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Ausgrenzung im Wahljahr

Berliner AfD: Haben nichts gegen Transgender, aber...

Im Abgeordnetenhaus meint Fraktionschef Georg Pazderski, Minderheiten sollten sich nicht wie die Mehrheit aufspielen. Die Bundes-AfD ätzt derweil gegen LGBTI beim Bund.


Georg Pazderski führt die neue 24-köpfige AfD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus an. Ein früheres Mitglied wurde kurz nach der Wahl fraktionslos, nachdem es u.a. Homosexuelle als "degeneriert" bezeichnet hatte, was Pazderski zunächst nicht als Ausschlussgrund bewertete (queer.de berichtete)

Die "Alternative für Deutschland" hat am Donnerstag die Aussprache zur Regierungserklärung der neuen rot-rot-grünen Landesregierung unter anderem dazu genutzt, um Politik für Minderheiten als Ignoranz gegenüber der Mehrheit und Verschwendung von Steuergeldern darzustellen.

In einer Aufzählung mehrerer Punkte, die ihm an der Arbeit der neuen Regierung störe, erwähnte Fraktionschef Georg Pazderski unter anderem die vermeintliche "Vorliebe des Justizsenators für Unisextoiletten". Zur Abwesenheit des neu ins Amt berufenen schwulen Grünenpolitikers Dirk Behrendt im Plenum bemerkte der Politiker: "Möglicherweise inspiziert er sie gerade."

Pazderski kritisierte eine "bürgerferne Politik" und "Realitätsverweigerung" des neuen Senats. Der frühere Bundeswehr-Offizier behauptete in seiner Rede ernsthaft: "Einer der Gründe für das sich abzeichnende Versagen des Senats vor den terroristischen Herausforderungen ist die Fixierung von Rot-Rot-Grün auf die Interessen kleiner Minderheiten." Statt für die Bürger der Stadt etwas zu tun, bedienten "Linkspartei und Grüne schamlos ihre eigene Klientel", so der Politiker, als seien die in Folge von ihm angegangen LGBTI keine Bürger der Stadt. "Die Aggregation von Minderheiten macht noch keine Mehrheit aus", so der 65-Jährige. Das habev jüngst auch Hillary Clinton erfahren müssen.

Pazderski: LGBTI agitieren mit Steuergeldern gegen Bürger

Pazderski, der zusammen mit Beatrix von Storch die Berliner AfD anführt, stellte in Anspielung auf ein Wahlplakat der Linken in Folge die Frage, wem die Stadt gehöre. "Die Antwort des Senats ist klar: Einigen wenigen privilegierten Gruppen und Vereinen, die sich typischerweise durch witzig-clevere Abkürzungen und die reichliche Verwendung modischer englischer Begriffe auszeichnen. Das Hauptanliegen dieser Gruppen besteht darin, Mittel aus dem Steuertopf zu fordern, um dann genau gegen die Steuerzahler zu agitieren, deren Geld sie ausgeben. Das alles läuft dann unter Stärkung der Bürgergesellschaft. Dabei ist gerade dieses Bürgerliche diesen Gruppen zutiefst suspekt und verachtenswert."

Ohne dazu nähere Erläuterungen zu machen, fuhr der Politiker direkt im Anschluss fort: "Ich habe mich mal im Internet schlau gemacht, wieviele Transgenderpersonen es eigentlich in Deutschland gibt. Es war fast unmöglich, dazu nur auch eine halbweg valide Zahl zu finden. Wenn man Wikipedia Glauben schenken darf, dann liegt der Anteil bei gerade einmal 0,25 Prozent der Bevölkerung in Berlin. Das wären bei 3,6 Millionen Einwohnern 9.000 Personen. (…) Doch die Regierungsparteien versuchen Transgender zu einer Art von Massenbewegung hochzustilisieren." Das gelte auch für andere "Lieblinge" der Landesregierung, etwa Vegetarier und Fahrradfahrer.

Pazderksi beklagte "Umerziehung" durch Diversity-Programme, bei denen "Wildwuchs" herrsche und die eine "millionenfache Steuerverschwendung" seien. Die Programme gehörten auf den Prüfstand wie auch Maßnahmen zur Prävention von Gewalttaten, die ein "Placebo für mangelnde Courage in der Sicherheitspolitik" seien.

Den Punkt abschließend meinte der Politiker: "Damit nicht gleich wieder Vorurteile über die AfD aufkommen: Wir haben nichts gegen Transgender-Personen, Vegetarier, Veganer oder Radfahrer. Sie haben die gleichen Rechte wie jeder Bürger. Aber gegen was wir etwas haben ist die Tatsache, wenn Minderheiten und deren selbsternannte Sprecher wie Mehrheiten behandelt werden und sich (wie Mehrheiten) aufspielen. Und der Mehrheit ihre Lebensweise aufdrücken wollen." Eine leicht abgewandelte Version des Zitats verbreitete die Partei später auf Facebook.


Wie immer betreibt die AfD ihre Hetze nicht nur im Parlament, sondern auch in sozialen Netzwerken. Im Begleittext wird ein direkter Zusammenhang zu vermeintlichen Regierungsplänen zu Unisex-Toiletten hergestellt.

Unisex-Toiletten im politischen Visier

Der im November beschlossene Koalitionsvetrag sieht umfangreiche Maßnahmen in der Queer-Politik vor, darunter die Einrichtung eines speziellen Jugendzentrums, die Stärkung der "Initiative sexuelle Vielfalt" und ein Einsatz für LGBTI im Bundesrat (queer.de berichtete).

Die letzten Tage hatten politische Gegner aber vor allem eine den Grünen angelastete Initiative für Unisex-Toiletten durch den Kakao gezogen. So warnte die CSU im AfD-Stil vor dem "Gaga-Vorschlag" und forderte: "Ab ins Klo mit wirren Gender-Vorschlägen!" (queer.de berichtete) Größtenteils unsachliche Kritik und Spott kam u.a. auch von der "Demo für alle", vom Cicero, dem Berliner FDP-Chef Sebastian Czaja und, natürlich, dem Grünenpolitiker Boris Palmer.

Dabei hatte Behrendt nur einen Zwischenbericht zur möglichen Einrichtung entsprechender Toiletten vorgelegt, der auf eine Anfrage des vorherigen Senats zurückging (queer.de berichtete). Unter Rot-Schwarz und Behrendts CDU-Vorgänger waren in mehreren Landesgebäuden sowie einigen Schulen und Rathäusern bereits Unisex-Toiletten eingerichtet worden, derzeit ist ein Modellprojekt in ganzen zehn Gebäuden geplant. Die (im neuen Koalitionsvertrag nicht extra erwähnte) recht kostengünstige Umwidmung von in der Regel einer Toilette von mehreren soll vor allem trans- und intergeschlechtlichen Menschen den Gang aufs Klo und das Leben erleichtern. Auch Väter mit Babys können davon profitieren.

Bundes-AfD ätzt gegen Homo- und Transsexuelle beim Bund

Derweil geht die Bereitschaft der AfD, jede denkbare politische Iniative zum Thema LGBTI durch Hetze oder Drüber-Lustig-Machen zu begleiten, weiter. Am Donnerstag wurde bekannt, dass das Bundesverteitigungsministerium einen Workshop zum Umgang mit LGBTI in der Bundeswehr plant (queer.de berichtete).

Nachdem die "Bild"-Zeitung daraus ein "Sex-Seminar" machte, veröffentlichte die Bundes-AfD am Nachmittag unter dem unzutreffenden Schlagwort eine Karikatur eines rosaroten Panzers mit Regenbogenflagge und dem Slogan "Make Love, not war."


"Die überkandidelte Zurschaustellung der Sexualität unserer Soldatinnen und Soldaten dürfte wohl kaum dazu beitragen, die Kernaufgabe der Bundeswehr, nämlich die Verteidigung unseres Landes, zu erfüllen", ätzt die Partei im Begleittext. Und meint, durch das Seminar mache Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) die Bundeswehr zu einer "Gurkentruppe". Der Eintrag wurde bislang über 1.350 mal geteilt.



#1 SebiAnonym
  • 12.01.2017, 20:25h
  • >>> Minderheiten sollten sich nicht wie die Mehrheit aufspielen <<<

    Diese Aussage impliziert ja schon, dass Minderheiten weniger Rechte haben sollten und nicht die gleichen Rechte wie die Mehrheit verdient hätten.

    Rechte sind aber universell und in einer Demokratie zählt der Gleichheitsgrundsatz. Es ist völlig unerheblich, ob man zu einer Minderheit gehört oder nicht: jedem Menschen stehen die gleichen Rechte zu.

    Im übrigen ist jeder Mensch Mitglied mehrerer Minderheiten: Senioren sind eine Minderheit, Kinder sind eine Minderheit, Blonde sind eine Minderheit, etc. etc. etc. Sogar AfD-Wähler sind eine Minderheit.

    Stehen denn z.B. auch Blonden weniger Rechte zu, nur weil sie einer Minderheit angehören?
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#2 JustusAnonym
  • 12.01.2017, 20:46h
  • "Im Abgeordnetenhaus meint Fraktionschef Georg Pazderski, Minderheiten sollten sich nicht wie die Mehrheit aufspielen."

    Alles klar. Wie wäre es dann, wenn die AfD sich auch selbst daran halten würde und nicht der ganzen Gesellschaft ihre Politik aufzwingen will, obwohl sie nur 10-15% der Wähler repräsentieren?!

    Denn die AfD und ihre Anhänger sind in der Minderheit, spielen sich aber auf, als wären sie in der Mehrheit und könnten allen anderen ihren Willen aufzwingen.
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#3 FinnAnonym
  • 12.01.2017, 21:07h
  • ""Die überkandidelte Zurschaustellung der Sexualität unserer Soldatinnen und Soldaten dürfte wohl kaum dazu beitragen, die Kernaufgabe der Bundeswehr, nämlich die Verteidigung unseres Landes, zu erfüllen""

    Und wer genau fordert angeblich, dass Soldatinnen und Soldaten ihre Sexualität "überkandidelt zurschaustellen" sollen?

    Das entspringt nur mal wieder der perversen, kranken Phantasie der AfD und hat keinerlei Realitätsbezug.

    Und deren Wähler sind zu dumm, um das zu durchschauen.

    AfD - Allianz faschistischer Deppen
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#4 Patroklos
  • 12.01.2017, 21:16h
  • "Make love not war" ist das Motto der Hippiebewegung und die AfD mißbaucht das auch noch für ihre Zwecke!
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#5 easykeyProfil
  • 12.01.2017, 21:35hLudwigsburg
  • ".....Aber gegen was wir etwas haben ist die Tatsache, wenn Minderheiten und deren selbsternannte Sprecher wie Mehrheiten behandelt werden und sich (wie Mehrheiten) aufspielen. Und der Mehrheit ihre Lebensweise aufdrücken wollen."

    Georg Pazderski hat als Fleisch gewordenes Dum-Dum-Geschoss bestechend kompakt das Ansinnen seiner "Partei" auf den Punkt gebracht, nur irgendwie mal wieder so gedreht wie man es aus diesen hohlen Reihen nicht anders kennt und gerade beötigt. Hoffentlich rutscht er auf der PlapperStorch-Maus aus......
    Die Nummer mit der Bundeswehr ist noch ein ganz anderes Kaliber. Am plakativen Beispiel dieses Herrn Offizier kann der geneigte Leser leichterhand feststellen, dass zu dessen Dienstzeit der ganze Laden schon eine Gurkentruppe gewesen sein muss. So viel geistigen Durchfall kann nur sich nur der Staat leisten.
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#6 Homonklin44Profil
  • 13.01.2017, 02:10hTauroa Point
  • ""Die überkandidelte Zurschaustellung der Sexualität unserer Soldatinnen und Soldaten...(...)""

    Diese überkandidelte Zurschaustellung ernsthafter Verblödung in der AfD ist auch nicht gerade deren bestes Aushängeschild.

    Spaltkeile in die Bevölkerung treiben.
    Jetzt gehen die schon auf Vegetarier und Radfahrer los, was kommt da eigentlich hinterher noch? Irgendwann gibt es was gegen Ornithologen? Gegen Heizungsinstallateure? Gegen Counterstrike-Zocker .... es scheint, nichts ist vor dieser Saftnasenpartei sicher, die nicht einmal merkt, dass alle Minderheiten zusammen gezählt erst die Mehrheit verkörpern können.

    Wenn die schon vorgeben, nichts gegen LGBTIQ oder Trans-Menschen zu haben, aber kontinuierlich darüber loswettern ... ist es die Tatsache, dass sie nichts gegen sie in der Hand haben.

    Minimal geschätzte 9000 Bürger sind diesem AfD-Knilch also schon mal scheißegal. Mal vorausgesetzt, er hätte von sämtlichen Geschlechtsvarianten die statistischen Prozente zusammen gerechnet, was ich nicht glaube

    Bekomme das Gefühl, alles, was diese Partei leistet, ist wirklich, sich wie ein Großmaulfrosch zu gebahren.

    Welch ein Schmock!
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#7 trans_allianceProfil
  • 13.01.2017, 10:16h
  • .
    ... wir empfehlen auch der afd in berlin sich von "Kastrationen" von Kindern (Intersex Genitalverstümmelungen / Intersex Genital Mutilation (IGM)) zu distanzieren und sich ebenfalls für ein Verbot mit stark zu machen.
    .
    Zu Zeiten des preussischen Landrechts hat es so etwas auch nicht gegeben.
    .

    transallianceproject.wordpress.com/2017/01/08/bundestagwahl-
    2017/


    .
    .
    Ferner fordern wir den Berliner Fraktionschef Georg Pazderski der afd auf,
    sich für gesetzliche Neuregelungen zu Gunsten der tti Bereiche und nicht binärer Menschen ein zusetzen.
    .
    Die heutigen Gegebenheiten sind als 'Verbrechen gegen die Menschlichkeit' an zusehen und sind von niemanden zu rechtfertigen, der meint er tritt für das deutsche Volk.
    .
    Das Menschen sich begutachten lassen müssen (TSG) und bis zu 8.000 dafür zu bezahlen haben, um einen neuen angepassten Personalausweis zu erhalten, ist nicht rechtfertigbar.
    Wenn Erwachsene (Intersex Bereich) zu Zeiten Preußens und Weimarer Republik selbstbestimmen durften, wieso heute nur noch unter erheblichen staatlichen Schikanen.
    .
    Wie kann es sein das Kinder (Jungen+Mädchen) die wissen was Sie geschlechtlich sind, ihrer Rechte beraubt werden (Bereich Transsexualität).
    .
    Wie kann es sein, dass Menschen trotz medizinischer Indikationen (Bereich Transsexualität (Frauen, Männer, Nicht-Binär) Behandlungen und Anpassungsmaßnahmen nicht erhalten.
    Krankenkassen aber Boni's bezahlen, Fussball Bundesliga Vereine ... unterstützen...
    .
    Wie kann es sein, das Menschen die sich nicht binär ansehen - egal ob Sie den geschlechtlichen Bereichen Intersex / Intersexualität; Transsexualität, Transident; trans* / Transgender und / oder einfach außerhalb der 2 Geschlechterideologie stehen, selbstbestimmt keine x Eintragung in der Geburtsurkunde und Reisepass erhalten können.
    .
    Wie kann es sein, dass man die Gegebenheiten der Natur versucht zu verleugnen. Die Erde ist kein Fußball, aber rund und auch keine Scheibe.
    .
    .
    Jedes Geschlecht verdient Respekt
    Jeder Mensch verdient Respekt
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#8 ThankedAnonym
  • 13.01.2017, 17:03h
  • Patzderski, wo haben die den denn ausgegraben?
    Den kenne ich noch gar nicht.
    Wie gehabt, alles Scheisse was die anderen machen. Nur die Fake, Hass Hetz und Verdummungspartei
    AFD (Lachnummer) machte.
    Unverschämte AFD, die Bundeswehr eine Gurkentruppe zu nennen.

    Noch eins:
    Kein Geld, keine Sachspenden, keine Stimme der AFD.
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#9 ThsnedAnonym
#10 TheDad
  • 13.01.2017, 21:48h
  • Antwort auf #8 von Thanked
  • ""Unverschämte AFD, die Bundeswehr eine Gurkentruppe zu nennen.""..

    Der Mann darf das, der weiß wovon er spricht :
    ""Der frühere Bundeswehr-Offizier""
    heißt es im Artikel..

    In Wikipedia heißt es dazu in fast schon traditioneller Sprache :
    ""Georg Pazderski (* 6. Oktober 1951 in Pirmasens) ist ein deutscher Offizier (Oberst i.G. a.D.)""..

    ""ein deutscher Offizier""
    ist allerdings eine Eigenschaft, die hervorzuheben nicht unbedingt lohnt..

    Was übrigens auch auffällt bei den "AFD"-lern ist der "Migrationshintergrund" von vielen in der "Führungs-Riege" :
    ""Pazderski wurde als Sohn einer deutschen Mutter und eines polnischen Vaters im pfälzischen Pirmasens geboren.""..

    de.wikipedia.org/wiki/Georg_Pazderski
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