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Polizeibericht

Berlin: Schwules Paar homophob beleidigt und geschlagen

In der Schönhauser Allee griffen zwei Unbekannte zwei Männer, die Arm in Arm gingen, und einen Bekannten an.


Die Berliner Polizei vermeldet in ihren Polizeiberichten mutmaßliche homo- und transfeindliche Hintergründe einer Tat (Bild: Sebastian Rittau / flickr)

Zwei bisher Unbekannte haben in der Nacht zum Freitag in Prenzlauer Berg drei Männer homophob beleidigt und zwei von ihnen geschlagen. Nach Angaben eines 28-Jährigen sei dieser gegen 4.45 Uhr Arm in Arm mit seinem 27 Jahre alten Freund in der Schönhauser Allee unterwegs gewesen. Das Paar war in Begleitung eines 26-jährigen Bekannten.

Plötzlich seien zwei ihnen unbekannte Männer auf sie zugekommen und hätten begonnen, sie homophob zu beleidigen. Als die drei darauf nicht reagierten, seien ihnen die Unbekannten gefolgt. Einer der beiden habe dann dem 26-Jährigen mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen. Als der 27-Jährige daraufhin dazwischen gegangen sei, bekam er nach seinen Angaben von dem aggressiven Unbekannten einen Faustschlag ins Gesicht. Anschließend flüchteten die Angreifer.

Die beiden Geschlagenen erlitten leichte Verletzungen. Die Ermittlungen wegen Körperverletzung dauern an.

Polizei erfasst homo- und transphobe Gewalt konsequent

Anders als in anderen Städten informiert die Berliner Polizei in ihren Presseberichten regelmäßig über Straftaten mit einem mutmaßlich homo- oder transfeindlichen Hintergrund. Häufig, wenngleich noch nicht in diesem Fall, wird dabei erwähnt, dass der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin die Ermittlungen übernommen habe.

Im November hatte die Berliner Polizei anlässlich der Verleihung des Respektpreises ihre aktuelle vorläufige Statistik homophober und transphober Straftaten vorgestellt (queer.de berichtete). Für Januar bis Oktober 2016 wurden demnach 113 Vorfälle statistisch erfasst. Im selben Zeitraum des Vorjahres waren es 107 Straftaten. Die Tatorte waren vorwiegend in Mitte, Kreuzberg und Schöneberg.

Im abgeschlossenen Bericht "Politisch motivierte Kriminalität in Berlin 2015" wurden schließlich 105 Fälle erfasst, mit einer Aufklärungsquote von 42 Prozent (2013: 132 Fälle, 2014: 80). In 38 Fällen handelte es sich um Gewaltdelikte (2013: 46, 2014: 26), die Aufklärungsquote betrug hier zwischen 28 und 46 Prozent. "Die Höhe der Fallzahlen im Unterthema 'sexuelle Orientierung' hängt von verschiedenen Faktoren ab", schreibt die Polizei dazu. "Neben dem tatsächlichen Fallaufkommen spielen vor allem die Anzeigenbereitschaft der Opfer bzw. Geschädigten sowie möglicher Zeugen eine wichtige Rolle."

Die Polizei bietet auf ihrer Webseite gezielte Ansprechpartner sowie Informationen für LGBTI. (pm/cw)



#1 HabukazProfil
  • 30.12.2016, 10:15h
  • Was wird dagegen unternommen? Was tut die Polizei? Was tuen die Länder und der Staat, um den Hass entgegen zu wirken? AfD Wähler besänftigen. Bloß keine Aufklärung in den Schulen. Da wird schwulen Jungs von klein auf beigebracht, was sie zu ertragen haben.
    Aus menschenverachtendem Hass werden uns gleiche Rechte verweigert. Selbst wenn die Eheöffnung eimal kommen sollte, dann werden die Kirchen immer Sonderrechte bekommen, damit sie uns eine kirchliche Hochzeit verweigern dürfen. Und dass alles auch noch mit Steuern bezahlen.
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#2 BildungAnonym
  • 30.12.2016, 10:23h
  • Und die Politik diskutiert immer noch darüber, ob man an Schulen Homo- und Transsexuelle als gleichwertig darstellen darf und ob man überhaupt diese Themen erwähnen darf.
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#3 ConstantinAnonym
  • 30.12.2016, 10:57h
  • Wenn Politik und Religionen ein Klima der Homophobie erzeugen, darf man sich nicht wundern, wenn in diesem Klima auch homophobe und transphobe Gewalt und Mobbing immer weiter zunehmen.
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#4 panzernashorn
  • 30.12.2016, 12:00h
  • Dagegen hilft doch nur:

    Aufklärung, Aufklärung und nochmals Aufklärung.

    Bildung, auch gegen den Willen Ewiggestriger.

    Die ganzen irrgeleiteten Hassgestalten, wie Kelle, Beverförde und Co gehören im gleichen Ansatz wegen Volksverhetzung angeklagt anstatt ständig noch politisch hochgeputscht und hofiert.
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#5 Paulus45Anonym
  • 30.12.2016, 15:57h
  • "Anders als in anderen Städten informiert die Berliner Polizei in ihren Presseberichten regelmäßig über Straftaten mit einem mutmaßlich homo- oder transfeindlichen Hintergrund. Häufig, wenngleich noch nicht in diesem Fall, wird dabei erwähnt, dass der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin die Ermittlungen übernommen habe."

    --> Es ist ein SKANDAL, das in anderen deutschen Großstädten wie in Hamburg, wie in Köln oder auch wie in Frankfurt über homophob motivierte Straftaten die Polizei nicht in Ihren Presseberichten regelmäßig informiert.

    Das in Klein- und Mittelstädten die Polizei hier nicht agiert, kann ich noch nachvollziehen wegen der geringeren Anzahl dort lebender homosexueller Menschen. ABER auch in Hamburg, in Köln oder auch in Frankfurt erwarte ich von der Polizei das die Presseberichte homophob motivierte Straftaten gesondert ausweisen und darstellen.
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#6 seb1983
  • 30.12.2016, 16:05h
  • Antwort auf #3 von Constantin
  • Gewalt und Körperverletzungen nehmen leider allgemein zu. Da reihen sich Schwule nur in die Statistik ein.

    Man tritt auch keine Frauen U-Bahn Treppen runter, schlägt Renter auf Bahnsteigen tot oder Mädchen auf Mc Donals Parkplätzen, und Obdachlose zündet man auch nicht an.

    Die Faust sitzt inzwischen oft sehr locker in der Tasche. Liegt einer auf dem Boden wird noch kräftig nachgetreten.

    Da läuft etwas gesamtgesellschaftlich schief!
    Der Politik kann man dabei Untätigkeit vorwerfen, befeuert wird so eine Macho Kultur die man längst glaubte überwunden zu haben aber sicher aus einer anderen Ecke.
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#7 HabukazProfil
  • 30.12.2016, 17:32h
  • Antwort auf #6 von seb1983
  • Das waren auch nicht die ersten schwulen Männer, die in jüngster Zeit angegriffen wurden. Und trotzdem kommt das nicht in die Massenmedien. Aber die Tretgeschichte schafft es. Das Opfer war eine Frau. Eine deutsch aussehende Frau. Attackiert ohne Provokation. Das gilt für die Schwulen natürlich nicht. "Deren bloße Existenz ist ja Provokation genug. Ist ja auch nervig, wenn die in der U-Bahn so Rumtucken. Außerdem sind das vielleicht keine richtigen Männer, aber auch keine wehrlosen Frauen. Die hätten sich verteidigen können. Und was wenn unsere Leser und Zuschauer homophob sind? Nein, so eine Geschichte bringen wir nicht."
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#8 seb1983
#9 TheDad
  • 30.12.2016, 18:58h
  • Antwort auf #5 von Paulus45
  • ""--> Es ist ein SKANDAL, das in anderen deutschen Großstädten wie in Hamburg, wie in Köln oder auch wie in Frankfurt über homophob motivierte Straftaten die Polizei nicht in Ihren Presseberichten regelmäßig informiert.""..

    Es ist vor allem ein Skandal das es keine Berichte dazu aus Münster gibt..
    Oder aus Haltern am See, aus Oberammergau, aus Eutin und Plön, aus Dransfeld, Schönebeck, Güstrow, Rottweil und Sigmaringen, aus Siegen, von Rügen, aus Konstanz und aus Achim oder Oyten, aus Warstein, Braunfels und Greiz, und aus vielen Hundert anderen Dörfern und Kleinstädten der Republik..

    ""Das in Klein- und Mittelstädten die Polizei hier nicht agiert, kann ich noch nachvollziehen wegen der geringeren Anzahl dort lebender homosexueller Menschen.""..

    Negation des Offensichtlichen ?
    Verbunden mit dem Unsinn, wo wenig Menschen leben, würde auch wenig passieren ?

    Was dann die Illussion erschafft, wo wenige LGBTTIQ*-Menschen leben würden, da würde ihnen auch weniger passieren ?
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#10 TheDad