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Theater

Wie "Trixi von Adler" die Homosexualität abschaffen will

Die AfD-Politikerin Beatrix von Storch war Vorlage für ein neues Stück am Volkstheater Rostock.


Weil ihr Schweinebraten anbrennt, greift Trixi von Adler, Frontfrau der Partei "Aufruf völkischer Deutsche" (AvD), zum Döner (Bild: Volkstheater Rostock)

Mit einer Politiksatire thematisiert das Volkstheater Rostock den Rechtsruck in der Gesellschaft. Für das neue Stück "Trixi von Adler", das am Freitag vor einer Woche in der Kleinen Komödie Warnemünde Premiere feierte, ließ sich Regisseur Christof Lange nicht nur beim Namen von der homophoben AfD-Europaabgeordneten Beatrix von Storch inspirieren.

Sandra-Uma Schmitz spielt Trixi von Adler, die Frontfrau der Partei "Aufruf völkischer Deutsche", deren großes Vorbild Magda Goebbels ist. Zwei Tage vor der Bundestagswahl, bei der die AvD den Umfragen zufolge auf Platz zwei landen wird, versucht sie eine bewegende Dankesrede vorzubereiten. Die "Homo-Ehe" gehöre abgeschafft, wenn nicht sogar die Homosexualität selbst. Und jeder soll wieder dorthin, wo er hingehöre: die Flüchtlinge hinter die Landesgrenze und die deutsche Frau zurück an den Herd.

Meilenweit entfernt vom eigenen Ideal

Immer mehr kommen jedoch die Widersprüche der Trixi von Adler zum Vorschein: Ihre "volksnahe" Rede schreibt sie hoch oben in ihrer Berliner Loftwohnung. Dann brennt ihr auch noch der Schweinebraten an, denn als Hausfrau ist sie eine Katastrophe. Und sie hasst die lauten Kinder des Nachbarn, liebt ihren Goldfisch "Goldi" mehr als ihren Ehegatten und mag Döner mit extra scharfer Sauce…


Ihren Goldfisch liebt Trixi mehr als ihren Mann (Bild: Volkstheater Rostock)

"Wir verstehen es keinesfalls als Agitprop-Veranstaltung", erklärte Schauspielerin Sandra-Uma Schmitz zu der realsatirischen Mischung aus Komödie und Groteske. Die Ähnlichkeit ihrer Figur mit aktuellen Politikern sei bewusst inszeniert, um das "absurde" Frauen- und Gesellschaftsbild der AfD zu hinterfragen, sagte sie der "Schweriner Volkszeitung". "Wir möchten künstlerisch provozieren."

Beatrix von Storch inspirierte übrigens nicht zum ersten Mal die deutsche Theaterszene. Im vergangenen Jahr hatte die AfD-Europaabgeordnete erfolglos dagegen geklagt, dass ihr Foto in dem Stück "Fear" der Berliner Schaubühne gezeigt wird (queer.de berichtete). Das Zombie-Drama von Falk Richter thematisiert, wie sich rechtspopulistische und rechtsextreme Politiker und Aktivisten menschenverachtende Stimmungen zunutze machen und diese weiter befördern. (cw)

Infos zum Stück

Trixi von Adler. Regie: Christof Lange. Darstellerin: Sandra-Uma Schmitz. Ort: Kleine Komödie Warnemünde. Rostocker Str. 8, 18119 Rostock. Nächste Termine: 14.01. (20h), 15.01. (16h), 26.01. (20h), 25.2. (20h), 26.02. (16h). Karten können online bestellt werden.


#1 MinoAnonym
  • 14.01.2017, 14:19h
  • Da lohnt es sich doch glatt mal, nach Rostock zu fahren, um Trixi von Adler mal live zu sehen...
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#2 wollschweinAnonym
  • 14.01.2017, 14:25h
  • Die afd hat tatsächlich ein weltfremdes Frauenbild. Sogar die Vorsitzende ist weiblich...
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#3 HoffenAnonym
  • 14.01.2017, 16:15h
  • Hoffen wir mal das sich der Automobilclub von Deutschland wegen der verwendeten Abkürzung AvD nicht angepisst fühlt.

    Wenn sich die Nazis von der AfD angepisst fühlen ist das deren Problem..
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