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Medikamenten-Pumpe unter der Haut

PrEP: Bill Gates investiert 140 Millionen in Implantat gegen HIV

Ein Pharmaunternehmen soll ein Implantat für HIV-Negative entwickeln, das automatisch ein Medikament zur Vorbeugung gegen HIV an den Körper abgibt.


Bill Gates will mit seiner milliardenschweren Stiftung HIV und andere Krankheiten in aller Welt bekämpfen (Bild: Gisela Giardino / flickr)

Die Stiftung des Microsoft-Gründers Bill Gates und seiner Ehefrau Melinda stellt dem kalifornischen Pharmaunternehmen Intarcia Therapeutics insgesamt 140 Millionen US-Dollar (134 Millionen Euro) für die Entwicklung eines Implantats zur Bekämpfung von HIV zur Verfügung. Der Deal, den das Unternehmen Ende Dezember bekannt gegeben hat, umfasst eine Eigenkapitalfinanzierung in Höhe von 50 Millionen Dollar sowie zusätzlich 90 Millionen Dollar Fördergelder.

Das Implantat soll ein vorbeugendes HIV-Medikament (Präexpositions-Prophylaxe oder PrEP) enthalten, das regelmäßig in den Körper gepumpt wird. Bislang ist Truvada von Gilead Sciences das einzige PrEP-Medikament, das in Europa zugelassen ist (queer.de berichtete). Das Medikament kann Studien zufolge das Risiko von HIV-Negativen, sich mit dem Virus anzustecken, praktisch auf Null senken.

PrEP soll mit Initiative wirksamer werden

Mit dem Implantat soll PrEP sicherer werden. Bislang muss Truvada nämlich täglich eingenommen werden, um wirklich sicher vor HIV zu schützen. Die "PrEP-Pumpe" würde erreichen, dass sich eine Person nur ein bis zwei Mal im Jahr behandeln lassen muss und die Einnahme des Medikamentes ansonsten nicht mehr vergessen kann. Ziel der Initiative ist, das Virus insbesondere in Afrika südlich der Sahara und anderen Regionen zu bekämpfen, die besonders von HIV betroffen sind.

Die zur Jahrtausendwende gegründete "Bill & Melinda Gates Foundation" setzt sich in über 100 Ländern insbesondere für Initiativen für globale Gesundheit ein und ist die größte private Stiftung der Welt. Der Kampf gegen HIV zählt zu den Prioritäten der Stiftung. Das Ehepaar Gates hat sich in der Vergangenheit auch persönlich für LGBTI-Rechte eingesetzt. So spendeten die beiden 2012 eine halbe Million Dollar für eine Initiative zur Ehe-Öffnung im Bundesstaat Washington (queer.de berichtete).

PrEP-Finanzierung in Deutschland noch unklar

In Deutschland ist noch nicht geklärt, ob und wem die Krankenkassen PrEP finanzieren. Derzeit kostet eine Monatsration von 30 Tabletten Truvada hierzulande über 800 Euro. Die Finanzierung hatte vergangenes Jahr bereits in England einen Streit ausgelöst, weil der chronisch unterfinanzierte staatliche Gesundheitsdienst damit drohte, bei einer PrEP-Zulassung andere Medikamente oder Behandlungen nicht mehr zu bezahlen; dazu gehörten Medikamente für Kinder mit Mukoviszidose oder die Behandlung seltener Arten von Krebs (queer.de berichtete). Das norwegische Gesundheitsministerium kündigte dagegen im Herbst an, das Medikament bald kostenlos an Personen mit erhöhtem Risiko einer Ansteckung abzugeben (queer.de berichtete).

Derzeit gibt es auch weitere Initiativen, PrEP erfolgreicher zu machen: So führt die amerikanische Gesundheitsbehörde NIH derzeit eine Studie durch, in der die Wirkung einer PrEP-Injektionen klinisch überprüft wird. Die Probanden erhalten dazu alle ein bis zwei Monate eine Spritze mit einem Wirkstoff. "Obwohl die tägliche Einnahme von Truvada als HIV-Prävention wirksam ist, ist es für manche gesunde Menschen schwierig, täglich eine Tablette einzunehmen", so die Begründung von NIH. Da die Studie auf mehrere Jahre angelegt ist, werde Ergebnisse erst im Jahr 2021 erwartet.



#1 SybilleAnonym
#2 JustusAnonym
  • 05.01.2017, 12:23h
  • Sehr löblich!

    Es sollte auch weiterhin daran gearbeitet werden, eine Impfung zu entwickeln. So dass man nicht mehr als Prophylaxe regelmäßige Tabletten oder eben so ein Implantat mit konstanter Wirkstofffreigabe braucht, sondern nur eine Spritze und dann ist man geschützt.

    Und das weitere Ziel muss auf jeden Fall auch die komplette Heilung von HIV sein. Die Therapien nach Infektion senken ja nur die Viruslast unter die Nachweisgrenze, heilen aber nicht. Die Heilung dieser Geissel muss auch oberste Priorität haben.
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