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Star aus "Singin' in the Rain" und "Will & Grace"

Debbie Reynolds ist tot

Nur einen Tag nach ihrer Tochter Carrie Fisher ist die Hollywood-Ikone Debbie Reynolds gestorben. Sie wurde 84 Jahre alt.


Debbie Reynolds bei einem CNN-Interview im Jahr 1996 (Bild: Screenshot CNN)

Die amerikanische Schauspielerin Debbie Reynolds ist am Mittwoch einem Schlaganfall erlegen. Die 84-Jährige war von ihrem Sohn Todd Fisher am Morgen ins Cedars-Sinai Medical Center in Los Angeles eingeliefert worden. Um 18 Uhr stellten die Ärzte ihren Tod fest. "Sie will mit Carrie sein", sagte ihr Sohn gegenüber dem Magazin "Variety". Carrie Fisher (Prinzessin Leia aus "Krieg der Sterne") war am Dienstag im Alter von 60 Jahren an den Folgen eines Herzinfarktes gestorben.

Reynolds schaffte ihren Durchbruch als 20-Jährige im Musical "Singin' in the Rain" an der Seite von Gene Kelle. Sie wirkte später auch im Coming-out-Film "In & Out – Rosa wie die Liebe" und Steven Soderberghs Drama "Liberace – Zuviel des Guten ist wundervoll" mit. Außerdem trat sie in allen acht Staffeln der Sitcom "Will & Grace" in einer wiederkehrenden Rolle auf – sie spielte in der Serie Bobbi Adler, die extravagante Mutter von Grace. Derzeit wird über eine TV-Neuauflage der Sitcom spekuliert, die von 1998 bis 2006 im Sender NBC zu sehen war (queer.de berichtete).

Debra Messing (Grace) zeigte sich in einer ersten Reaktion schockiert über den Tod ihrer Serien-Mutter. Auf Instagram veröffentlichte sie ein Bild, das die beiden am Set von "Will & Grace" zeigt. Messing bezeichnete Reynolds als Inspiration und Legende. Auch die Co-Stars Eric McCormack (Will) und Sean Hayes (Jack) nahmen via Twitter Anteil am Tod ihrer Kollegin.

Die 1932 in Texas geborene Debbie Reynolds sorgte in den späten Fünfzigerjahren mit ihrer Scheidung von Entertainer Eddie Fisher für Schlagzeilen. Dieser verließ Reynolds für Elizabeth Taylor und wurde deren vierter Ehemann. Aus der Ehe mit Fisher stammten Reynolds' Kinder Todd und Carrie. Später war sie noch mit zwei weiteren Männern verheiratet und ließ sich beide Male scheiden.

"Jeder, mit dem ich liiert war, war schwul"

Reynolds hatte in einem Interview mit der britischen Zeitung "Daily Telegraph" 2014 darüber gesprochen, wie sie von Anfang an in Hollywood von schwulen Männern umgeben gewesen sei. "Jeder, mit dem ich liiert war, war schwul", sagte sie. "Jeder außer Robert Wagner. Weil diese Männer andernfalls keine Arbeit gefunden hätten. Frauen wollen nicht den neuen Film sehen mit einem wunderschönen Mann, der andere Männer küsst. Rock Hudson war ein enger Freund. Er war schwul, aber er hätte sich ein Coming-out nie zugetraut, also hat er die Sekretärin seines Agenten geheiratet." Sie glaube, dass diese Praxis noch heute in Hollywood weit verbreitet sei. (dk)



#1 LinusAnonym
  • 29.12.2016, 10:36h
  • Ich habe Debbie Reynolds immer sehr gerne gesehen. In meinen damaligen Lieblingsserien "Golden Girls" und "Will & Grace" war sie ja auch als Gaststar. Bei "Will & Grace" sogar mehrmals.

    Unvergessen auch ihr Cameo-Auftritt in der phantastischen Drag-Queen-Komödie "Connie & Carla".

    Oder natürlich in "Singing in the Rain" und all den anderen Hollywood-Klassikern.

    Möge Sie in Frieden ruhen. Mein Beileid der Familie und allen Angehörigen und Freunden.
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#2 AnonymAnonym
  • 29.12.2016, 15:01h
  • In diesem Alter ist es bestimmt hart, den Tod eines Kindes zu überwinden. Sie war eine der letzten echten Filmdiven, die ja auch zu aussterbenden Gattung gehören.

    Die Aussage, dass sie bis auf Robert Wagner immer nur schwule Männer gehabt habe, ist mit Sicherheit irgendwie sinnentstellt zitiert, denn ihre drei Ehemänner waren keineswegs schwul (soweit man weiß). Sie scheint das eher im Hinblick auf die Schauspieler zu sagen, mit denen sie in den 1950ern ausging. Ich führe das mal ein bisschen aus: Damals war es im alten Hollywood Praxis, dass die mächtigen Filmstudios die jungen Starlets mit attraktiven, schwulen Filmstars zu Publicity-Dates o.ä. schickten. Der Eindruck sollte erweckt werden, dass es die Stars ja doch an Frauen interessiert waren.

    Debbie Reynolds traf sich dann mit schwulen Filmstars wie Rock Hudson, Tab Hunter oder Anthony Perkins. Der heute geoutete Tab Hunter hat über diese Praktiken im alten Hollywood eine sehr lesenswerte Autobiografie namens "Tab Hunter Confidential" geschrieben. Zwischen den 1920ern und 1950ern gab es einige schwule Filmstars, die Liebhaber spielten und in der ersten Reihe der Hollywood-Stars standen. Homosexualität war ein Tabuthema und Studios waren so mächtig, ihre Stars weitgehend von schlechter Publicity abzuschirmen. Schwule, attraktive Filmstars wie Hudson, Hunter, Perkins, Ramon Novarro, William Haines, Van Johnson usw. waren zwischen damals keine Seltenheit wurden um des kommerziellen Erfolges geduldet, mussten aber "diskret" sein und gingen sogar teilweise Scheinehen ein, um ihre wahren Vorlieben zu verdecken. Eine andere Sache war dann eben, die schwulen Filmstars zu Dates (mit jungen Stars wie Debbie Reynolds, Liz Taylor oder Natalie Wood) auszuschicken.

    Debbie Reynolds hat wahrscheinlich Recht damit, dass diese Verheimlichungen auch heute noch auf Hollywood zutreffen. Schwule Schauspieler als Stars in Liebhaber-Rollen trifft man auch heute noch nicht im Hollywood Mainstream-Kino an.
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#3 Patroklos