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Über 30 Jahre altes Video

Netflix zeigt homophobe Tirade von Eddie Murphy

1983 zeigte sich Eddie Murphy bei einem Auftritt von seiner homophoben Seite. Die Tirade, für die er sich bereits vor Jahren entschuldigt hatte, ist nun bei Netflix zu sehen.


Vor 33 Jahren warnte Eddie Murphy in "Delirious" vor Schwulen, die angeblich Heterosexuelle mit Aids bedrohten

US-Blogger haben Netflix scharf kritisiert, weil der Streamingdienst das über drei Jahrzehnte alte Comedy-Special "Delirious" von Eddie Murphy in sein Programm aufgenommen hat, in dem der Comedian gegen Homosexuelle hetzt. Das Machwerk sei "aus unerklärlichen Gründen auf Netflix aufgetaucht und kann jetzt gestramt werden", beschwerte sich etwa das Portal "Queerty" vor wenigen Tagen.

Das Video ist auch im deutschen Netflix verfügbar. In der Beschreibung des Videos heißt es, dass Murphy die Zuschauer begeistern würde "mit unzensierten Beobachtungen und Parodien in dem verrückten Stand-up Comedy-Stil, der ihn so bekannt gemacht hat".

Schwules Aids an den Lippen der Freundin

Der damals 22-Jährige Jungkomiker eröffnete 1983 seine rund 70-minütige Standup-Comedy-Show mit den Worten: "Ich habe Regeln, wenn ich Standup mache. Schwuchteln dürfen sich nicht meinen Arsch anschauen, wenn ich auf der Bühne stehe. Darum hüpfe ich die ganze Zeit hin und her." Danach machte er sich minutenlang über Schwule lustig und stellte sie als Gefahr für Heterosexuelle wie ihn selbst dar: "Es macht mir Angst, weil die Mädels mit ihnen rumhängen. Eine Nacht haben sie Spaß mit ihrem schwulen Freund und geben ihnen einen kleinen Kuss. Und dann kommen sie mit Aids an den Lippen nach Hause. Und dann fünf Jahre später heißt es: "Herr Johnson, Sie haben Aids.' 'Aids? Aber ich bin doch nicht homosexuell.' 'Ja, sicher, Sie sind nicht homosexuell."

Murphy wiederholte diese homophoben Witze über mehrere Jahre. So beschwerte er sich 1987, dass er nicht mehr nach San Francisco gehen könne, weil dort "Schwuchteln" an den Flughäfen seine Einreise verhindern würden.

Erst Jahre später waren dem Komiker diese Auftritte peinlich: 1996 veröffentlichte er eine Entschuldigung, in der er die Aussagen als Jugendsünde beschrieb. Zu diesem Zeitpunkt drehte er gerade einen Film in San Francisco. Er behauptete damals, er sei nun "besser informiert" über Aids. Es sei unfair, ihn deshalb noch zu kritisieren. "Ich bin nicht homophob und nicht anti-gay", so Murphy in einer Pressemitteilung. "Ich weiß, dass Aids ein ernstes Problem in aller Welt ist. Ich weiß, dass Aids nicht lustig ist. Es ist 1996, und ich weiß jetzt mehr über Aids." Er und seine Frau hätten bereits für die Aids-Forschung gespendet. Außerdem erklärte Murphy, dass Menschen, die ihm nahe stehen würden, an Aids gestorben seien. (dk)



#1 JustusAnonym
  • 02.01.2017, 14:56h
  • "Murphy wiederholte diese homophoben Witze über mehrere Jahre. "

    Eddie Murphy ist und bleibt halt homophob. Er zeigt das nur heute nicht mehr so offen, um massenkompatibel zu bleiben und seine Millionen-Einnahmen nicht zu gefährden. Denn Geld ist im Zweifel immer das stärkste Argument.

    ################################

    "Es ist 1996, und ich weiß jetzt mehr über Aids."

    Aha. Und wenn HIV wirklich über Küssen übertragen werden könnte, würde er weiter so denken wie damals?
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#2 Stephen
  • 02.01.2017, 17:11h
  • Antwort auf #1 von Justus
  • Wer ist Eddie Murphy? Er hat sein Zeitalter gehabt, von Ihm gibt es seit Jahren keine herrausragenden Erfolge mehr zu verzeichnen. Keiner will Ihn mehr sehen geschweige denn hören.
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#3 Steve2Anonym
  • 02.01.2017, 17:29h
  • Keine Ahnung, wieso Netflix SO ETWAS in sein Programm aufnimmt. Ich schaue mal, ob es in ein paar Wochen noch im Programm ist - falls ja, kündige ich mein Abo und gehe zu Amazon Prime. Mag ja sein, dass Menschen dies in den frühen 80er Jahren lustig fanden. Ich bin der Meinung, dass es heute einfach nur unangebracht ist.
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#4 NeoGAnonym
  • 02.01.2017, 18:06h
  • Antwort auf #3 von Steve2
  • Ich habe reingeguckt. Der Party wäre selbst für das proletigste heutige Publikum UNLUSTIG. Aber aus Sicht der 80er hat das vornehmlich schwarze Publikum gebrüllt bei jedem flachen Schwulenwitz...
    Wer US-Standups aus den 80ern streamt, schaut sich das also im historischen Kontxt an und weiß 30 Jahre später dank Aufklärung und Kontroverse auch, dass AIDS nicht nur Schwule betrifft, nicht durch Küssen übertragen wird - damals wusste man das nicht.
    Da müsste man Mary und Gordy anschauen und deren rassistischen und frauenfeindlichen Witze begutachten (und da sind heutige Travesteure manchmal nciht besser).
    Also, für mich KEIN GRUND ZUR AUFREGUNG. Und das Programm bei Amazon ist keine Alternative.
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#5 ElosAnonym
  • 02.01.2017, 20:56h
  • "Im Mai 1997 wurde Eddie Murphy von der Polizei angehalten, als er mit einem transvestitischen Prostituierten in seinem Auto unterwegs war." (Quelle: Wikipedia).

    Na ob das und sein Auftreten damals nicht Indizien für unterdrückte Gefühle sind ...
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#6 VeganPLProfil
#7 JustusAnonym
  • 03.01.2017, 10:44h
  • Antwort auf #6 von VeganPL
  • Ja, letztendlich geht es diesen ganzen Konzernen doch vor allem um eines: Profite.

    Und wenn man mit Homohass Profite macht, nehmen die das genauso gerne an, wie wenn sie mit LGBT-Filmen und -Serien Profite machen können.

    Aber ich bin denen schon fast dankbar, dass sie das aufgenommen haben und die Ikone Eddie Murphy, die viele für einen Saubermann halten, ein wenig demontieren und sein wahres Gesicht in Erinnerung rufen.
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#8 Diego BAnonym
  • 03.01.2017, 14:52h
  • Das ist halt so ein ungebildeter kleiner Prolet aus der tiefsten Gosse, der es zufällig zu was gebracht hat. Aber seine Gesinnung wird der dennoch nie verbergen können.
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#9 TheDadProfil
  • 03.01.2017, 15:40hHannover
  • Antwort auf #8 von Diego B
  • ""Das ist halt so ein ungebildeter kleiner Prolet aus der tiefsten Gosse, der es zufällig zu was gebracht hat. Aber seine Gesinnung wird der dennoch nie verbergen können.""..

    Ernsthaft ?
    Hilft es weiter Eddie Murphy von damals mit den heutigen Augen anzusehen, und dabei vollständig zu negieren, ein Mensch hätte sich entwickeln können und dazulernen ?

    Der Film ist über 30 Jahre alt..
    Wenn man es danach beurteilen will, dann darf man wahrscheinlich tausende Filme nicht mehr wiederholen, weil sie mit "Witzen" aus der Mottenkiste gespickt sind..
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#10 AliCologneProfil
  • 03.01.2017, 19:00hKöln
  • Hat Queer eigentlich Netflix mal angefragt? Mir haben sie auf Twitter sehr schnell geantwortet:

    @NetflixDE
    @AliCologne danke für den Hinweis. Wir werden den Inhalt auf jeden Fall prüfen. Wir sind gegen jeder Form von Diskriminierung.
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