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Video-Fahnung

Mögliches Hassverbrechen an Transfrau: Berliner Polizei fahndet nach zwei Männern

Mitte Dezember wurde in Kreuzberg ein Kiosk überfallen, dabei wurde eine dort arbeitende Transfrau schwer verletzt. Jetzt sucht die Polizei die beiden Tatverdächtigen.


Die Polizei fahndete mit Bildern einer Überwachungskamera nach zwei Männern, die inzwischen bekannt sind (s. Update am Ende des Artikels). Das hier veröffentlichte Foto wurde nachträglich durch ein verpixeltes ausgetauscht. (Bild: Polizei Berlin)

Die Berliner Polizei hat am Dienstag Bilder einer Überwachungskamera veröffentlicht, die zwei mutmaßliche Täter beim Überfall auf einen Kiosk in Kreuzberg zeigen. Nach den derzeitigen Ermittlungen könnte die Tat einen transphoben Hintergrund haben, gab die Polizei dabei erstmals bekannt.

Der brutale Überfall hatte sich bereits am 16. Dezember 2016 gegen 22.30 Uhr in der Ohlauer Straße ereignet. Die Täter verletzten die in dem Kiosk arbeitende 34-jährige Transfrau so schwer mit einem Messer, dass sie in einem Krankenhaus notoperiert werden musste. Das Opfer konnte inzwischen wieder aus der Klinik entlassen werden.

Die Täter werden von der Polizei als 20 bis 25 Jahre alt, dunkel gekleidet und "südländisch aussehend" beschrieben.

Fragen der Ermittler

Aufgrund des möglichen transphoben Tathintergrunds hat der Polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamts die Ermittlungen übernommen und bittet die Bevölkerung um Mithilfe. Die Ermittler fragen: Wer kann Angaben zur Identität und/oder zu den Aufenthaltsorten der Täter geben? Wer hat die Täter vor, bei oder nach der Tatbegehung gesehen? Wer kann weitere sachdienliche Hinweise zur Tat oder den Tätern geben und hat sich bisher noch nicht bei der Polizei gemeldet?

Hinweise nimmt der Polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamts im Bayernring 44 in Berlin-Tempelhof unter der Telefonnummer (030) 4664 – 953 128, per Fax unter der Nummer (030) 4664 953 199 oder per E-Mail unter lka531@polizei.berlin.de sowie jede andere Polizeidienststelle entgegen.

In der ersten Meldung zur Tat im Polizeibericht vom 17. Dezember hatte die Berliner Polizei noch von einem verletzten Kioskmitarbeiter gesprochen und war nicht auf einen möglichen transphoben Hintergrund der Tat eingegangen. Die Polizei der Hauptstadt vermeldet in der Regel in ihren Berichten, wenn eine homo- oder transfeindlich motivierte Tat vorliegen könnte. (nb/pm)

 Update  5.1., 12.30: Tatverdächtiger stellte sich
Mehr in diesem Artikel: Kiosk-Überfall in Kreuzberg: Verdächtiger stellt sich (05.01.2017)



#1 Patroklos
#2 rika reuterAnonym
#3 RobinAnonym
  • 03.01.2017, 23:12h
  • Hoffentlich werden diese beiden Arschlöcher schnell geschnappt und bekommen eine harte Strafe.

    Das Opfer könnte jetzt genauso gut tot sein. Eine Not-OP ist schon was schlimmes...
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#4 burgerbergProfil
  • 04.01.2017, 00:00hberlin
  • Vermutlich wird man die Täter anhand dieses Videos finden. Wie so oft in Berlin, muss man sich die Frage stellen, warum dauert es solange, bis die Bilder für eine Fahndung öffentlich gemacht werden. Hinzu kommt, der neue Rot-Dunkelrot-Grüne Senat hat grundsätzlich ein Problem mit Videoüberwachung, was nicht wirklich nachvollziehbar ist.

    Des weiteren stelle ich mir die Frage - werden die Täter, die vermutlich mit Migrationshintergrund sind, ihr Fehlverhalten aufgrund ihres nicht vorhandenen Verständnisses gegenüber LGBT Personen thematisieren und entsprechend verurteilt oder gibt es eine profane Verurteilung wegen Körperverletzung?
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#5 FredinbkkProfil
  • 04.01.2017, 02:48hBangkok
  • da zeigt sich der eindeutige Vorteil der Videoueberwachung,
    ich scheisse darauf, dass ggf. die Behoerden mich beim spaziergehen beobachten,ich hab da nichts zu verbergen.Aber die Erfolge sprechen fuer sich:
    Hier in Thailand gibt es keinen Widerstand gegen Kameras auf den Strassen,und ein Grossteil von Ueberfaellen besonders auf Touristen in Pattaya,Bangkok und Phuket (fast taeglich) konnte bisher dadurch aufgeklaert werden.Wir haben auch selber Kameras instaliert,da die Beschaffungskriminalitaet durch Diebstahl und Einbruch mit dem schlimmen Anstieg der Drogenabhaenigen jeden inzwischen hier treffen kann.
    Hier macht auch keiner Zirkus wenn eine Kamera das Nachbarhaus mit erfasst..im Gegenteil ,muss unser Nachbar mal auf der Strasse parken stellt er sein Auto absichtlich so ab,dass unsere Kameras es erfassen...
    Wer die Strassenkameras an den Brennpunkten fuer 'Stasi-Ueberwachung haelt ,wird seine Meinung aendern wenn er selber mal als "Opfer" betroffen sein wird...

    und bei Demos zeigen sie ja auch einen "uebergriffigen" Polizisten auf ...

    Ganz eindeutig:
    Wer nichts zu verbergen hat ,brauch keine Videokamera fuerchten,so seh ich das...

    (Nebenbei: Hier wuerden die Taeter sofort ausgewiesen ,egal welchen Aufendhaltstatus sie haetten,sogar dafur zeige ich Verstaendniss...)
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#6 MarcAnonym
  • 04.01.2017, 08:23h
  • Herzlich naiv, weltfremd und geschichtsvergessen, was ich hier in den Kommentaren lese.
    Natürlich hofft man, dass die Täter gefasst und bestraft werden.
    Aber das Hohelied der flächendeckenden Videoüberwachung singt sich als Schwuler nur so lange leicht und tirilierend, wie das Schwulsein als solches nicht zu den Dingen gehört, die man "verbergen" muss, weil sie verboten sind. Und wie schnell das wiederum der Fall sein/werden kann, sieht man in Russland, Ungarn, Polen, den Philippinen, selbst in den USA. Dann überlegt man sich nämlich zweimal, ob man "nichts zu verbergen" hat, wenn man in der Öffentlichkeit z.B. Hand in Hand mit seinem Freund laufen will.

    Ob man "nichts zu verbergen" hat, definiert man nämlich nicht selbst. Das entscheidet die gesetzgebende Mehrheit.
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#7 FinnAnonym
  • 04.01.2017, 09:23h
  • Antwort auf #6 von Marc
  • "als Schwuler nur so lange leicht und tirilierend, wie das Schwulsein als solches nicht zu den Dingen gehört, die man "verbergen" muss, weil sie verboten sind. "

    Wenn das der Fall ist, hat man aber noch ganz andere Probleme als Videoüberwachung. Oder glaubst Du, in einem Staat, wo Homosexualität verboten ist, könnte man händchenhaltend durch die Gegend laufen, nur weil es keine Kameras gibt?

    Und bei den von Dir genannten Staaten ist das Problem ja nicht Videoüberwachung, sondern eher dass andere Bürger einen dann angreifen, beleidigen, anspucken, etc.

    Ich bin zwar auch sehr dafür, dass es nicht immer als einzige Antwort noch mehr Überwachung geben darf. Und verhindern kann Videoüberwachung Verbrechen nicht. Aber man muss doch auch mal anerkennen, dass Videoüberwachung schon so manchen Täter gefasst hat. Ich erinnere nur an den U-Bahn-Treter oder die Jugendlichen, die den Obdachlosen angezündet haben.
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#8 RobinAnonym
  • 04.01.2017, 10:16h
  • Antwort auf #6 von Marc
  • Natürlich ist mehr Überwachung kein Grund zu jubeln. Mehr Überwachung bedeutet auch immer eine Einschränkung von Freiheit - aber Gewaltdelikte oder nur schon die Angst vor zunehmender Gewalt schränken auch die Freiheit ein. Und da ist die Frage, ob einem die Einschränkung durch mehr Kameras nicht lieber ist als die Einschränkung durch Angst vor Gewalt.

    Interessant finde ich auch:
    dass in Geschäften zum Schutz vor Dieben Kameras genutzt werden, ist längst akzeptiert. Da regt sich niemand drüber auf und beklagt weniger Freiheit beim Shoppen. Aber wenn es um Leib und Leben von Menschen geht, ist plötzlich ein Problem, was man für den Schutz vor Diebstahl akzeptiert. Was ist denn mehr wert, ein Menschenleben oder ein paar geklaute Waren? (Übrigens auch in Bussen, Bahnhöfen, Flughäfen, etc. regt sich kaum jemand über Videokameras auf.)

    Bitte nicht falsch verstehen:
    ich selbst finde mehr Überwachung auch ätzend. Und ich stimme Dir zu, dass der Satz "Ich habe nichts zu verbergen" der dümmste Satz der Welt ist. Jeder Mensch hat etwas zu verbergen. Wenn mir jemand sowas sagt, antworte ich immer: "Prima, dann gibt mir mal die PIN Deiner Bankkarte, zeige mir mal Deine Kontoauszüge, schick mir mal Nacktfotos von Dir."

    Aber umgekehrt muss man eben auch sagen, dass Videoüberwachung schon einige schwerste Straftaten aufklären konnte. Nur schon die von Finn genannten Beispiele hätten auch beide ganz anders ausgehen können. Und auch hier in dem Fall beweist die Not-OP, dass es um Leben und Tod ging.

    Man muss immer einen Kompromiss zwischen Freiheit und Sicherheit suchen. Aber man sollte Videoüberwachung nicht generell verteufeln.
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#9 myysteryAnonym
  • 04.01.2017, 12:14h
  • Antwort auf #8 von Robin
  • Der Unterschied ist, dass der Laden in Privatbesitz ist und es im Ermessen des einzelnen Menschen steht, ob er einen videoüberwachten Laden betreten möchte oder nicht.

    Dem öffentlichen Leben kann man sich jedoch nicht entziehen und flächendeckende Videoüberwachung fällt dann in den Bereich des Staates, welcher im Gegensatz zu Privatpersonen zudem exekutive, legislative und judikative Macht ausübt.

    Das ist eine ganz andere Situation. Ich persönlich bin gegen flächendeckende Videoüberwachung, wohl aber für Videoüberwachung an öffentlichen Plätzen, U-Bahn-/Busstationen, bei Großveranstaltungen etc.

    Videoüberwachung ersetzt aber keine Polizeikraft, denn ohne Polizeipräsenz ist sie wirklungslos. Die Videokamera nimmt keinen Verdächtigen fest, schon gar keinen maskierten.
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#10 Diego BAnonym
  • 04.01.2017, 15:16h
  • Antwort auf #9 von myystery
  • "Der Unterschied ist, dass der Laden in Privatbesitz ist und es im Ermessen des einzelnen Menschen steht, ob er einen videoüberwachten Laden betreten möchte oder nicht.

    Dem öffentlichen Leben kann man sich jedoch nicht entziehen"

    Sind Geschäfte nicht auch wenn sie Privatgrund sind, Teil des öffentlichen Lebens? Und genauso auch öffentliche Verkehrsmittel, Bahnhöfe, etc.?

    Man muss ja irgendwo einkaufen. Okay, das geht heute auch im Internet, aber da ist die Überwachung ja noch schlimmer.

    Ich denke mal, dass niemand von uns flächendeckende Überwachung will. Aber in bestimmten Situationen, an bestimmten Orten und unter strengen Auflagen kann das auch manchmal hilfreich sein.

    ----

    "Die Videokamera nimmt keinen Verdächtigen fest, schon gar keinen maskierten."

    Da wären wir dann bei den Raubüberfällen von Banken, etc. Und nicht in der Öffentlichkeit. Und das wäre ja sogar ein Argument für die stärkere Überwachung des öffentlichen Raums: denn dann könnte man sehen, in welche Richtung die Täter fliegen, welches Fahrzeug sie nutzen, etc. Und vielleicht sogar, wie sie die Masken ausziehen. Aber auch ohne all das sind ja auch Infos zur Größe, zur Figur, zur Kleidung, zum Gang, etc. schon viel wert.

    Aber wie gesagt: einen Orwell'schen Überwachungsstaat will ich auch nicht. Aber manchmal kann es dennoch sinnvoll sein. Zur Aufklärung von Straftaten und damit auch zur Vermeidung künftiger Straftaten.
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