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Erste Lesung im Parlament

Taiwan: Ehe für alle nimmt erste Hürde

Begleitet von Protesten hat das Parlament in Taipeh am Montag einem Gesetzentwurf zur Ehe-Öffnung für gleichgeschlechtliche Paare in erster Lesung zugestimmt.


Grund zum Feiern: Zwei Teilnehmer beim Gay Pride in Taiwans Hauptstadt Taipeh (Bild: tinmonster / flickr)

Das taiwanesische Parlament in der Hauptstadt Taipeh hat am Montag in erster Lesung die Ehe-Öffnung für gleichgeschlechtliche Paare beschlossen. Die Diskussion wird nun in den Fraktionen weitergeführt. Eine endgültige Entscheidung wird erst nach der zweiten und dritten Lesung im kommenden Jahr fallen.

Der Gesetzenwurf war von Politikern der regierenden Demokratischen Fortschrittspartei (DPP) eingebracht worden (queer.de berichtete). Die Abgeordnete Yu Mei-nu erklärte laut einem Bericht von Radio Taiwan International, dass der bisherige Wortlaut im Ehegesetz erhalten bleibe. Allerdings soll es zusätzlich zur Formulierung "Mann und Frau" künftig einen weiteren Absatz geben, in dem von "den beiden Anwesenden" die Rede sei.

"Ich betone noch einmal, dass es auch in Zukunft noch Väter, Mütter, Ehemänner und Ehefrauen gibt. All das bleibt erhalten und wurde heute nicht geändert", wehrte sich Yu gegen den Vorwurf, heterosexuelle Paare würden durch die Ehe-Öffnung diskriminiert. "Es entsteht dadurch auch kein Schaden für Familie und Ehe. Stattdessen bestehen eine gleiche Gültigkeit sowie gleiche Rechte und Pflichten für gleichgeschlechtliche und heterosexuelle Paare." Nach der Sitzung dankte die DPP-Politikerin ihren Kollegen für die "vernünftige Diskussion" und lobte die Reife von Taiwans Demokratie.

Proteste im und vor dem Parlament

Die Aussprache blieb jedoch nicht ohne Zwischenfälle. So stürmte während der Lesung ein als "Bürgerreporter" angemeldeter Besucher in Richtung Rednerpult und forderte ein Ende der Debatte. Der Mann wurde von Polizisten aus dem Saal entfernt. Auch vor dem Legislativ-Yuan demonstrierten Tausende – sowohl gegen als auch für eine rechtliche Gleichstellung von Lesben und Schwulen. Die Demonstranten wurden von der Polizei aufgefordert, getrennte U-Bahn-Ausgänge zu benutzen, um Zusammenstöße zu vermeiden.

LGBTI-Aktivisten kämpfen bereits seit Jahren für die Ehe-Öffnung in Taiwan, bekommen jedoch starken Gegenwind von christlichen Gruppierungen. Bislang haben Homosexuelle in der Republik China nur die Möglichkeit, ihre Partnerschaften in einigen Städten und Kommunen zu registrieren, allerdings ohne rechtliche Auswirkungen. In Meinungsumfragen sprach sich bereits 2013 eine Mehrheit der Bevölkerung für die Ehe für alle aus (queer.de berichtete). Bislang hat kein einziges Land in Asien die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet. (cw)



#1 wjsfidvinsAnonym
  • 27.12.2016, 09:51h
  • Sieht so aus als würde Taiwan noch vor Deutschland die Ehe für alle einführen. Und wahrscheinlich wird es nicht das letzte Land sein, was Deutschland in Sachen Gleichstellung von LGBT überholt.

    SPD, FDP, CDU und CSU haben in Deutschland in der jeweiligen Regierungszeit in den letzten 11 Jahren alles blockiert und gebremst, was in Richtung Gleichstellung ging, sofern sie nicht vom Bundesverfassungsgericht zu etwas gezwungen wurden.

    Ich befürchte, dass mein Freund und ich in Deutschland keine gleichen Rechte bekommen werden, weil zuviele deutsche Politiker einfach nur ignorante oder homophobe Arschlöcher sind, die bewusst in Kauf nehmen homosexuelle Menschen in Deutschland entgegen dem Gleichheitsgrundsatz im Grundgesetz und und entgegen dem Gleichheitsgrundsatz in der Menschenrechtserklärung und bei manchen sogar entgegen ihrer Wahlversprechen (siehe vor allem die verlogene SPD) zu diskriminieren.
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#2 Patroklos
#3 RobinAnonym
#4 Eliten-MedienAnonym
  • 27.12.2016, 11:06h
  • Antwort auf #1 von wjsfidvins
  • Entrechtung = "Toleranz".

    Homphobie, Rassismus, Menschenfeindlichkeit = "demokratische Meinung".

    Neofaschismus = "demokratisch legitimiert", "Sorge.../Ängste..." oder allenfalls "Rechtspopulismus".
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#5 Ralph
  • 27.12.2016, 12:50h
  • In Taiwan wird genau das selbe dumme Geschwätz gegen die Gleichstellung verbreitet wie in Deutschland. Es gibt aber einen entscheidenden Unterschied: In Taiwan ist es nicht mehr mehrheitsfähig, während es in Deutschland noch immer eine überwältigende Mehrheit im Parlament und mit CDU, CSU, FDP, SPD, AfD und inzwischen gar Teilen der Grünen fast alle Parteien überzeugt.
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#6 SebiAnonym
  • 27.12.2016, 13:33h
  • Wenn Taiwan als erstes asiatisches Land die Ehe öffnen würde, würde es positive Geschichte schreiben und ein Vorbild in Asien sein.

    Ich hoffe, das klappt.
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#7 zetrgdfrAnonym
  • 27.12.2016, 14:24h
  • Antwort auf #5 von Ralph
  • Es ist schon geradezu dumm wie Brot, wenn die Gleichstellungsgegner sagen "Es war schon immer Mann und Frau, deswegen muss es auch so bleiben".

    Das ist noch nichtmal ein Argument gegen die Gleichstellung. Man könnte genausogut sagen "Gras ist grün und deswegen sollten gleichgeschlechtliche Paare nicht heiraten dürfen", das ist ein Argument von genau derselben Schlagkraft.

    Es gibt halt Menschen, die sind so beschränkt im Kopf, da ist im Kopf nur Platz für ein binäres Schwarz-Weiß-Weltbild. Deswegen sind die Banner von denen auch immer in zwei Farben gehalten, z. B. die Demo für alle "blau und rosa" oder in Taiwan "schwarz und weiß". Übertragen lässt sich das auch auf die AfD und die Flüchtlingsproblematik. Für die AfD-Sympathisanten gibt es auch nur zwei Menschengruppen: Die Deutschen und alle anderen. Religion arbeitet auch binär und behauptet es gäbe Gut und Böse, Himmel und Hölle, Sünde und Beichte, Schwarz und Weiß, nur Mann und Frau. Und die geistig beschränkten Leute denken dann sie hätten damit verstanden wie die Welt "funktioniert". Deswegen bekämpfen Religionen und Sekten (wie etwa die katholische Kirche) auch alles, was beschränkte binäre Weltbilder auflösen will.
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#8 kuesschen11Profil
  • 27.12.2016, 22:54hDarmstadt
  • Auch Taiwan wünsche ich ein Ende des Eheverbots.

    Die Ehe-Öffnung ist die Richtung zum liberalen Humanismus in einer Demokratie.

    Gleichstellungsrechte gehören nun mal zu den Grundrechten.

    Wann versteht das endlich auch unsere deutsche Politik? Die Öffnung in Deutschland ist überfällig.
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#9 Homonklin44Profil
  • 28.12.2016, 04:29hTauroa Point
  • Ich wünsche mir das für Taiwan sehr, dass das klappt. Weil es auch Auswirkungen auf ganz China haben könnte, und die Chinesen in so Einigem fortschrittlicher, manchmal überraschend schnell weiter denken, als die rückständigen Deutschen. Was ja in wirtschaftlichen Bereichen öfter auch Neid hervorbringt.

    In Sachen Gleichstellung steht das Ganze zwar eher auf wackeligen Beinen, wir können froh darüber sein, dass es in China nicht so arg viele Christen oder Moslems gibt.
    Die religiotisch getränkten Idiotien über die Zerstörung der Ehe und Familie durch die Erweiterung mögen zwar auch da hin ausgesickert sein.

    Ich hoffe doch, die Vernunft steigt über solche gewählte Geistesbremsen und Anachroinien hinaus und beendet die Wertunterschiede zwischen Liebenden abhängig von der Geschlechter- Differenz und derer Konstellation.
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#10 JuppAnonym
  • 28.12.2016, 19:42h
  • Ich bin wirklich kein Trump Fan - eher das Gegenteil. Seine Homophobie ist eine Katastrophe.

    ABER ein demokratisches Land wie Taiwan verdient es auch von unserer Politik aus der Isolation geholt zu werden.
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