starb am Sonntag, teilte sein Publizist mit. Er wurde 53 Jahre alt.


Derzeit arbeitete der Sänger an einer Dokumentation über sich, die im nächsten Jahr erscheinen sollte (Bild: George Michael / facebook)

Der britische Popsänger George Michael ist am Sonntag im Alter von 53 Jahren gestorben. Das gab der Publizist des früheren Wham-Sängers in der Nacht zu Montag bekannt.

"Mit tiefer Traurigkeit können wir bestätigen, dass unser geliebter Sohn, Bruder und Freund George über die Weihnachtsfeiertage daheim friedlich verstorben ist", so das Statement. "Die Familie bittet darum, das ihre Privatsphäre in dieser schwierigen und emotionalen Zeit respektiert wird." Zum jetzigen Zeitpunkt werde es keine weiteren Stellungnahmen geben.

Der britische Nachrichtensender Sky News berichtet, gegen 14 Uhr seien Polizei und Rettungskräfte am ersten Weihnachtsfeiertag zum Heim des Sängers in der Nähe von London gerufen worden. Die BBC meldet, die Polizei behandle die Todesursache als ungeklärt, gehe aber nicht von verdächtigen Umständen aus.

2011 war Michael fast an den Folgen einer Lungenentzündung gestorben – Gerüchte über eine HIV-Infektion wies der Sänger zurück. Ein Jahr später trat er sichtlich geschwächt bei der Abschlussveranstaltung der Olympischen Sommerspiele in London auf.

Durch Polizei geoutet

Michael, der als Georgios Kyriacos Panayiotou in London geboren wurde, gelang in den Achtzigern als Teil des Duos Wham ein weltweiter Durchbruch, mit Hits wie "Wake Me Up Before You Go-Go", "Last Christmas" und "I'm Your Man". Der Sohn einer Britin und eines griechisch-zypriotischen Vaters hatte die Gruppe mit seinem Schulfreund Andrew Ridgeley gestartet.

Nachdem sich das Duo trennte, gelang Michael mit "Faith" wenig später ein erfolgreicher Start in eine Solokarriere. Insgesamt verkaufte der Sänger fast 100 Millionen Alben. In den letzten Jahren machte er allerdings vor allem mit Nachrichten Schlagzeilen, die nichts mit Musik zu tun haben. Im Juli 2010 wurde er verhaftet, nachdem er mit dem Wagen in ein Gebäude gefahren war. Wenige Monate später wurde er wegen einer Fahrt unter Drogeneinfluss zu einer Gefängnisstrafe von acht Wochen verurteilt, von denen er vier absaß. 2011 gab er die Trennung von seinem Partner Kenny Goss bekannt, die schon zwei Jahre zuvor erfolgt sein soll. Mit ihm lebte er 15 Jahre lang zusammen.

1998 war Michael beim Cruising auf einer öffentlichen Toilette am Sunset Boulevard in Los Angeles von einem Polizisten in Zivil verhaftet und später zu einer Geldstrafe verurteilt worden – und wurde damit öffentlich geoutet. In Folge gab sich Michael offen über seine sexuelle Orientierung und kämpfte mit der nächsten Single und dem dazugehörigen Video, "Outside", gegen die Kriminalisierung und Stigmatisierung an. Nach einer späteren Verhaftung erneut an einem Cruising-Ort verteidigte er den öffentlichen Sex und betonte, sein (damaliger) Partner sei damit einverstanden.

Direktlink | George Michael – Outside (1998)

Durch diese Verteidigungen nach vorne bekam Michael zugleich ein politisches Profil; gerade zu Wham-Zeiten war dem lebenslangen Labour-Anhänger in seiner Heimat von vielen vorgeworfen worden, in Zeiten wirtschaftlicher Krise und Einsparungen einen luxuriösen Yuppie-Lebensstil zu vertreten, der die Politik Thatchers verkörpere ("Club Tropicana"). In seiner späteren Karriere setzte er sich mit einem Song gegen den Irakkrieg ein und unterstützte Benefize für LGBT- und HIV-Organisationen. Er galt als einer der finanziell erfolgreichsten Musiker der Insel.

Reaktionen

"Ich habe einen geliebten Freund verloren", schrieb Elton John in der Nacht auf Twitter. "Eine höfliche, zutiefst großzügige Seele und ein hervorragender Künstler." John und Michael hatten 1992 einen großen Erfolg mit einer gemeinsamen Neuaufnahme des John-Klassikers "Don't Let The Sun Go Down On Me".

Die britische LGBT-Organisation Stonewall schrieb auf Twitter: "R.I.P. George Michael. Du hast viele inspiriert und deine Musik wird in den Herzen unserer Community weiterleben. Du wirst schmerzlich vermisst werden." Der in Großbritannien bekannte schwule Publizist Owen Jones schrieb: "RIP George Michael, ein Vorbild für schwule Männer, der Homophobie gezeigt hat, sich sonst wohin zu stecken."

Auf Twitter teilten viele Prominente Auftritte von Michael, darunter der Komiker David Walliams:

Twitter / davidwalliams

(nb, mehrfach ergänzt)

teaserbild
(12 Videos) Von den frühen Erfolgen mit Wham bis zu seinen letzten Singles - George Michaels Karriere in Videos



#1 LorenProfil
#2 Patroklos
  • 26.12.2016, 00:52h
  • Ich bin undendlich traurig, denn ich habe seine Musik gemocht und er war ein großartiger Künstler und wurde mit nur 53 Jahren aus dem blühenden Leben gerissen!

    Ruhe in Frieden!
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#3 NiedergemeiertAnonym
#4 OrthogonalfrontAnonym
  • 26.12.2016, 01:21h
  • Ein großer und viel zu früher Verlust. Danke für alles, George, wir werden dich vermissen. :'-(
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#5 AuslöschungAnonym
  • 26.12.2016, 02:17h
  • Die Auslöschungsprogramme der bürgerlichen Gesellschaft gegen Schwule wirken dauernd und überall, auf ganz unterschiedliche und oftmals sehr subtile Weisen. Inzwischen ist es ja so, dass ein Künstler wie George von den unseren Alltag diktierenden Konzernen sowieso von Anfang an ausgesiebt werden würde, da er nicht in den immer aggressiveren heterosexistischen Zirkus passt. Wer da nicht zu 100% linientreu vermarktbar ist, hat in aller Regel keinerlei Chance.

    Gerade der Mangel und die gezielte Vorenthaltung von positiven, gleichberechtigten schwulen Vorbildern sowie eine Vielzahl teilweise extremer zusätzlicher Belastungsfaktoren treibt homosexuell empfindende Jugendliche und Menschen in den Suizid, in die Drogenabhängigkeit, macht sie krank und/oder tötet sie eben ganz unmerklich, langsam und oftmals deutlich früher als den "Durchschnitt".

    Und die überall unter dem Deckmantel der "Meinungsfreiheit" gezielt von oben und von den Medien geförderten, neu verpackten Faschisten und ihre bürgerlichen Wegbereiter, die die Rechtsverschiebung von Gesellschaft und Politik selbst immer weiter vorantreiben, sorgen mit aller Gewalt dafür, dass das auch so bleibt und - wie schon einmal - weiter brutalisiert wird.
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#6 FreeyourgenderProfil
#7 fuck_2016Anonym
#8 herve64Profil
  • 26.12.2016, 09:14hMünchen
  • DAS IST NICHT WAHR!!! 2016, jetzt reicht es aber mit dem Prominentensterben! Und an Weihnachten jemanden abtreten zu lassen, geht schon mal gar nicht! Verpiss dich endlich, du Scheißjahr!!!
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#9 LaurentProfil
  • 26.12.2016, 10:03hMetropolregion Rhein-Neckar
  • Berühmtheit, Geld, Macht, Besitz usw. verwehren oft erst das kleine Glück. Fehlt dazu der Halt durch einen ehrlichen, echten, im weiteren Sinne treuen Partner, ist es bis zu Drogen, Alkohol, Medikamentenabhängigkeit und Depressionen nicht weit. Beispiele gibt es genug: z.B. Whitney Houston, Michael Jackson, Prince...

    Mach's gut, George.
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#10 schwarzerkater