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"Darüber spricht man nicht"

Schüler drehen Film über Schwule im Dritten Reich

Im Rahmen eines Berliner Geschichte-Grundkurses entstand ein sehr sehenswertes 15-Minuten-Video über Homosexualität im Nationalsozialismus und heute.


Screenshot aus dem Film: Die Schüler interviewten u.a. Passanten am Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen, darunter dieses schwule Paar aus München

Anlässlich des 72. Jahrestags der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz waren Berliner Schulklassen zum 14. Mal aufgerufen, Arbeiten zum Thema Nationalsozialismus einzureichen. Unter dem Motto "Darüber spricht man nicht" setzte das "Jugendforum denk!mal" als Veranstalter in diesem Jahr den Fokus auf die Opfergruppe der Homosexuellen. Zu den herausragenden Ergebnissen, die seit heute im Casino des Berliner Abgeordnetenhauses ausgestellt werden, gehört der Film einer elften Klasse des Herder-Gymnasiums im Stadtteil Westend.

Die Schüler zogen mit der Kamera zum Denkmal für die verfolgten Homosexuellen im Tiergarten sowie in den "Regenbogenkiez" am Nollendorfplatz, um dort Interviews mit sehr unterschiedlichen Passanten zu führen. Aus fünfeinhalb Stunden Material schnitten sie innerhalb weniger Tage ein sehr sehenswertes und aufschlussreiches 15-Minuten-Video, das nicht über die Verfolgung in der NS-Zeit informiert, sondern auch die Situation von Lesben und Schwulen heute thematisiert.

"Das diesjährige Jugendforum hat sich als Ziel gesetzt, den Fokus auf eine bisher weniger betrachtete Opfergruppe der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft zu richten", hieß es in der Ausschreibung zum Projekt. "Homosexuelle wurden lange Zeit nicht als Opfergruppe anerkannt und als diese zudem nur selten thematisiert. Noch in der Gegenwart werden Angehörige einer sexuellen Minderheit immer wieder mit Ausgrenzung und Gewalt konfrontiert."

Die Ausstellung im Berliner Abgeordnetenhaus mit allen eingereichten Arbeiten kann noch bis zum 23. Januar werktags von 10 bis 17 Uhr angesehen werden. (cw)

Direktlink | Die "Berliner Zeitung" lud den Film der Schüler des Herder-Gymnasiums auf Youtube hoch



#1 SebiAnonym
  • 16.01.2017, 09:40h
  • Es macht Hoffnung, dass es Klassen gibt, die auch solche Themen aufgreifen und dass es junge Menschen gibt, die sich diesem Thema widmen.

    Geschichte ist nicht Auswendiglernen von Daten, sondern Geschichet ist spannend und wichtig für heute. Und hier sieht man, wie Geschichtsunterricht auch aussehen kann... So einen Geschichtsunterricht, wo man auch mal solche Projekte macht, hätte ich mir auch gewünscht.

    Ein Kompliment den Schülerinnen und Schülern sowie dem Lehrer.
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#2 Carsten ACAnonym
  • 16.01.2017, 10:04h
  • Angesichts der Tatsache, dass immer noch viele Deutsche den rosa Winkel nicht kennen und auch nicht wissen, dass Schwule in KZs gekommen sind, Opfer von Menschenversuchen waren, zwangskastriert wurden, schwerste Zwangsarbeit verrichten mussten, vergast wurden, etc. ist mehr Aufklärung an Schulen und in dem Medien dringend überfällig.
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#3 panzernashorn
  • 16.01.2017, 11:36h
  • Man sieht und hört doch überdeutlich, worauf es ankommt:

    Bildung und Aufklärung und zwar immer wieder und permanent anstatt durch das Zutun Ewiggestriger verhinderter Bildungspläne und Religionsverblödung.

    Wieder zeigt sich überdeutlich, dass Wissen Macht ist und man stets gegen geballhornte Dummheit anzukämpfen hat.

    Wer Vorurteile hat, hat meist keinerlei Argumente, sondern zeigt lediglich seinen beschränkten (Wissens-)Horizont.
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#4 JustusAnonym
  • 16.01.2017, 11:58h
  • Man sieht wieder mal:

    während die Politik philosophiert, dass LGBTI-Themen in der Schule die Schüler "verwirren" könnten, zeigen die Schüler, dass sie längst viel weiter sind.

    Kinder und Jugendliche sind keine Volldeppen, man muss sie nur ernst nehmen.

    Diese Themen beschäftigen die Schüler eh, wieso sollen sie dann nicht seriöse Informationen aus zuverlässigen Quellen bekommen? Wäre das nicht besser, als wenn sie sich da irgendwas zusammenphantasieren und von wer weiß wem aufgeklärt werden?!
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#5 Julian SAnonym
  • 16.01.2017, 12:37h
  • Antwort auf #4 von Justus
  • Du hast vollkommen recht. Das Problem ist nur, dass die kommenden Generationen bewusst genauso dumm gehalten werden sollen, wie die davor.

    Denn sowohl Kirche als auch (unfähige) Politiker sind auf dumme Menschen angewiesen.
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#6 ClementineAnonym
  • 17.01.2017, 09:05h
  • Eigentlich ein sehr gelungender Film, aber Homosexualität ist nur gleich schwul, Lesben tauchen in dem Film nicht auf, kein Wort zu deren Situation, kein Wort, daß Himmler 1935 den Paragrafen 175 auch auf Frauen ausweiten wollte, aber daran gescheidert ist, es also nach 1938 einen Unterschied zwischen dem Altreich und Österreich (§§ 129 I b (Tat) und 130 (Strafmaß)) gab.
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#7 stromboliProfil
  • 17.01.2017, 09:29hberlin
  • Antwort auf #6 von Clementine
  • und was leiten wir daraus ab?
    Sind 15 minuten schon zuwenig, um das schwule abzubilden, sodass das lesbische drama vieleicht in einem folgefilm erarbeitet werden sollte, statt die 15 minuten mit quotenzwang zu überfordern.
    Ständig dieses sich dranhängen wollen!

    Allein der hinweis auf himmler, auf die ungleiche behandlung der lesben unter dem regime und in der folgezeit gibt da raum zum nachdenken.
    Es widerspräche nicht dem aufarbeitungsgebot, mal die unterschiedlichkeiten herauszuarbeiten und so dem jeweiligen unrecht gerecht zu werden, statt darüber zu lamentieren, dass der "eigene anteil" an der verfolgung zu kurz komme!
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#8 stromboliProfil
  • 17.01.2017, 09:31hberlin
  • ps..
    ansonsten bin ich froh, dass überhaupt jugendliche solche filme in angriff nehmen!
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#9 ClementineAnonym
  • 17.01.2017, 15:38h
  • Antwort auf #7 von stromboli
  • Warum heißt der Film aber 'Homosexualität in der NS-Zeit' und nicht 'Schwules Leben in der NS-Zeit'? Dann hätte ich überhaupt nichts gesagt. Mich stört, daß Homosexualität bzw. Homosexuelle immer als Synonym für Schwule benutzt wird und Lesben nicht mit gemeint sind. Am schlimmsten ist 'Homosexuelle und Lesben'.
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#10 stromboliProfil
  • 17.01.2017, 17:43hberlin
  • Antwort auf #9 von Clementine
  • so besehen muss ich dir voll recht geben!
    Es ist halt so ein ding mit der medizinischen wortschöpfung für uns gleichgeschlechtliche.
    Kommt aus der vorbelasstet "medizinischen forschung, und ist von mir als abfällige kennzeichnung benutzt.
    Ist halt unreflektierter sprachgebrauch.

    Ich ziehe das schwul für den männlichen gleichgeschlechtlichen vor, so hinter der person auch ein emanzipatorischer anspruch zu sehen ist.
    Ansonsten ist er der gewöhnliche homosexuelle mit heteronormativer vorprägung ...
    Wissenschaftlich determiniert eben!
    Nicht mehr!

    Ich will und kann den gleichgeschlechtlichen frauen nicht vorschreiben wie sie ihren pride/stolz ausdrücken wollen.
    Ob da lesbisch oder ein anderer/andere begriffe dies ausdrücken, müsst ihr entscheiden und einfordern.

    Aber nicht schon wieder einen begriff der alles beschreiben soll ohne raum für differenzierungen zuzulassen.
    Der geschlechter und identitäten zusammen pappt und ihm mit einer zunehmenden buchstabenkette eine neue bedeutsamkeit gleicher identitäten geben will .

    Queer ist einbegriff, der zusammenfügt was abseits der heteronormativen wertvorstellungen teil menschlichen seins dastellt.
    Und er ist auch ein politischer anspruch, hinter dem ich mich stellen kann.
    Als überbegriff wenn gemeinsame ziele erarbeitet und bestätigt, ist mir dieser begriff sehr genehm.
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