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Komplize identifiziert

Kiosk-Überfall in Kreuzberg: Verdächtiger stellt sich

Nach der öffentlichen Fahndung stellte sich einer der Gesuchten. Der Verdacht eines transfeindlichen Hintergrunds der Tat habe sich nicht erhärtet, so die Polizei.


Mit Bildern einer Überwachungskamera des Kiosk hatte die Polizei die beiden mutmaßlichen Täter gesucht

Ein Überfall auf einen Kiosk in Berlin-Kreuzberg vom 16. Dezember 2016, bei dem eine Transperson schwer verletzt wurde, scheint aufgeklärt: Wie die Polizei mitteilte, stellte sich einer der beiden Tatverdächtigen nach der öffentlichen Fahndung. Ein anderer Mann konnte inzwischen identifiziert werden.

Am Montag hatte die Polizei Bilder von der Überwachungskamera des Kiosk an der Ohlauer Straße mit den beiden mutmaßlichen Tätern veröffentlicht und die Öffentlichkeit um Mithilfe bei der Aufklärung des Falls gebeten (queer.de berichtete). Bei dem Überfall hatten die Täter die in dem Kiosk arbeitende 34-jährige Transperson so schwer mit einem Messer verletzt, dass sie in einem Krankenhaus notoperiert werden musste; sie konnte inzwischen aus der Klinik entlassen werden. Die Polizei gab zu der Fahndung an, dass die Tat nach "derzeitigen Ermittlungen einen transphoben Hintergrund haben" könnte, weswegen der Polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamts die Ermittlungen übernommen habe.

Wie die Polizei inzwischen mitteilte, habe sich bereits wenige Stunden nach der öffentlichen Fahndung am Montagabend ein 19-Jähriger auf einem Polizeiabschnitt in der Friesenstraße gemeldet. Er habe in seiner Vernehmung eingeräumt, bei dem besagten Raub beteiligt gewesen zu sein. Der Anfangsverdacht, dass es sich bei der Körperverletzung um eine transphobe Tatmotivation gehandelt haben könnte, wurde demnach bei der Vernehmung nicht erhärtet.

Laut Polizeibericht habe sich am Montag auf einer anderen Dienststelle zeitgleich ein Zeuge gemeldet, der mit einem Foto aus einem sozialen Netzwerk die Identität eines weiteren Tatverdächtigen offenbarte.

Weiterer Kiosk überfallen, Tatverdächtiger verletzt

Im Verlauf seiner Vernehmung gab der 19-Jährige, der sich gestellt hatte, schließlich einen weiteren Raub in einem Spätkauf zu, den er mit demselben Komplizen in der Kreuzberger Böckhstraße begangen habe. Dabei sei es seinen Ausführungen zufolge zu einer Auseinandersetzung mit einem im Laden befindlichen Mann gekommen.

Nach weiteren Recherchen ergab sich für die Ermittler der folgende wahrscheinliche Ablauf für den zweiten Kiosk-Überfall: Der 19-Jährige war am 19. Dezember gegen 23 Uhr mit seinem 18-jährigen Komplizen in den Spätkauf gestürmt. Beide hatten die 31-jährige Verkäuferin bedroht und leicht verletzt und waren anschließend mit dem Inhalt der Kasse aus dem Laden gerannt, als sie den anwesenden Freund der Frau bemerkten. Dieser 23-Jährige nahm die Verfolgung der Männer auf und erwischte schließlich den jüngeren Tatverdächtigen einige Meter entfernt. Eintreffende Polizisten hatten diesen Tatverdächtigen des Überfalls schwer verletzt mit diversen Hämatomen und Stichverletzungen aufgefunden. Er kam zur intensivmedizinischen Behandlung in eine Klinik. Gegen den Freund der Angestellten wurde ein Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung eingeleitet.

Die Ermittlungen gegen die Tatverdächtigen der Überfälle selbst dauern weiter an. Im ersten Polizeibericht zum ersten Kiosk-Überfall war im Dezember von einem verletzten 34-Jährigen die Rede und dann im Fahndungsaufruf von einer Transfrau. Inzwischen benutzt die Polizei den Begriff "Transperson". Bei diesem Überfall hatten zwei Männer den Kiosk gegen 22.30 Uhr betreten, der in dem Kiosk arbeitenden Transperson ein Messer vorgehalten und Geld gefordert. Als diese daraufhin den Arm eines der Täter wegdrückte, stach einer der Männer mehrfach in Richtung des Bauches der Transperson ein. Aufgrund der Schreie des Tatopfers flüchteten die Männer ohne Beute. (nb/pm)



#1 schwarzerkater
  • 05.01.2017, 14:30h
  • ist doch egal, ob die tat auch noch nen transphoben hintergrund hat: das sind berufsmässige verbrecher, die sich nicht scheuen, andere menschen mit dem messer abzustechen. und wenn ein hassverbrechen deren strafen erhöhen sollten, dann werden die das leugnen.
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#2 Patroklos
  • 05.01.2017, 16:24h
  • Ein positives Zeichen, daß einer der Tatverdächtigen sich der Polizei gestellt hat und es bleibt zu hoffen, daß der Komplize der Polizei auch bald ins Netz geht.
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#3 JanJanAnonym
  • 05.01.2017, 19:18h
  • Antwort auf #2 von Patroklos
  • Ein positives Zeichen sehe ich in dem Fall ganz und garnicht.

    Erstens hat sich ein Täter nur gestellt weil ich sich wegen der Videoaufnahmen garnicht mehr sicher sein konnte nicht entdeckt zu werden.

    Und zweitens wird gegen den Bekannten einer Verkäuferin ermittelt, weil er einen der Täter verletzt hat. Ja, man darf sich nicht mal mehr gegen Verbrecher wehren - positiv ist da also nichts....
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#4 Patroklos
#5 AlexDoAnonym
  • 05.01.2017, 20:39h
  • Ein, zwei Anmerkungen. Ein transphober Aspekt hätte die Tat doch qualifiziert, dann wäre es nicht nur ein "normaler" Raub gewesen, nein die Transphobie wäre zusätzlich dazugekommen. Vorstellbar wäre z.B. die Situation, dass die Täter den Kiosk ausrauben und dann bemerken, dass ihr Opfer eine Transperson ist und aufgrund dieser Tatsache zusätzliche Gewalt anwenden. Das halte ich aber schon für wesentlich schlimmer.

    Das Stellen eines Tatverdächtigen sehe ich auch als nicht wirklich gut an. Ich glaube, der hat einfach gesehen, dass er nicht wird abtauchen können. Angesichts der Strafe, die ihn als Minderjährigen erwartet, auch eher ein leichtes für ihn.

    Bei Notwehr gilt: Schutzwehr vor Trutzwehr. Dem Täter hinterherlaufen und dann auf ihn einzustechen duldet das Gesetz nicht. Ich persönlich sehe es anders. Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um. So jedenfalls das Sprichwort, nun will ich hier nicht nach Lynchjustiz schreien, aber wenn deine Strafe an Ort und Stelle mal heftiger ausfällt, selber Schuld.
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#6 TheDad
  • 05.01.2017, 20:46h
  • Antwort auf #3 von JanJan
  • ""Und zweitens wird gegen den Bekannten einer Verkäuferin ermittelt, weil er einen der Täter verletzt hat. Ja, man darf sich nicht mal mehr gegen Verbrecher wehren - positiv ist da also nichts....""..

    Keine Panik..
    Eine Körperverletzung zieht immer Ermittlungen nach sich..
    Auch bei gerechtfertigter Notwehr..
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