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Realsatire

Ehe-Öffnung in "San Escobar" zeigt Polen und der Welt den Weg

Schwule und lesbische Paare können im Lieblingsland des polnischen Außenministers heiraten wie heterosexuelle.


Mit dieser Twitter-Grafik gratulierten die Kollegen von queer.pl zur Ehe für alle in "San Escobar"

Unbeachtet von der Weltöffentlichkeit hat der vom polnischen Außenminister Witold Waszczykowski in einem Interview in die Schlagzeilen gebrachte Kleinstaat "San Escobar" in der Karibik die Ehe für schwule und lesbische Paare geöffnet.

Wie der Twitter-Account des Landes am Mittwoch auf einen Glückwunsch-Tweet des polnischen Portals queer.pl bekannt gab, herrsche dort für Homo-Paare sogar bereits seit 1989 "Marriage Equality", das sei einer der ersten Schritte der nach der Revolution eingesetzten Regierung gewesen.

Twitter / rpdsanescobar

Für Waszczykowski, der das Land kürzlich im Zusammenhang mit der Bewerbung Polens um einen temporären Sitz im Sicherheitsrat der UN konsultiert haben will, ist das peinlich: Die von seiner rechtspopulistischen Partei "für Recht und Gerechtigkeit" (PiS) angeführte Regierung lehnt eine Ehe-Öffnung ab. In dem Land, das homosexuelle Handlungen immerhin schon 1932 legalisierte, blockieren PiS und weitere Parteien sogar eingetragene Lebenspartnerschaften.

Außenminister stolz auf Unterstützung von nicht-existentem Staat

Die Peinlichkeit für Waszczykowski (und entsprechende Freude für queer.pl und Polens LGBTI-Community) fängt damit freilich erst an. Am Dienstag hatte sich der Minister gegenüber Reportern damit gebrüstet, dass er im Kampf um den Sitz im Sicherheitsrat in New York Vertreter von über 20 Ländern getroffen habe, darunter welche aus der Karibik "wie Belize oder San Escobar". Doch "San Escobar" gibt es gar nicht.

Während polnische Medien und erst Recht soziale Netzwerke Waszczykowski in Folge mit Spott überhäuften, etwa mit der Einrichtung des falschen Twitter-Account des Landes, verteidigte sich der Minister, er habe den Karibikstaat St. Kitts und Nevis gemeint (spanisch: San Cristóbal y Nieves).


Polens Außenminister Waszczykowski. Bild: Karolina Siemion-Bielska / wikipedia

Über die rasche Antwort von "San Escobar" auf die Frage nach der Ehe für alle habe man sich gefreut, schreiben die Kollegen von queer.pl, und letztlich "mit einem lachenden und einem weinenden Auge" reagiert: "Jetzt werden wir schon von erfundenen Staaten überholt." Eine Aussage, die man bei einem ähnlichen Fall wohl auch in Deutschland machen müsste.

Und in der Karibik: St. Kitts und Nevis, ein Staat aus zwei Inseln mit 54.000 Einwohnern, bestraft homosexuelle Handlungen unter Männern mit bis zu zehn Jahren Haft – die Regierung verweist darauf, dass sie die Regel nicht anwendet, aber auch nicht abschaffen will. In Belize hatte das Verfassungsgericht einen entsprechenden, ebenfalls nicht angewandten Strafrechtsparagrafen aus britischer Kolonialzeit erst im letzten August gekippt.

Der gerade erst so recht einsetzende weltweite Spott um den Außenminister und seinen falschen Staat unter dem Hashtag #SanEscobar bringt so nach und nach auch LGBTI-Rechte in manche Medienberichte, in manches Bewusstsein. Schnell und gut gehandelt, liebe Namensvettern von queer.pl!

Twitter / rpdsanescobar



#1 EHkaAnonym
  • 11.01.2017, 23:09h
  • Leider ist das Thema "Ehe für alle" komplett aus der Medienlandschaft verschwunden und für das nächste Jahrzehnt durch die Flüchtlingskrise ersetzt. Danach gibt es dann wohl eine Koalition mit CDU/CSU und AfD.

    Viele Deutsche glauben auch, dass Homosexuelle mit Merkel und CDU eh schon gleichgestellt sind und die überhaupt nicht verstehen was Homosexuelle nich wohlen. Klar das Thema ist komplett draußen aus den Nachrichten.

    Und selbst von Flüchtlingshelfern und so Organisation wie "Laut gehen Nazis" die ich eher liberal eingeschätzt habe, sind oft extrem homophob Sprüche zu hören.

    Es sieht nicht gut aus in nächster Zeit mit Deutschland
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#2 Patroklos
#3 SebiAnonym
  • 12.01.2017, 10:28h
  • Und nicht vergessen:
    San Escobar ist nicht nur weiter als Polen, sondern auch als Deutschland.

    Jetzt zeigen sogar schon Mini-Staaten am "Ende der Welt" Deutschland & Co, wie Menschenrechte auszusehen haben.
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#4 marcogProfil
  • 12.01.2017, 11:22hOffenburg
  • was ich nicht verstehe, wenn es dort bereits seit 28 Jahren gleichgeschlechtliche Ehen gibt warum hat davon noch niemand was gehört, liebe Redaktion könnt Ihr mal nachfassen, dass das auch in Wikipedia kommt unter dem Thema? Das wäre super!
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#5 ClaasAnonym
  • 12.01.2017, 12:17h
  • Der polnische Außenminister ist bestimmt auch froh, wenn er mal aus dem katholischen Gottesstaat Polen in ein zivilisierteres Land gehen kann...
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