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Schwule Medien

"Männer"-Chefredakteur verlässt Bruno Gmünder Verlag im Streit

Weil Alfonso Pantisano von "Enough is Enough" die Verantwortung für die Homepage übernehmen soll, schmeißt Kriss Rudolph das Handtuch. Zudem beklagt er "Pläne für die Abwicklung des Magazins".


Kriss Rudolph hatte erst vor zwei Jahren die "Männer"-Chefredaktion übernommen – als Nachfolger von David Berger (Bild: Axel E. Weidemann)

Zu Update springen: "Männer" erscheint nur noch vierteljährlich

Seine wütenden Abschiedsworte waren nicht lange auf der "Männer"-Homepage online, dann wurden sie schon wieder offline gestellt. "Meine Arbeit für m-maenner.de endet mit sofortiger Wirkung", hatte Kriss Rudolph am Mittwochmorgen geschrieben. "Als Männer-Chefredakteur stelle ich noch die Februar-Ausgabe fertig, dann endet meine Tätigkeit für den Bruno-Gmünder-Verlag endgültig."

Er habe "diesen Job zwei Jahre lang verdammt gerne gemacht", erklärte Rudolph – und begründete seine Kündigung mit einer Degradierung: "Nun soll die Verantwortung für die Webseite auf Wunsch der Verlagsleitung Alfonso Pantisano (Enough is Enough) mit sofortiger Wirkung übernehmen. Man hat mir für meine 'sehr gute journalistische Arbeit' gedankt, möchte diese aber nicht weiter fortführen. Eine Weiterbeschäftigung unter einem journalistisch vollkommen unerfahrenen Redaktionsleiter habe ich abgelehnt."

Das Heft werde laut Kriss Rudolph, ebenfalls auf Wunsch der Verlagsleitung, ein neuer Chefredakteur übernehmen. "Was im 30. Jahr seines Bestehens mit dem Heft geplant ist, werden die Abonnenten in Kürze erfahren", schrieb er dazu. "Ich bin froh, dass ich die Pläne für die Abwicklung des Magazins weder verkünden noch selber umsetzen muss."

Der Geschäftsführer des Bruno Gmünder Verlags, Frank Zahn, dementierte gegenüber queer.de eine geplante "Abwicklung" des Magazins. Nachfolger von Kriss Rudolph werde dessen bisheriger Stellvertreter Paul Schulz. Eine ausführliche Stellungnahme werde bis zum Mittag folgen.

Kriss Rudolph hatte im Februar 2015 als Nachfolger von David Berger die Chefredaktion von "Männer" übernommen (queer.de berichtete). (mize)

 Update  15.07h: "Männer" erscheint nur noch vierteljährlich

Auf der "Männer"-Homepage bestätigte der Bruno Gmünder Verlag am Mittwochnachmittag eine Umstruktierung des Schwulenmagazins, das in diesem Jahr seinen 30. Geburtstag feiert. So soll das Heft ab der März-Ausgabe nur noch quartalsweise erscheinen.

"Männer" könne sich damit "noch mehr auf das konzentrieren, wofür es von den Lesern geschätzt wird: Hintergründe, längere exklusive Geschichten und hochwertige Fotostrecken", heißt es dazu in der Verlagsmitteilung. "Wir denken zudem, dass es dem Magazin guttut, wenn es sowohl aus der Konkurrenz der monatlich erscheinenden Gratis-Magazine, als auch der Online-Berichterstattung herausgestellt wird. Der Verlag ist stolz darauf, eine starke Rolle für das einzige deutsche journalistische Gay-Premiummagazin in Zeiten von Medienwandel und Magazinsterben gewährleisten zu können und somit eine ganz besondere Stimme der Szene zu erhalten."

Federführend für die "Um-Positionierung" werde Paul Schulz als Chefredakteur Print und Online sein sowie Alfonso Pantisano, der als Manager Online fungiere, informierte der Verlag. "Schulz war zuvor fünf Jahre lang stellvertretender Chefredakteur der MÄNNER und 2014 für sechs Monate kommissarischer Chefredakteur des Magazins. Pantisano war in den letzten zwei Jahren verantwortlich für den strategischen Aufbau des Online-Portals und wird diese Funktion nun auch in seiner neuen Position weiterführen."

Zum Ausscheiden von Kriss Rudolph heißt es in der Mitteilung: "Besonders bedanken möchten wir uns bei dem bisherigen MÄNNER-Chefredakteur Kriss Rudolph, der Magazin und Online journalistisch gestärkt und mit großem Engagement und Können erfolgreich weiterentwickelt hat. Wir wünschen ihm für die Zukunft alles Gute."

Rudolph selbst schrieb auf seiner privaten Facebook-Seite, dass bereits das Januarheft seine Abschiedsausgabe sei: "Man hat in der Zwischenzeit ganz flott meine sämtlichen Zugänge geändert, damit komme ich nicht mehr an meine Mails. Autoren und Fotografen, die mir für das Februarheft Fotos und/oder Texte schicken wollten – es tut mir leid, dass ich sie weder entgegennehmen noch darauf reagieren kann. Auf bald!"



#1 RobinAnonym
  • 04.01.2017, 10:37h
  • Solange der Bruno-Gmünder-Verlag nicht die damals veruntreuten Spendengelder zur Ergreifung der kreuz.net-Hintermänner zurückzahl, sind die für mich eh gestorben.
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#2 AyorAnonym
  • 04.01.2017, 11:16h
  • Finde es bedenklich, wenn in einem Artikel jemand falsch zitiert wird und dadurch die Gerüchteküche unnötig hochkocht! Kriss hatte eine "Abwicklung" des Magazins in seinem Facebook Post von heute mit keinem Wort erwähnt! Das von queer.de im obigen Artikel falsch widergegebene Zitat, indem frech das Thema Abwicklung untergemogelt wurde, lautet korrekt: "Ich bin froh, dass ich die Pläne weder verkünden noch selber umsetzen muss.".

    Soviel zum Thema sauberer Journalismus! Schämt Euch!
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  • Anm. d. Red.: Das Zitat stimmt. Kriss Rudolph hat seinen Facebook-Post nachträglich geändert, wie es der Bearbeitungsverlauf dokumentiert. Eine erste Stellungnahme des Verlags, der eine "Abwicklung" dementiert, enthält der Artikel auch.
#3 WadersProfil
  • 04.01.2017, 12:38hWerne/Dortmund
  • Gut so das er geht. Ein Chefredakteur der das Magazin zum nachteil verändert hat sollte gehen. Einer der viele liebgewonnen Rubriken entfernt hat, die Seitenzahl gekürzt hat UND Leserbriefe einfach nicht mehr Veröffentlicht ist kein guter Chefredakteur. Leserbriefe sind das A und O eines Magazins.
    Das ist ganz allein meine Meinung.
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#4 ProfessionalitätAnonym
  • 04.01.2017, 12:51h
  • War das nötig? War das professionell für einen Chefredakteur? War das klug hinsichtlich einer zukünftigen Anstellung? Eitelkeit kann doch tatsächlich sehr selbstschädigend sein.
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#5 dermarcuskhProfil
  • 04.01.2017, 13:38hBad Kreuznach
  • Antwort auf #1 von Robin
  • na die Spendengelder wurden doch fleißig genutzt um das Honorar von David Berger mit zu finanzieren. Danach wurde dann fleißig gelogen das sich die Balken bogen.....
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#6 SimonBerlinAnonym
  • 04.01.2017, 14:16h
  • Und in China fällt ein Sack Reis um...
    Ich sehe das Wirken von D.B. wirklich kritisch, aber nach dessen Rauswurf ging es mit dem Magazin permanent bergab. A.P. hat seinen Beitrag dazu ganz sicher auch geleistet, als Chefredakteur trägt der nun Geschasste aber die Verantwortung.
    Vermutlich wird niemand dem Heftchen eine Träne nachweinen, aber der Aufschrei wird wieder riesig sein, dass ein Stück der Community verschwindet, wenn es dann endgültig eingestellt wird.
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#8 Diego BAnonym
  • 04.01.2017, 15:05h
  • Antwort auf #1 von Robin
  • Volle Zustimmung!

    Der Bruno-Gmünder-Verlag hatte sich damals bereit erklärt, die Spenden zur Ergreifung der kreuz.net-Verantwortlichen zu verwalten.

    Viele haben sich damals eine Spende von den Rippen abgespart, um zu helfen, diese faschiste Hetze endlich zu beenden.

    Und was macht der Bruno-Gmünder-Verlag? Steckt das Geld in die Sanierung des Verlags. Und David Berger gönnt sich von dem Geld schöne Reisen.

    Und dann wollten die das auch noch vertuschen und haben es erst nach immer größerem öffentlichen Druck eingestanden.

    Derweil sind die kreuz.net-Verantwortlichen immer noch nicht gefasst und hetzen auf neuen Seiten und bei den Demos für alle, etc. munter weiter.
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#9 Paulus45Anonym
  • 04.01.2017, 15:30h
  • Antwort auf #6 von SimonBerlin
  • "Vermutlich wird niemand dem Heftchen eine Träne nachweinen, aber der Aufschrei wird wieder riesig sein, dass ein Stück der Community verschwindet, wenn es dann endgültig eingestellt wird."

    --> In der Tat es ist bedauerlich, wenn Printmedien eingestellt werden und sich nicht mehr verkaufen.

    Leider ist dies aber der Trend der Zeit. Wir leben halt in einer Welt, in der es das Internet gibt und ich bin froh, das es das Internet gibt und möchte nicht mehr medial in die Zeit zurück, wo es kein Internet gab und ich als junger schwuler Mann erstmal 50 Kilometer fahren musste, um überhaupt ein Medium zu bekommen, das schwule Inhalte hatte. Ich kann mich noch gut an diese Zeiten zurückerinnern und bin daher froh, das es heute die Neuen Medien gibt.

    Das gedruckte Wort hat es schwer, das ist leider so, denn die Neuen Medien sind schlichtweg attraktiver und das hat wenig damit zu schaffen, wer denn dort jeweils im Maennermagazin die Verantwortung trägt.
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#10 Schwule23cmAnonym
  • 04.01.2017, 16:36h
  • Jeder Schwule sollte das Magazin kaufen - aus Solidarität!

    Was seid ihr denn für eine Truppe?

    Wir Schwulen müssen zusammenhalten und dazu gehört auch, dass wir unser eh schon mageres Medien-Angebot nicht noch weiter schrumpfen lassen.

    Das ist ein Unding!

    Wir Schwule haben alle genug Geld um uns das Mag leisten zu können, also abonniert es - auch wenn es euch nicht so interessiert.

    Ich möchte keine Medienlandschaft in der BILD, taz und SPON über schwule Lebenswelten berichten.

    Wir brauchen GAY, und d.h. wir brauchen schwule Redakteure, schwule Herausgeber, schwule Chefs und schwule investigative Journalisten die seriös aber auch schmierig durchs Schlüsselloch linsen um uns das Neueste aus UNSERER Szene berichten!

    Es ist unsere Scene und wir dürfen die Hohheitsrechte nicht abgeben, indem wir Schwule zu geizig sind um die paar Mags auf dem Markt zu halten!

    Wir Schwuppen wuppen unsere Scene!

    GAY-SCENE 4EVER!
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