Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?2791

In "Party Monster" zeigt sich Macaulay Culkin ("Kevin - Allein zu Haus") als schrille Tunte.

Von Micha Müller

Ende der 80er Jahre bestimmte ein Name die Club-Szene von Manhattan: Michael Alig war der unumstrittene Party-König, dessen schrille sex- und drogenreiche Events die gelangweilten Kids der New Yorker Upper-Class begeisterte. Die Themen seiner Partys kreisten oft um Blut und Gewalt; je ausgefallener die Kostüme waren, umso besser. Häufig streifte Alig mit diesen Veranstaltungen den Rand der Illegalität, den Behörden von New York war er von Anfang an ein Dorn im Auge.

Bereits 1998 drehten die Regisseure Fenton Bailey und Randy Barbato eine Dokumentation über das wilde Leben von Michael Alig, der seit 1997 wegen Mordes im Gefängnis sitzt. Fünf Jahre später beschlossen die beiden, aus Aligs Leben einen Spielfilm zu machen. Der Streifen errang vor allem Bekanntheit, weil er dem ehemaligen Kinderstar Macaulay Culkin, der mit "Kevin - Allein zu Haus" berühmt wurde, zu einem spektakulären Comeback verhelfen sollte.

"Party Monster" schildert, wie Michael Alig voller Träume und Hoffnungen Ende der 80er nach New York flieht, weil er zu Hause wegen seines Schwulseins nicht akzeptiert wurde. Auf einer Szene-Party lernt er den schrillen James St. James (Seth Green, der Scott aus den "Austin Powers"-Filmen) kennen und ist fasziniert davon, dass hier scheinbar jeder so leben und sein kann, wie er will. James wird sein Mentor, und gemeinsam steigen die beiden mit ihren immer exzessiveren Partys zu den Königen von Manhattan auf. Doch die Drogen fordern ihren Tribut, und Michael Alig wird zum Mörder, als er seinen Mitbewohner im Drogenrausch foltert und schließlich mit einem Hammer tötet.

Von der Kritik nahezu einhellig verrissen, bietet Party Monster dennoch einen interessanten Einblick in das New Yorker Party-Leben, das häufig einziger Lebensinhalt einer gelangweilten Generation war. Macaulay Culkin spielt Michael Alig als aufgedrehte Tunte und bürstet sein Image gewaltig gegen den Strich. Leider scheint er mit seiner Rolle etwas überfordert zu sein, denn seine Mimik und Gestik wirken aufgesetzt und unglaubwürdig. Wesentlich besser spielt Seth Green, dem man den zwischen glamouröser Selbstdarstellung und tiefen Selbstzweifeln geplagten James St. James jederzeit abnimmt. Wer sich Anregungen für sein nächstes Party-Kostüm holen, die 80er Jahre im heimischen Wohnzimmer genießen oder sich einfach über Culkins Schauspielversuche amüsieren will, für den ist der Film genau das Richtige. Die bei Mc One erschienene Doppel-DVD enthält unter anderem die Original-Dokumentation und taugt hervorragend als Party-Scheibe.

11. Mai 2005