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Berlin

Im Homo-Mahnmal knutscht ein Rassist

Ein entsetzter Tourist aus Dänemark erkannte einen der beiden Männer, die sich im Video des Berliner Denkmals für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen küssen.


Video im Berliner Homo-Denkmal: Bei dem vor rund zehn Jahren als Schauspieler gecasteten Mann links soll es sich um den schwulen Designer Jim Lyngvild handeln, der in Dänemark mit rassistischen Parolen von sich reden macht (Bild: Times / wikipedia)

Entsetzen in der Community: Bei einem der Männer, die sich im Video des Berliner Denkmals für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen küssen, handelt es sich nach Informationen des Stadtmagazins "Siegessäule" um einen bekannten dänischen Nationalisten, der mehrfach mit rassistischen und sexistischen Äußerungen aufgefallen sein soll.

Ein aus Dänemark stammender Berlin-Tourist habe den schwulen Designer Jim Lyngvild in dem Video erkannt, schreibt das Blatt auf seiner Homepage. Lyngvild, der links in dem Clip zu sehen sein soll, engagiere sich unter anderem für die rechtspopulistische und homofeindliche "Dansk Folkeparti". Als er deswegen kritisiert wurde, habe er erklärt: "Ich mag auch keine Homosexuellen. Ich mag es nicht, wenn sie sagen: 'Schaut mich an, ich bin homosexuell, ihr müsst mich respektieren'."

Künstler reagieren "geschockt"


Betonklotz im Tiergarten: Das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen wurde 2008 eingeweiht

Das von dem dänisch-norwegischen Künstlerduo Michael Elmgreen und Ingar Dragset entworfene Denkmal ist ein 3,60 Meter hoher und 1,90 Meter breiter Betonquader, der 2008 im Berliner Tiergarten errichtet wurde. Durch eine verglaste Öffnung kann man sich einen kurzen Film anschauen, der in einer Endlosschleife läuft. Das aktuelle Video wurde bereits bei der Einweihung genutzt.

Zum Zeitpunkt der Erstellung des Clips vor rund zehn Jahren soll Lyngvild als Schauspieler gebucht und noch nicht mit nationalistischen Äußerungen aufgefallen sein, schreibt die "Siegessäule". Nach Angaben von Ingar Dragset sei damals bewusst im Ausland gecastet worden, um einen Wiedererkennungseffekt in Deutschland zu vermeiden. Der Künstler zeigte sich gegenüber dem Stadtmagazin "geschockt" über die Enthüllung und distanzierte sich von den Positionen Lyngvilds.

Das ursprüngliche Konzept von Elmgreen und Dragset hatte vorgesehen, dass das Video alle zwei Jahre gewechselt wird. Dazu kam es jedoch nur ein einziges Mal: Von 2012 bis 2014 lief ein Film der Künstler Gerald Backhaus, Bernd Fischer und Ibrahim Gülnar, der sowohl küssende Männer- als auch Frauenpaare zeigte. Der damals von Feministinnen durchgesetzten Quotierung war ein heftiger Streit vorangegangen. So hatten schwule Aktivisten, aber auch die Leiter der KZ-Gedenkstätten, vor einer "Verfälschung der Geschichte" gewarnt (queer.de berichtete).

Seit 2014 läuft im Denkmal wieder das Originalvideo. Ein neuer Wettbewerb um die Gestaltung des Films wurde nicht ausgeschrieben. (cw)

Direktlink | Dieser Film läuft im Berliner Homo-Denkmal in einer Endlosschleife



Berlin: Kranzniederlegung für homosexuelle Nazi-Opfer

Der LSVD und die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas laden am 27. Januar zu einer Gedenkfeier am Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen in Berlin-Tiergarten ein.
#1 EHkaAnonym
  • 10.01.2017, 08:01h
  • Einfach das Video wie es ursprünglich geplant war austauschen.
    Ein Mitglied der Dansk Folkeparti ist das Letzte was wir in so einen Denkmal brauchen
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#2 goddamn liberalAnonym
  • 10.01.2017, 10:33h
  • Antwort auf #1 von EHka
  • "Ich mag auch keine Homosexuellen. Ich mag es nicht, wenn sie sagen: 'Schaut mich an, ich bin homosexuell, ihr müsst mich respektieren'.""

    Als pathologischer Fall von (Selbst-)Hass ist der Herr aus dem Norden aber wohl durchaus typisch für die mörderische Homophobie, vor der das Denkmal warnt.
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#3 kuesschen11Profil
  • 10.01.2017, 10:46hDarmstadt
  • Das Video im Mahnmal sollte schnellst möglichst ausgetauscht werden.

    Es ist ein Hohn, eine Entwürdigung der verfolgten Opfer, wenn das Model rechtspopulistisch unterwegs ist. Daran erkennt man auch, wie der Rechtspopulismus Bevölkerungsgruppen unterwandern will.
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#4 Patroklos
  • 10.01.2017, 11:23h
  • Dieser Videoclip ist umgehend zu entfernen, denn er ist fehl am Platz! Im Voraus schonmal Danke!
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#5 o aus hAnonym
  • 10.01.2017, 11:45h
  • Tja, leider wird das Video dadurch nicht weniger repräsentativ: Auch unter Schwulen gibt es mehr als genug Intoleranz
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#6 Ralph
  • 10.01.2017, 11:54h
  • Dieses alberne Knutsch-Monument war von Anfang an ein Fehlgriff. Es wundert nicht, dass der Ärger darum nicht aufhört.
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#7 Julian SAnonym
  • 10.01.2017, 12:17h
  • Ich war von Anfang an gegen die Gestaltung des Mahnmahls, da es Homosexualität aus dem öffentlichen Raum verbannt.

    Von außen sieht man nur einen hässlichen Betonklotz, der genauso gut auch für alles andere stehen kann. Und nur wer aktiv in dieses Guckloch schaut sieht das küssende Paar.

    So als ob küssende Männer bloß nicht öffentlich gezeigt werden dürfen und nur verschämt in Gucklöchern gezeigt werden sollten. Natürlich auch in einer Höhe, dass bloß keine Kinder da mal versehentlich reingucken könnten und "verschwult" werden könnten.

    Man sollte die Gelegenheit nutzen, um diesen hässlichen, homophoben Klotz, der die Unsichtbarmachung von Homosexualität fortschreibt, abzureißen und durch eine würdigere Skulptur zu ersetzen - z.B. ein küssendes schwules Paar als reale Skulptur. Bei frei erfundenen Figuren besteht dann auch keine Gefahr, dass irgendwann solche furchtbaren Details über die Dargestellten bekannt werden.
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#8 TransissiAnonym
  • 10.01.2017, 12:58h
  • Ein wunderbarer Zufall!
    Offenbart der Fall doch, wofür Homosexuelle oftmals AUCH stehen: für Ausgrenzung (z.B. von HIV-Positiven, Alten, Unattraktive(re)n), Ausländern (v.a. Asiaten, aber auch positiv rassistisch Schwarze und (sogenannten!!!) Araber(-Hengste)), Frauen, Tunten, Nicht-Homosexuellen, Kleinschwänzigen, Gesunden (immer mehr Positive setzen Negative herab) usw. usw.

    Der Künstler im Video passt zu den Schwulen wie Arsch auf Eimer! Der Selbsthass den er verkörpert, den teilen Hunderttausende allein in Berlin...
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#9 Carsten ACAnonym
  • 10.01.2017, 13:09h
  • Antwort auf #7 von Julian S
  • Da muss ich mich anschließen:
    ein Mahnmal soll ja gerade auch Themen in die Öffentlichkeit tragen und sichtbar machen, statt sie zu verstecken.

    Insofern war dieses Mahnmal von vornherein eher kontraproduktiv, eben weil es das genaue Gegenteil tut - küssende Schwule verstecken, statt sie öffentlich zu zeigen, so dass jeder, der vorbeigeht das sieht.

    Wäre das ein küssendes Männerpaar als figürliche Darstellung gewesen (gerne auch auf einem Steinsockel, um es vor Vandalismus zu schützen und weiter sichtbar zu machen), wäre das viel angemessener gewesen und man hätte auch nicht ständig irgendeinen Trara damit.
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#10 AbdelAnonym
  • 10.01.2017, 13:40h
  • Seid ihr alle beklopft?
    Erstens, es ist noch nichts bewiesen. Jemand behauptet, dass er jemanden erkennt, mehr nicht.
    Zweitens, müssen wirklich "richtige" Personen bei solchen Videos auftreten? Ich bin gegen Rechtspopulismus, bin selbst Ausländer, aber der Model, egal wie kranke Ansichten er hat, wollte in dieser Zeit zeigen, dass er sich nicht schämt, ein Gay zu sein. Das ist das wichtigste, ein "Aber" ist hier zweitrangig.
    Für mich ist dieses Denkmal persönlich sehr wichtig. Nachdem ich als Flüchtling nach Deutschland kam, war das erste Begegnung mit einer toleranten Welt. Für manchen ist das ein hässlicher Klotz, für andere ein schönes Symbol für die gleichgeschlechtige Liebe. Ich will nicht, dass es entfernt wird.
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