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Vorbild Hannibal Lecter

Weil sie gegen die Ehe für alle war: Student ermordet Mitbewohnerin

In Freiburg hat am Donnerstag der Prozess gegen einen 25-Jährigen begonnen, der keine Religiösität in seiner WG duldete.


Mordprozess vor dem Landgericht Freiburg: Der Angeklagte wurde jahrelang wegen Depressionen und Suizidgedanken therapeutisch und medikamentös behandelt. (Bild: flickr / Jack Pearce / by 2.0)

Wegen Mordes muss sich seit Donnerstag ein 25-jähriger Student vor dem Landgericht Freiburg verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, am 10. August 2016 seine 31-jährige Mitbewohnerin erstochen zu haben. Der Angeklagte hat die Tat gestanden.

Das Opfer, eine gläubige Christin aus Paderborn, war erst neun Tage zuvor in die Zweier-Wohngemeinschaft eingezogen, um in Freiburg in einem Gebetshaus zu arbeiten. Laut den Vernehmungen des Studenten, der sich gegenüber der Polizei als "Antitheist" bezeichnete, sei es wegen ihrer religiösen Überzeugungen mehrfach zum Streit gekommen. Am Tattag stürmte er nach eigenen Angaben in das Zimmer der Frau, befragte sie nach ihrer Haltung zur gleichgeschlechtlichen Ehe und stach ihr in den Hals, nachdem sie diese abgelehnt habe.

Die Tatwaffe – ein Messer – habe er in seiner Hosentasche versteckt gehabt, erklärte der 25-Jährige in den Vernehmungen. Nachdem das verletzte Opfer einen Fluchtversuch startete, verfolgte er es bis in das Treppenhaus und tötete es durch mehrere weitere Stiche in den Rücken. In der WG ließ er sich später widerstandslos festnehmen.

Gericht überprüft Schuldfähigkeit

Zu seiner eigenen sexuellen Orientierung wollte sich der isoliert lebende Angeklagte nach Angaben der "Badischen Zeitung" vor Gericht nicht äußern. Einen Partner oder eine Partnerin habe er noch nie gehabt. Zur Sprache kam beim ersten Prozesstag allerdings sein langjähriger Krankheitsverlauf. So wurde er schon zu Schulzeiten wegen Depressionen und Suizidgedanken therapeutisch und medikamentös behandelt. Gegenüber einem Sachverständigen nannte er die Romanfigur des Serienmörders Hannibal Lecter aus dem Kinofilm "Das Schweigen der Lämmer" als sein Vorbild.

Das Landgericht Freiburg muss nun die Schuldfähigkeit des Angeklagten feststellen. Ein Urteil wird bis Ende des Monats erwartet. (cw)



#1 stromboliProfil
  • 13.01.2017, 11:21hberlin
  • Die muss in 9 tagen den so in rage gebracht haben , dass selbst unser missionar hier als atheist durchgehen kann.
    Aber nach diesen tagen hätte man die frau auch auf die strasse setzen können.

    Schlag nach bei Schiller..
    "Drum prüfe, wer sich ewig bindet, Ob sich das Herz zum Herzen findet. Der Wahn ist kurz, die Reu' ist lang" ( vermietungstechnisch gesehen...)

    Mein allzu befangenes urteil: unschuldig wegen putativer notwehr.
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#2 KomischerVogelAnonym
  • 13.01.2017, 14:02h
  • Nach dem man immer wieder von Morden aus Religiösen Wahnsinn und Homophobie hört kommt einem schon mal so ein Rachegedanke...

    ... aber nun ist mir nur Übel.

    Wer Religion abstelle von Philosophie; Erkenntnis; Humanistischen Grundgedanken oder ähnlichem anlehnt, sondern aus mörderischen Wahn wie die Religioten ihn zu weilen an den Tag legen, ist kein Atheist sondern nur ein Barbar und kein stück besser als die Fanatiker mit ihren Aberglauben.
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#3 antos
  • 13.01.2017, 19:53h
  • Was man aus dem Artikel rauslesen kann: ein typischer Psychotiker, fehl- oder unbehandelt.

    Hier eigentlich keine Meldung wert.
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#4 2536trfgAnonym
  • 14.01.2017, 00:39h
  • Er hat damit das Leben der Frau beendet und sein eigenes Leben zerstört.

    Hätte er die Frau doch einfach nur ignoriert oder rausgeworfen aus der WG.

    Ein Hetero hätte wohl kaum die Frage nach der Ehe für alle gestellt. Somit muss er queer gewesen sein.

    Aber psychisch krank war er offenbar auch.

    Hätte die Politik die Ehe für alle schon vor längerer Zeit beschlossen, so wäre das alles nicht passiert.

    Ich seh somit auch eine Teilschuld bei der Politik, die so tut als dürfe man queere Menschen immer noch rechtlich diskriminieren, entgegen Menschenrechten und entgegen dem Grundgesetz. Widerlich, diese Politik der Diskriminierungserhaltung in Deutschland.
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#5 VeganPLProfil
  • 14.01.2017, 01:07hBerlin
  • und vielleicht ist der mörder eigentlich ein opfer von homophobe und religiöse gesellschaft?
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#6 stromboliProfil
  • 14.01.2017, 08:07hberlin
  • Antwort auf #3 von antos
  • sicher, auch dass ist ein richtiger aspekt..was folgt daraus?

    Natürlich gibt es auch das gebot des emphatischen mitgefühls für das opfer...
    Rechtfertigt man damit auch die radikalität der meinung?
    Und wertet man die eine radikalität so geringer ...
    Wie also umgehen mit "mitgefühl" .
    Ich persönlich kann mich in dieser situation nur in die person des täters einfühlen, die wut nachvollziehen die das ignorant religiote hervorruft.
    Die christliche arroganz und ausschließende geisteshaltung des opfers hingegen nicht akzeptieren!

    Das der verlusst der kontrolle beim täter psychische ursachen hatte, ist wahrscheinlich, wird hoffentlich auch im prozess herausgearbeiten werden.

    Zusammengefasst: da trifft psychisch gestörter mit ausgeprägtem mangel an selbstwertgefühl , auf hochgradig selbstorientierte sektarierIn
    Eine studie in soziopathie.
    Zur falschen zeit am falschen ort aufeinander getroffen!
    Auch das muss gesagt sein.

    Heute in meinem verteiler folgende nachricht gelesen:

    www.gay.it/attualita/news/tragedia-brasile-madre-accusata-av
    er-ucciso-figlio-perche-gay


    hier ermordet eine religote mutter ihren schwulen sohn und verbrennt die leiche.
    Also für mich eine umkehrungssituation...?
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#7 Homonklin44Profil
  • 14.01.2017, 22:53hTauroa Point
  • Ohne weiteres Hintergrundwissen zu dem Fall schwierig zu beurteilen, warum er sie überhaupt als WG-Partnerin hat einziehen lassen. Gewöhnlich führt man Gespräche mit den BewerberInnen. Da kommt dann schon in etwa zum Vorschein, was Jemand für Ansichten hat.

    Schockierend allemal, auch wenn man die Methoden von Religioten kennt, und es schwer ist, deren Dellusion immer stirnrunzelnd hinzunehmen, ausrasten und Mord, weil jemand anderer Überzeugung ist? Nee, da müsste schon ganz viel passieren. Und wer weiß, was da sonst noch gelaufen ist, ob die Überzeugung der Frau der einzige Grund war, der Typ vielleicht auch an ihr interessiert und sie nicht an ihm ect. Wissen wir alles nicht.

    Neben Depressionen vielleicht noch andere psychische Probleme. Das mit H. Lecter als Vorbild klingt schon mehr nach Realitätsverlust. Diagnose Psychose ... ja wer weiß.
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#8 DidiXXXAnonym
  • 15.01.2017, 00:04h
  • Ferndiagnosen sind sicher schwierig. Folgt man dem Text, dann muss man von einem psychotischen Raptus ausgehen. Alternativ kann man auch eine narzisstische Kollision annehmen. Zwei bedauernswerte Geschöpfe haben sich da getroffen.
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#9 Jolanda72Anonym
  • 15.01.2017, 13:48h
  • Wenn man eine andere Meinung nicht tolerieren kann, dann bringt man sein Gegenüber nicht um und wünscht ihm auch nicht den Tod an den Hals.
    Ob der Täter schuldfähig ist oder nicht, ist noch ungeklärt, aber das scheint die meisten Kommentatoren nicht zu interessieren. Anscheinend fällt die Vorstellung schwer, dass ein Atheist*in Gewalt ausüben kann bzw. er/sie dies nur dann tut, wenn er/sie psychisch gestört ist. "Religiot*innen" traut man aber neben Dummheit, Unreflektiertheit aber offenbar alles zu. Da sage ich als gläubige "Religiotin", dass manche hier offenkundig nur den Splitter im Auge des anderen, aber nicht den Balken im eigenen Auge sehen und noch nicht mal ansatzweise den Versuch dazu starten. Aber gut, Queersein geht eben nicht zwingend mit Intellekt und Toleranz für Andersdenkende einher.
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#10 Herr GundersenAnonym
  • 15.01.2017, 15:18h
  • Antwort auf #4 von 2536trfg
  • "Ein Hetero hätte wohl kaum die Frage nach der Ehe für alle gestellt. Somit muss er queer gewesen sein."
    Sorry, aber ich hab' genau den Streit über christliche Homophobie auch beständig mit meiner ultrachristlichen Nachbarin.
    Und bin cis-het.

    Liebe Grüße
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