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Kinostart "King Cobra"

Ein Mord in der schwulen Pornobranche

Justin Kelly hat die Geschichte des Pornostars Brent Corrigan als grelles B-Movie verfilmt. Bei "King Cobra" mit dabei sind James Franco, Alicia Silverstone und Molly Ringwald.


Auch wenn der Plot vielleicht nicht ganz überzeugt, bietet "King Cobra" zumindest etwas fürs (schwule) Auge (Bild: Edition Salzgeber)

Als Sean von dem bekannten Pornoproduzenten Stephen für ein Casting in dessen Haus eingeladen wird, zögert der junge Mann keine Minute. Er will unter dem Namen Brent Corrigan Karriere machen und um jeden Preis Fuß im Filmbusiness fassen – dass er erst 17 Jahre alt ist, verheimlicht Sean daher mit einem gefälschten Ausweis.

Für Stephen und seine Produktionsfirma "Cobra Video" erweist sich der hübsche Junge schnell als Glücksgriff: Brent Corrigan wird ein Pornostar und genießt an der Seite seines Entdeckers ein Leben im Luxus. Doch die Beziehung zwischen den beiden gerät in eine schwere Krise, als Sean höhere Gagen verlangt und sich dem besitzergreifenden Stephen nicht länger unterordnen will. Die Situation eskaliert schließlich, als Sean sich mit den "Viper Boyz" einlässt, einem skrupellosen Paar, das für Geld fast alles tun würde.

Nicht bloß auf den ersten Blick erinnert Justin Kellys zweiter Kinofilm "King Cobra" doch sehr an Harmony Korines "Spring Breakers" aus dem Jahr 2012: Ein durch Disney-Produktionen bekannt gewordener Hauptdarsteller verirrt sich hier auf der Suche nach Ruhm in einem wild zwischen Drama und Farce pendelndem Plot, in dessen Zentrum ein soziopathischer James Franco lauert.

Verschenkte Stars und ungenutzte Chancen


Poster zum Film: "King Cobra" startet am 12. Januar 2017 in deutschen Kinos

An die Klasse sowie den Wahnwitz von Korines Partygroteske reicht "King Cobra" dann allerdings nicht heran. Allzu unentschlossen wankt Kellys Film zwischen ironischem Independentkino und plakativem B-Movie, ohne dabei wirkliche Höhepunkte zu setzen. Selbst Franco, der in "Spring Breakers" durchaus faszinieren konnte, vermag nicht zu überzeugen: Sein unberechenbarer Bösewicht langweilt schnell mit den immer gleichen Grimassen und Flüchen.

Den anderen Darstellern ergeht es da nicht besser: Während Garret Clayton in der Hauptrolle und Christian Slater als Pornoproduzent mit ihren Performances an der sicheren Oberfläche verharren, statt die Untiefen ihrer Figuren auszuloten, werden die weiblichen Stars vollkommen verschenkt. Sowohl Alicia Silverstone als auch Molly Ringwald dürfen nur kurz vor die Kamera und dienen dann lediglich als moralischer Ausgleich zum verruchten Treiben ihrer männlichen Kollegen.

So bleibt es in "King Cobra" bei vielversprechenden Ansätzen und wenigen guten Einfällen. Dass Kellys Film nicht mit "Spring Breakers" oder etwa Nicolas Winding Refns "The Neon Demon", der den eiskalten Neon-Chic, den auch Kelly bedient, auf die Spitze getrieben hat, mithalten kann, ist dabei nur bedingt dem relativ geringen Budget geschuldet. Es sind nicht fehlende Bildgewalt oder Starpower, sondern vor allem die zahlreichen ungenutzten Chancen sowie das holprige Drehbuch, die "King Cobra" letztlich scheitern lassen.

Direktlink | Offizieller deutscher Trailer zum Film

Infos zum Kino

King Cobra. Drama. USA 2016. Regie: Justin Kelly. Darsteller: James Franco, Garrett Clayton. Christian Slater, Keegan Allan, Alicia Silverstone, Molly Ringwald. Laufzeit: 91 Minuten. Sprache: englische Originalfassung mit deutschen Untertiteln. Verleih: Edition Salzgeber. Kinostart: 12. Januar 2017
Galerie:
King Cobra
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