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Greg Clarke

England: Verbandschef empfiehlt Fußball-Profis gemeinschaftliches Coming-out

Die nächste Premier-League-Saison könnte mit dem Coming-out mehrerer Profis beginnen, wenn es nach dem Chef des Fußballverbandes geht.


Greg Clarke hat große Pläne für die kommende Saison

Greg Clarke, der Vorsitzende des englischen Fußballverbandes (FA), hat in einem Interview mit der Londoner Tageszeitung "Times" erklärt, er habe mit mehreren schwulen Top-Fußballern gesprochen und ihnen empfohlen, sich gemeinsam zu outen. Er würde Spielern aber davon abraten, sich einzeln zu outen, da ihnen sonst homophobe Beschimpfungen durch die Fans drohten.

Clarke hatte bereits vor wenigen Monaten kurz nach seinem Amtsantritt als Verbandschef vor einem Parlamentsausschuss erklärt, er schäme sich für die Homophobie im englischen Profifußball und rate Einzelspielern davon ab, sich zu outen (queer.de berichtete).

"Ich habe die Botschaft, dass es eine Reihe von Top-Spielern gibt, die sich outen wollen", so Clarke in dem Interview. "Warum gehen wir nicht gemeinsam vor? Eine Person muss nicht alleine diesen Schritt gehen." Ein guter Termin für das Massen-Coming-out wäre der Saisonstart im Sommer. "Zu dieser Zeit denkt jeder an die neue Saison, die Massen sind glücklich und die Sonne scheint."

Clarke bestätigt Gespräche mit "15 Gay-Sportlern"

Clarke erklärte weiter, er habe sich in den letzten vier Wochen mit "15 Gay-Sportlern" getroffen, darunter auch Fußballer. Einige der Profispieler seien mit ihrer sexuellen Orientierung zwar im Reinen, allerdings wollten sie diese nicht öffentlich machen. Diese Sportler sollten nicht zu einem Coming-out gezwungen werden, so Clarke.

In dem Interview sagte Clarke auch, dass er sich einen nicht-weißen Coach für die Nationalmannschaft vorstellen könne. "Es wäre wunderbar, wenn wir einen schwarzen England-Trainer hätten. Das würde uns 20 Jahre voranbringen."

In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Spekulationen in den britischen Medien, dass ein Coming-out mehrerer Fußballer in der Premier League, der teuersten Fußballliga der Welt, kurz bevor stehe (queer.de berichtete).

Bislang hatte sich unter Britanniens Profis mit Justin Fashanu allerdings nur ein Profi während seiner aktiven Laufbahn geoutet – das ist bereits 27 Jahre her und endete in einer Katastrophe. Fashanu galt in den Achtzigerjahren als einer der talentierstesten Fußballer seiner Generation und war 1980 der erste schwarze Profi in England, für den eine Ablösesumme von über eine Millionen Pfund bezahlt wurde. Zwei Jahre später suspendierte ihn sein homophober Trainer Brian Clough vom Club Nottingham Forrest, als dieser von den Besuchen seines Stars in Schwulenbars erfuhr. Außerdem beschimpfte Clough Fashanu vor seinen Mannschaftskollegen als "verdammte Schwuchtel".

Daraufhin wechselte der Spieler mehrfach den Verein und machte schließlich 1990 seine Homosexualität publik – seine Karriere war damit endgültig gelaufen, er spielte in Kanada und später bei Provinzclubs in England. 1998 beging er Selbstmord, nachdem er beschuldigt worden war, sich in den USA an einem 17-jährigen Jugendlichen vergangenen zu haben – die Vorwürfe konnten nie bewiesen werden. (dk)



#1 SchlandAnonym
  • 09.01.2017, 17:58h
  • Bei uns gibt es keine schwulen Fußball-Profis.

    Zumindest redet niemand darüber, um die öffentliche Ordnung nicht zu gefährden.

    Ganz bestimmt!

    Und biologisch eindeutig!
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#2 SebiAnonym
  • 09.01.2017, 18:22h
  • Genau das sage ich auch schon seit Jahren:
    wenn sich mehrere schwule Fußballer gemeinsam outen, ist das überhaupt kein Problem.

    Das gilt für Deutschland ganz genauso.

    Und dann könnten sie endlich dieses Schmierentheater und diese Selbstverleugnung beenden.
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#3 Patroklos
  • 09.01.2017, 21:04h
  • "Er würde Spielern aber davon abraten, sich einzeln zu outen, da ihnen sonst homophobe Beschimpfungen durch die Fans drohten."

    Das ist doch etwas zu kurz gedacht! Gleiches kann auch bei einem kollektiven Coming-Out passieren!
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#4 Ralph
  • 10.01.2017, 11:57h
  • Eine gute Idee - auch für Deutschland. Das wäre dann das Ende der unsäglichen Gespensterdebatte über Leute, die sich doch nie outen.
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