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Urteil

Hannover: Haftstrafen für Gayromeo-Erpresser

Zwei Männer, die mit einer Outing-Drohung einem Mann fast 34.000 Euro abnahmen, müssen für zwei bis drei Jahre ins Gefängnis.


Erneut musste sich ein Gericht mit Männern befassen, die ein Online-Date zur Erpressung nutzten (Bild: Hans Splinter / flickr)

Das Jugendschöffengericht Hannover hat am Mittwoch zwei Junge Männer, die schwule Männer nach einer Kontaktaufnahme über das Portal PlanetRomeo ausgenommen hatten, zu mehrjährigen Gefängnisaufenthalten verurteilt.

Das Gericht belegte in dem Verfahren wegen gewerbsmäßiger Erpressung Senaton Z. (27) aus Laatzen mit zwei Jahren Haft und Roberto I. (21) aus Minden mit drei Jahren. In dem Prozess ging es um einen Mann, der sich der Zusammenfassung des Gerichts zufolge am 20. Januar die beiden Angeklagten als Escorts in sein Hotelzimmer bestellt hatte, ohne dass es vor Ort zu einer Einigung über Dienstleistungen gekommen sei.

In der Folgezeit hätten die beiden Angeklagten sowie eine weitere, gesondert verfolgte Person mehrfach telefonisch Kontakt zu dem Zeugen aufgenommen und diesen zu Geldzahlungen aufgefordert. Hierbei sollen sie gedroht haben, der Ehefrau des Mannes von seiner Homosexualität zu berichten und seiner Familie zu erzählen, dass er sexuelle Kontakte zu kleinen Jungen habe. Die Geldforderungen sollen in wechselnder Beteiligung geäußert worden sein, zuletzt am 18. Februar auf einem Autohof.

Fast 34.000 Euro waren nicht genug


Das Amtsgericht in Hannover wird sich weiter mit den Männern beschäftigen müssen (Bild: AxelHH / wikipedia)

Der Bedrohte soll aus Angst insgesamt 33.700 Euro auf verschiedene Konten gezahlt haben, so das Gericht. Laut "Bild" soll es sich bei ihm um einen 49-jährigen Postangestellten aus Brandenburg mit Frau und Kind handeln, der sogar Kredite aufgenommen habe, um die Forderungen zu erfüllen. An die Polizei habe er sich gewandt, als es nicht mehr weiterging; die Ehe sei inzwischen zerbrochen.

Auf die Konten hatten die Angeklagten und ein weiterer mutmaßlicher Mittäter Zugriff. Bei dieser Person soll es sich um den Bruder von Senaton Z. handeln. Der 25-Jährige sitzt derzeit in U-Haft und wird wegen seiner späteren Festnahme gesondert verfolgt. Laut "Bild" sollen die Männer zwei weiteren Männern insgesamt über 20.000 Euro abgepresst haben.

In den letzten Monaten wurden mehrere ähnliche Fälle aus ganz Deutschland publik, in denen schwule Männer durch Online-Dates beraubt oder erpresst wurden. In München wurde erst vor wenigen Wochen ein 19-Jähriger nach einer öffentlichen Fahndung festgenommen, der zusammen mit weiteren jungen Männern einen 38-Jährigen überfallen und beraubt haben soll (queer.de berichtete). Im August wurde in Aalen ein Lastwagenfahrer zu zwei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt, wei er seinen Hausarzt mit einer Outing-Drohung um Geld erpresst hatte (queer.de berichtete). (nb)



#1 Patroklos
  • 28.12.2016, 23:09h
  • Gut, daß die Beiden nun in den Knast gehen, aber die Länge der Haftstrafe hätte gern höher sein können!
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#2 Sven TAnonym
#3 saltgay_nlProfil
  • 29.12.2016, 16:47hZutphen
  • Als ich ein kleiner Junge von 10 Jahren war, lernte ich, dass alles Schwulen erpressbar sind, weil sie verbotenen Sex mit Jungen haben. Immer wieder wurde mahnend von dem Mord an dem Berliner Schauspieler Gerd M. aus Lichterfelde erzählt. Auch ein Verwandter unserer Familie ein sehr bekannter Film-Regisseur, mein Bruder erzählte es mir und der ganzen Familie, wurde während eines Arbeitsgespräches mit meinem Bruder weggeholt um erpresserische junge Mäner zu bezahlen. Was dran war, habe ich nie erfahren. Nur war es für mich immer wieder ein Schlag in das Gesicht, weil ich ja auch zu denen "vom anderen Ufer" gehörte, ohne dass jemand in der Familie etwas ahnte.

    So ensteht Hass auf eine Gesellschaft, die sich auch nach Jahrzehnten noch nicht wirklich gewandelt hat. Wenn eine solche Masche noch heute Wirkung zeigt, dann ist diese Gesellschaft krank. Anscheinend will die AfD deshalb so gern den §175 wieder einführen, damit die Eleven ihrer Jugendorganisation auf diese Art und Weise die Parteikasse aufbessern.
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