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Jahresrückblick

Höhepunkte des Jahres 2016

2016 war zwar ein schreckliches Jahr mit vielen Tiefschlägen. Aber nicht alles war schlecht. queer.de stellt zehn der Highlights der vergangenen zwölf Monate aus LGBTI-Sicht vor.


Auch ein Highlight: Justin Trudeau nahm in diesem Jahr als erster kanadischer Premierminister an der CSD-Parade von Toronto teil

1. Homophobie geht kontinuierlich zurück
Mit dem kometenhaften Aufstieg der AfD könnte man meinen, dass der Hass in der Mitte der Gesellschaft zunimmt. Allerdings zeigen die Zahlen in Wirklichkeit etwas anderes: Homophobie nimmt in Deutschland ab, ergab eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung. Demnach werten weniger als zehn Prozent der Menschen in Deutschland Homosexuelle ab – ein Jahrzehnt zuvor waren es noch doppelt so viel. Eine Ipsos-Studie kam außerdem zu dem Ergebnis, dass die meisten Deutschen ihr Land für homophober halten, als es eigentlich ist.

Diese Entwicklungen führen auch dazu, dass in Deutschland immer mehr Schwule und Lesben aus ihrer sexuellen Orientierung kein Geheimnis mehr machen. Eine Online-Studie des Berliner Berliner Marktforschungsinstitut Dalia Research zeigte, dass sich in Deutschland mehr Menschen als LGBT identifizieren als in anderen befragten Ländern wie Spanien, Großbritannien, Italien oder Frankreich.

Gleichwohl bleibt Homophobie insbesondere an Schulen weit verbreitet: So kam eine Expertise aus Mecklenburg-Vorpommern zu dem Ergebnis, dass bei schwulen, lesbischen und transsexuellen Jugendlichen Diskriminierung und Ausgrenzung nach wie vor "eine große Rolle" spielten. Zudem wird gerade in sozialen Netzwerken gegen LGBTI gehetzt wie nie zuvor – und auch in der politischen Debatte wird der Umgang dank eines zunehmenden Populismus rauer.

2. LGBTI-freundliche Olympische Spiele
In der 120-jährigen Geschichte der modernen Olympiade gab es noch nie derart LGBTI-freundliche Spiele wie in diesem Sommer in Rio de Janeiro. Dutzende offen schwule, lesbische, bi- oder transsexuelle Athleten nahmen teil, mehr als doppelt so viele wie vier Jahre zuvor in London. Dazu kamen romantische Szenen, wie die öffentliche Verlobung der lesbischen Rugby-Spielerin Isadora Cerullo.

Auch sportlich feierten die LGBTI-Olympioniken Erfolge: Am Ende hieß es zehn Mal Gold, elf Mal Silber und vier Mal Bronze fürs Team LGBTI.

3. Olivia Jones' Einsatz für LGBTI-Rechte
Nachdem Olivia Jones in den letzten Jahren als Vize-Dschungelkönigin durch die RTL-Shows getingelt war, engagierte sie sich 2016 wieder politisch: Für Aufregung sorgte im September ihre Anzeige gegen den sachsen-anhaltinischen AfD-Chef André Poggenburg, weil seine Fraktion Homosexualität mit Kindesmissbrauch in Verbindung gebracht hatte. Die Grünen luden Jones in den Landtag in Magdeburg ein; dort las sie aus ihrem Kinderbuch "Keine Angst in Andersrum" vor. Poggenburg reagierte, indem er den Aktionsplan zur LGBTI-Akzeptanz "eine Schändung von Kinderseelen" nannte. Als erste Dragqueen wird Olivia übrigens im kommenden Jahr als Wahlfrau der Bundesversammlung mitbestimmen, wer unser neuer Bundespräsident wird.

4. REWE entdeckt den Regenbogen
Einer der größten deutschen Supermarktketten hat dieses Jahr eine vorbildliche Akzeptanzkampagne gestartet: Eine vom Vorstand der Kölner Firma unterstützte Initiative des LGBT-Mitarbeiternetzwerks wollte ein Zeichen setzen, dass jeder willkommen ist. Daher begrüßten an vielen Märkten Regenbogenfahnen die Kunden. Mit der ohne viel Tamtam gestarteten Kampagne wolle man signalisieren, dass jeder Kunde und jede Kundin "egal nach welcher sexuellen Ausrichtung sie leben, bei uns willkommen sind."


Bild: Florian Meerheim

5. Trans-Sichtbarkeit in der "Lindenstraße"
1990 war es ein Skandal, als Carsten Flöter in der "Lindenstraße" erstmals einen Mann küsste. 26 Jahre später ist Homosexualität in TV-Serien inzwischen weit verbreiteter, allerdings ist vielen Menschen das Thema Transsexualität nach wie vor suspekt. Daher ist es gut, dass sie die Mietersoap das Coming-out der Figur Marek Zöllig im Sommer zelebrierte. Zazie de Paris spielt im Herbst zudem eine transsexuelle Gastrolle in der vom WDR produzierten Serie.

Auch im US-Fernsehen tauchen vermehrt Trans-Rollen auf. Vorbild ist die Amazon-Webserie "Transparent", die auch dieses Jahr in ihrer zweiten Staffel wieder viele TV-Preise einheimste.

6. Tatort-Kommissar Bottom
Wenn etwas im "Tatort" passiert, nimmt die deutsche Gesellschaft traditionell Notiz. Ein Kommissar, der schwul ist und sich gerne ficken lässt – und das auch noch vor der Kamera – ist etwas, das es bisher noch nicht gegeben hat. Schön!


Bild: rbb

7. Rehabilitierung der Paragraf-175-Opfer
Die Bundesrepublik ließ zehntausende Männer wegen Homosexualität verurteilen. Im Jahr 2016 sieht die Bundesregierung endlich ein, dass dies nicht in Ordnung war. Im Mai kündigte Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) einen Gesetzentwurf zur Rehabilitierung an, nachdem es in der Vergangenheit insbesondere aus der Union erheblichen Widerstand gegeben hatte. Zwar gibt es nach wie vor Auseinandersetzungen mit der Opposition, wie die Rehabilitierung umgesetzt wird. Einzugestehen, dass auch eine Demokratie Fehler machen und die Rechte ihrer Bürger verletzen kann, ist dennoch ein großer Schritt.

8. Lesbische Ikone Ellen DeGeneres erhält "Medal of Freedom"
Es war wohl einer der bewegendsten Momente des Jahres: Im November verlieh der scheidende Präsident Barack Obama zum letzten Mal die "Presidential Medal of Freedom", eine Art US-Bundesverdienstkreuz. Dabei zeichnete er 21 Personen aus, unter anderem auch die lesbische Entertainerin Ellen DeGeneres, die den Preis mit Tränen in den Augen entgegennahm.

Man könne heute leicht vergessen, "wie viel Mut es Ellen gekostet haben muss, sich vor rund 20 Jahren zu outen", erklärte Obama, der im Sommer wie der kanadische Premier Justin Trudeau die CSD-Saison eröffnet hatte, bei der feierlichen Verleihung. Und tatsächlich: Ellens Coming-out in ihrer Sitcom 1997 veränderte die TV-Landschaft und führte dazu, dass Serien wie "Will & Grace" oder "Queer as Folk USA" erst möglich wurden. Die Sichtbarkeit von LGBTI-Rollen im Fernsehen ist seither sprunghaft angestiegen – und diese Rollen, das zeigen Studien, erhöhen die Sensibilität der Zuschauer für politische Forderungen von sexuellen Minderheiten.



9. Kolumbien öffnet als einziges Land 2016 die Ehe
Wie einfach die Ehe-Öffnung sein kann, bewies der Oberste Gerichtshof von Kolumbien: Das "Corte Constitucional de Colombia" verwies auf das Diskriminierungsverbot in der Verfassung – und überstimmte damit besorgte Abgeordnete, die wie in Deutschland Angst haben, dass die gleichgeschlechtliche Ehe irgendwie Heteros schaden könnte. Damit ist Kolumbien das einzige unabhängige Land, das im Jahr 2016 Schwule und Lesben im Eherecht gleichgestellt hat. Hinzu kommen Beschlüsse in den britischen Territorien Gibraltar, Guernsey und Isle of Man sowie in der dänischen Inselgruppe Färöer, umgesetzt wurde die Ehe-Öffnung zudem in Grönland. Auch die Cherokee-Indianer vermählen inzwischen gleichgeschlechtliche Paare.

Kolumbien hat sich in einer weiteren Frage vorbildlich verhalten: Im Friedensvertrag mit den FARC-Rebellen hat die Regierung nicht vergessen, LGBTI-Rechte zu etablieren. Der Vertrag wurde Anfang Dezember von den Abgeordneten gebilligt.

10. Italien erkennt Lebenspartnerschaften an
Es war eine schwierige Geburt: Im Mai konnte der italienische Präsident Sergio Mattarella endlich das italienische Lebenspartnerschaftsgesetz unterzeichnen, wenn auch nur eine abgespeckte Version. Italien ist das letzte der westeuropäischen Länder, das diesen Schritt vollzieht. Vorausgegangen war ein jahrelanger Streit, in dem nicht nur die politische Rechte unter Silvio Berlusconi lange eine Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Paaren blockierte, sondern insbesondere der Einsatz der katholischen Kirche.

Bereits 2007 hatte die damalige Mitte-Links-Regierung von Ministerpräsident Romano Prodi geplant, Lebenspartnerschaften einzuführen. Das Projekt scheiterte aber am Widerstand einer kleinen katholischen Partei, die einer Neun-Parteien-Koalition angehörte. Auch damals hatten katholische Gruppen Massendemonstrationen gegen die Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Paaren organisiert.

Am Freitag werden wir die Tiefpunkte des Jahres veröffentlichen. Davon gab es einige…

Wöchentliche Umfrage

» Deine Aussichten fürs neue Jahr: Wie wird 2017?
    Ergebnis der Umfrage vom 26.12.2016 bis 02.01.2017


#1 Paulus45Anonym
  • 29.12.2016, 13:53h
  • Hier mein LGBT-Ranking 2016:

    Platz 1) Eheöffnung in Kolumbien, Eheöffnung in Grönland (am 1. April 2016 in Kraft getreten); Eheöffnungsbeschlüsse auf den Faröerinseln, Gibraltar, Guernsey und der britischen Isle of Man
    Platz 2) Lebenspartnerschaftsinstitut in Italien und in Estland
    Platz 3) Gesetzentwurf zur Aufhebung der Urteile nach § 175
    Platz 4) Weiterer Rückgang der Homophobie in der einheimischen, deutschen Gesellschaft (bei Zuwanderer schaut es leider anders aus)
    Platz 5) Legalisierung auf den Inselstaaten Seychellen und Nauru sowie in Belize ("dafür aber leider Illegalisierung im Tschad")
    Platz 6) Kirchliche Trauungen werden ermöglicht in der EKD-Landeskirche Rheinland, in der EKD-Landeskirche Baden und in der EKD-Landeskirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz
    Platz 7) Kirchliche Trauungen werden in der Anglican Church of Canada ("in der anglikanischen Episkopalkirche in den Vereinigten Staaten bereits vor einigen Jahren") und in der Presbyterian Church (USA) erlaubt
    Platz 8) Weitere offen geoutet lebende homosexuelle Bischöfe werden gewählt: Bischöfin Karen Olivieto in der United Methodist Church, Bischof Nicolas Chamberlain in der Anglican Church of England und Bischof Kevin Robertson in der Anglican Church of Canada
    Platz 9) Eine Reihe erfolgreicher offen geouteter LGBT-Profisportler bei Olympia mit Medaillien: LGBT-freundliches Olympia in Rio
    Platz 10) Entertainerin Ellen DeGeneres: Medal of Freedom
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#2 Tommy0607Profil
  • 29.12.2016, 18:07hEtzbach
  • Schaun wir mal , ob die Homophobie und Rassismus 2017 weniger wird .
    Das die Toleranz wird und Minderheiten akzeptiert werden :
    Egal welche Religion , Sexualität oder Herkunft sie haben .
    Das man lieben kann wem man will , egal ob Mann oder Frau.
    Das die Politik in Deutschland endlich die Ehe für alle einsetzt ;
    und es nicht "gewisse " Unterschiede gibt .
    Und das sollen endlich auch mal die konservative , besorgte Menschen verstehen .
    Denn wenn DIE es nicht verstehen ; handeln sie nicht menschlich .
    Und somit auch nicht Christlich oder sonst wie Religiös!
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#3 TheDadProfil
#4 Real LifeAnonym
  • 29.12.2016, 22:28h
  • Antwort auf #3 von TheDad
  • Dann hoffen wir mal, dass sich die Realität an das hält, was die Parteistiftung der Agenda-2010-Spezialdemokraten (die seit Jahren lieber rechte Politik zuerst mit den Grünen und seither mit der CDU macht, als linke Mehrheiten zu erkämpfen und vorhandene zu nutzen) für "weniger" oder "nicht homophob" hält.
    Es gab und gibt in jüngerer Vergangenheit auch deutlich andere Zahlen:

    www.queer.de/detail.php?article_id=26358

    Im Alltag und in den Medien, wo Schwule und Lesben so unsichtbar sind und gemacht werden wie eh und je (was nichts anderes ist als ein permanenter und täglicher Anschlag auf die Gesundheit und Existenz gerade junger, homosexuell empfindender Menschen), während sich die Homo-Hasser und Rassisten in allen "öffentlich-rechtlichen" Programmen die Klinken in die Hand geben und überhaupt rechte bis neofaschistische Stimmungsmache nahezu die gesamte politische und gesellschaftliche "Debatte" bestimmt, sieht es auch eher nach Rechtsverschiebung aus als nach irgendetwas anderem. Zudem könnte man sich mal mit immer aggressiveren, inzwischen ebenfalls als völlig "normal" verkauften (Hetero-) Sexismen in Massenmedien und Werbung im Rahmen der dominierenden Geschäftsmodelle auseinandersetzen.

    Wenn also mit fragwürdigen Zahlen der Eindruck erweckt wird, die gesamte scharfe Rechtsverschiebung, die innerhalb kürzester Zeit, nicht zuletzt durch mediale Stimmungsmache, die Neofaschisten in die Parlamente gepu(t)s(c)ht und teilweise auf über 20% gebracht hat, bleibe folgenlos für das soziale Klima insgesamt, nur weil die ex-sozialdemokratischen Agendisten (und ihre Freunde von den "Grünen"), die für die Rechtsverschiebung wesentlich verantwortlich sind, die von ihnen angerichteten gesellschaftlichen Verwüstungen schönreden wollen, dann ist das leider kein Höhe-, sondern ein Tiefpunkt.
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#5 RobinAnonym
  • 30.12.2016, 10:19h
  • "7. Rehabilitierung der Paragraf-175-Opfer"

    Ist das nicht ein wenig voreilig gelobt?

    Bisher ist es nicht mehr als eine Ankündigung. Und im Ankündigen und Versprechen ist die SPD ja immer ganz groß. Die Frage ist, was wirklich daraus wird.

    Ich persönlich fürchte immer noch, dass das nur ein Manöver ist, um vor der nächsten Wahl zu sagen "Leider hat die Umsetzung nicht mehr rechtzeitig funktioniert. Falls Ihr das wollt, müsst Ihr uns wählen." Und wenn das so kommt, war das von Anfang an so geplant, um uns wieder mal vor der Wahl verarschen zu können.

    Ich lasse mich gerne eines besseren belehren, bleibe aber bis zum Beweis des Gegenteils skeptisch - dafür wurden wir einfach viel zu oft von der SPD enttäuscht.
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#6 stromboliProfil
  • 31.12.2016, 09:08hberlin
  • was haben gabalier , gauland, lindner ,palmer & kretschmann gemeinsam, und was macht sie kompatibel mit kelle, storch, beverförde , petry und co., und was haben ihre geistigen mitläufer wie orthogoalquerfront, paulus45 u.a. für eine wirkung als wegbereiter hier im forum...

    Die ersten fünf genannten stehen für wortspielerei.. man darf öffentlich drüber nachdenken was einem an "begriffen" zu personenkonstrukten missfällt, ohne für den dahinterstehenden paradigmenwandel als gefahr fürs gesamtgesellschaftliche zusammenleben zu begreifen.

    Hier lässt sich ablesen, wie weit die sozialen brüche , der abbau sozialer rechte das denken und handeln der gesellschaft bereits zersetzt hat.

    Weiter lässt sich herauslesen, dass in dem versuch diese brüche mittels konstruierter-fahrlässig zugelassener konflikte ( flüchtlingsfrage, prekäres einkommen, unsichere haushaltsplanung -rente und arbeitsperspektiven..etc. ) eine spaltung der interessensgruppen erreicht wurde, die tief in die gesellschaft hineinreicht.

    War man zuvor in zeiten des "gefühlten wohlstandes" bereit, auch über gesellschaftliche widersprüche nicht nur hinwegzusehen sondern sogar partiell nicht mehr haltbare gesellschaftskonstrukte zu "reformieren", ist man nun bereit , genau den umgekehrten weg, den der rücknahme zugestandener "freiräume zu gehen.

    Sprachlich wird dies abgesichert durch die populistische herstellung der belanglosigkeit des umstrittenen ..
    "Homos sollen gefälligst nicht so sichtbar sein, trans sollten auf ihre psyche hin untersucht werden" ( hier perfide das "krankheitsbild betonend und die "behandlungsanleitung als hilfe darstellend..).
    Sehen wir das mal unter zunehmend offen neofaschistischem rollback!

    Dumpfbacken , geistige heterograpscher wie der vollidiot gabalier und seine sexistischen musikalischen tagträume vom mann/frau -bild, sind der bodensatz volkspopulistischer gemeinsamkeit, die zote und moralapostel inhaltlich zusammenführen lassen.

    Ginge es nur um ihre männlich/weiblichen heteronormativen vorteile fürchtenden zwangsheterosexuellen, könnte man hier ein gegenbild entwerfen, der diese gefühligkeit ad absurdum führt.
    So aber verbindet sich absurde zwangsheterosexualität mit politischer zwangsneurose.
    Einer neurose, die tiefer geht als nur der oberflächlichen frage nach gleichheit sexueller identitäten.
    Die nämlich könnte/konnte man noch integrieren in dem kapitalistischen überbau so abweichendes auch einen profit versprechen..
    Selbst religionen ständen da zwar mit abwehr, aber auch nicht unüberwindbar angesichts schwindender mitgliedszahlen trotz zwangstaufe etc..

    Sind die erstgenannten 5 männer mit teils unterschiedlicher biographie ( interessant hierbei: alle mit religiösem hintergrund/elternhäusern!) , vertreter einer um ihre männliche überlegenheit kämpfenden, sind die sie inhaltlich bestätigenden frauen, jenes abfallprodukt einer fehlgeleiteten frauenemanzipation, die nur noch um quoten kämpft, aber inhaltlich die herrschaftsfrage nicht mehr zu stellen in der lage ist.
    Auch hier wieder die klammer religion als legitimationsgrundlage!

    Also wird man mangels idee oder fehlender intelligenz (wissensdrang!), zum sachverwalter einer bindenden idee ,dass beide geschlechter trotz herrschaftunterscheidung verbinden konnte: die heterosexualität in der heteronorm als gesellchaftlichen überbau, ihren vollstrecker selbst erfindet.
    Mann"/ frau so teil einer klassengesellschaft ,selbst das urbild der klassenunterschiede abbilden.
    In der partiarchatisch/matriarcharichen familie lassen sich diese gegensätze wiederum überdecken dank rollenteilung.

    Das der altnazi gauland seine nationalistich/völkischen gedanken mit sexualpolititischen verbindet, ist gleichzeitig ein versuch, auf aktuelle konflikte aufzuspringen, sich so einem modernistichen anschein der teilhabe am öffentlichen diskurs zu geben.
    Einer "aktualität, die er aber selbst mit hilfe anderer vom zaun gebrochen hat.
    Seine "schlüsse allerdings haben andere wurzeln..Das hat der direkt aus der nazivererbungslehre übernommen.
    Eben ein vollnazi!

    Hat man mal angenommen, patriarchat und matriarchat seinen unvereinbare gegensätze, erkennt man nun, das sie beide auf dem selben ideologischen urboden gedeihen: heteronormativität!
    Austauschbar nur um die jeweilige deutungshotheit ringend.

    Was aber unterscheidet den palmer, den kretschman von einer kelle,storch und beverförde, von einem gauland oder lindner?
    Ist fdp halt doch nur die afd ohne den nationalfaschistischen anhang.., inhaltlich im wirtschaftlichen die selben ausbeutungsparolen produzierend...
    Somit wäre das bürschchen lindner heruntergebrochen auf einen schwesterwelle/möllemann aufguss..
    eben ein mehrfach benutzter tee/windbeutel , ein dünner aufguss.

    Hat man noch angenommen, die lektüre von marx macht einen palmer-kretschmann resistent für völkisches geschmäckle und sexuelle notdürftigkeit, wie sie gabalier/gauland absondern, zeigt sich, dass die realpolitik zur beliebigkeit veführt, dem machtanspruch das moralisch/ethische bewusstsein verloren geht , so es überhaupt jemals vorhanden war!
    Da kann man in den lehrseminaren des kbw'ubtisch, von K. Marx e twas über den haupt und nebenwiderspruch der rollenteilung von mann &frau im kapital gelesen haben...
    Wenns aber um machtausübung geht , wird dieses wissen zugunsten einer kapitalistischen lesart des teilen um zu herrschen, gebeugt.

    Selbst als überzeugung angereichertes wissen wird zwecks macht, teil der sich "neu"formierenden mehrheit sein/bleiben zu wollen, über bord geworfen.
    OpportunistInnen übernehmen das ruder.

    Frauen dürfen nun um quoten ringen, gelichgeschlechtliche sich mit den zweitklassigen partnerschaftsgedöns herumschlagen.
    Das familienbild, eigentlich längst durch lebensbedingte umbrüche als scheiterndes konstrukt sichtbar geworden, wird mühsam restauriert.. und wir helfen fleißig mit farbe und angeblicher vielfalt ...

    Rekonstruiert wird der neobaroke heteronormative triptychon aus neu erzwungener sexueller privatheit, offizieller mehrheitsorientierung und juristisch gedulteter unterordnung.

    Gewiss, die übergänge sind noch fließend und nicht jedem sichtbar.
    Aber die dynamik nimmt zu, die umbrüche und zweifelnden rückfragen ala lindner-gabalier-gauland-palmer-kretschmann und unserer frauenriege werden lauter und häufiger.

    Sie werden auch zunehmend aus dem scheinbar politischen herausgenommen und zur privatäusserung, siehe den gabalier- hetenarsch.
    Hier manifestiert, verfestigt sich, was mit dem political incorrekt seinen anfang nahm.. "man wird doch mal drüber nachdenken dürfen"..
    es lebe die meinungsfreiheit.

    Und die frauenriege?
    Die darf die ihr zugestandene rolle der frontflaggenträger/Innen spielen.
    Wird frau=mutter doch auch die meinungshoheit über soziales zugeschrieben ( so sie nützlich sich gibt...) , man ihrem sachurteil mittlerweile parteiübergreifend folgt ohne den inhalt auf auffälligkeiten hin abzuklopfen...
    Da darf frau storch-kelle-beverförder in heteronormativer einigkeit sich über sexuell abweichendes auslassen um mit "aktuellen" angstpsychosen wie zuwanderung&flüchtlingskonflikt sich eine mittige gefühlslage zukommen zu lassen nach der devise; wenn man im einen mehrheitsmässig recht bekommt, kann man im anderen ja nicht falsch liegen.

    Weil als frau ja zudem unverdächtig im umgang mit dem schwulen mann kann man das schwul-männliche ja auch in frage stellen.. So zumindest die immer noch herrschende meinung aus vergangenen feminismuszusammenhängen, auf denen sich diese selbstdefinierten "neufeministInnen" breit machen.
    Nicht umsonst sind da mittlerweile frauen die frontskrieger gegen homos , insbesondere dem männlichen als verführer ihrer schutzwürdigen kinder.
    Zwar wird da auch die weibliche homosexualität kritisiert, aber die männliche als die eigentliche bedrohung herausgehoben..
    same procedure as every time!

    Hier schließt sich dann der kreis der opportunisten.. im eigenen kreis, in der eigenen community und der frage, was haben gestalten wie orthonogalfront und paulus gemeinsam mit obig abgehandelten..
    Hier, wo alltagspolitisches nach zweierlei maß&eigeninteresse ausgelegt werden will.
    Wobei die eigeninteressen immer im vordergrund zu stehen haben..
    Eine bei beiden auffallende grundargumentation, aus der sie immer ihr rechthaben abzuleiten suchen.

    Auch hier diese auffallende rollenverteilung.
    Frau nutzt den doppelten betroffenheitsbonus, um ihre gesellschaftspolitischen vorstellungen einer zweiklassengesellschaft zu festigen.. ; hier die immer schon dagewesenen mit einem konflikt gegenüber uneinsichtigen die man zu überzeugen sucht, dort die hinzukommenden , denen man weder zutraut sie überzeugen zu können, noch sie mengenmässig unterdrücken zu können.
    Der religiote missionar mit der religiösen leihformel ebenfalls sein mehrtklassensystem konstruiert...
    Partizipierende teilhabe am gesamtsozialen wird heruntergebrochen auf nützliches und unnützes soziales, untermauert teils mit offen nationalistichen, rassistischen und xenophoben ausrutschern.

    Frauen und religiöse dürfen sich diese ideologie leisten, weil ja unverdächtig ...

    Mal aus konstruierter betroffenheitspolemik, mal aus religioter ignoranz munitioniert, gibt es ein sperrfeuer gegenüber einer unabdingbar sich öffenden gesellschaftsidee, die alle belasteten, bedrohten und verfolgten einzubinden sucht und in schutz nimmt vor den übergriffen eines universums von gabalier gauland palmer kretschmann storch kelle beverförde petry paulus mum.

    Hier scheiden sich dann die geister.. jene in restaurative machtinteressen, andere in progressive sicht aufs ganze.
    Ich hoffe, das einige hier im neune jahr nicht auf diese perfide selbstbeschränkung hereinfallen, sondern sich ein neues drängen nach neuen ufern herausbildet..
    Eine solidargemeinschaft, die jeden gleich und ohne unterscheidung einbindet und mitnimmt.

    Das wünsch ich mir und euch verständigen hier fürs neue jahr..
    gruss an die benörgelte redaktion ob des umbaus..
    nobody is perfect.. wie schon daphne/jerry im abspann zu "manche mögen's heiß " feststellt.
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#7 Patroklos
#8 SebiAnonym
  • 31.12.2016, 10:34h
  • Für mich war auch ein Jahres-Highlight die Drittklässlerin, die einen heteronormativen Lückentext korrigiert hat und mal eben so nebenher gezeigt hat, dass Drittklässler oft viel intelligenter und weltoffener sind als manche Politiker, die ein Problem mit Aufklärung an Schulen haben:

    www.queer.de/detail.php?article_id=27291
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#9 stromboliProfil
#10 FennekAnonym
  • 31.12.2016, 21:04h
  • Manchmal können Tiefpunkte auch zu Höhepunkten werden.

    Ich weiß jetzt z.B. welche Parteien ich definitiv nicht mehr wählen werde. Die Auswahl bei kommenden Wahlen wird dadurch viel einfacher...
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