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Reform

Irland lockert Blutspendeverbot für Schwule

Auf der grünen Insel dürfen Männer, die Sex mit Männern haben, künftig wieder Blut spenden – zumindest, wenn sie ein Jahr lang auf Sex verzichtet haben.


Immer mehr Länder lassen Schwule und bisexuelle Männer zumindest unter Auflagen Blut spenden (Bild: Matt Hecht / flickr)

Der staatliche Irish Blood Transfusion Service (IBTS) der Republik Irland hat am Montag angekündigt, das Totalverbot beim Blutspenden für Schwule und bisexuelle Männer aufzuheben. Anders als Heterosexuelle müssen Männer, die Sex mit Männern haben, aber künftig ein Jahr lang keusch gelebt haben.

Mit der Lockerung sind künftig sowohl in Nord- als auch in Südirland Blutspenden für Schwule nach einem Jahr Abstinenz erlaubt, wenn sie alle anderen Spendevoraussetzungen erfüllen. Nordirland hatte bereits zum 1. September 2016 das Totalverbot aufgehoben (queer.de berichtete). Irland folgt damit dem Vorbild mehrere anderer Länder wie Frankreich, den Niederlanden oder den USA. Auch die britischen Landesteile England, Schottland und Wales hatten bereits 2011 eine derartige Regelung beschlossen.

Der irische Gesundheitsminister Simon Harris von der christdemokratischen Partei Fine Gael begrüßte den Schritt, der auf neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen und Erfahrungen in anderen Ländern beruhe.

Deutschland hält an Totalverbot fest

In Deutschland gilt weiter ein Totalverbot der Blutspende für Männer, die Sex mit Männern haben. LGBTI-Aktivisten und Aids-Hilfen fordern bereits seit Jahren eine Reform dieses als diskriminierend empfundenen Ausschlusses. Zwar haben vergangenes Jahr sowohl Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe als auch die Gesundheitsminister aller 16 Bundesländer das Ende des Totalverbots angeregt, die verantwortliche Bundesärztekammer hat aber bislang noch nicht reagiert. Sie prüft bereits seit 2013 eine Aufhebung des Verbots (queer.de berichtete).

Derzeit machen mit Bulgarien, Italien, Lettland, Polen, Portugal und Spanien nur sechs der 28 EU-Staaten keine Unterschiede zwischen hetero-, bi- und homosexuellen Männern beim Blutspenden. In diesen Ländern gibt nicht die sexuelle Identität den Ausschlag, sondern nur das individuelle Risikoverhalten der spendewilligen Personen. (dk)



#1 Keusch wie JosefAnonym
  • 17.01.2017, 12:04h
  • Diese Voraussetzung zu erfüllen ist ja wohl technisch unmöglich :-)

    Frage ist auch, wie wird das überprüft ???
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#2 Patroklos
  • 17.01.2017, 12:39h
  • Es ist ja löblich, daß Irland das Blutspendeverbot für Schwule lockern will, noch besser wäre jedoch, es komplett abzuschaffen!
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#3 headinthecloudsAnonym
  • 17.01.2017, 20:28h
  • Ach, das ist aber eine gute Nachricht! (von denen gibt es leider immer weniger hab ich so den Eindruck...) Das freut mich wirklich zu hören. Von den vielen Diskriminierungen denen wir ausgesetzt sind, habe ich dss Blutspendeverbot immer als das Lächerlichste empfunden. So zeugt es von weltfremder, längst veralteter Weltsicht die in krassem Kontrast zum steten Forstschritt der Medizin steht. Eine Einteilung von Blut in "gut" und "schlecht" ist doch sehr Nazideutschland verdächtig und nicht mal ansatzweise begründbar...das Deutschland weiterhin daran festhält finde ich nur zum Kopfschütteln und eine bodenlose Frechheit! Nicht nur uns gegenüber, sondern auch den Patienten denen damit geholfen werden könnte. Sobald ich 18 bin würde ich sofort spenden um zu helfen. Darf ich nicht, das ist ein Armutszeugnis.

    Eine Lockerung ist zwar schon ein Fortschritt, aber immer noch völlig abstrus. Keuschheit für 1 Jahr? Lachhaft. Das ist null realistisch. Und Heteros dürfen? Obwohl AIDS zunehmend bei Heterosexuellem Verkehr übertragen wird? Heteros haben auch ein Übertragungsrisiko, da ist es schlichtweg Diskriminierung Homosexuellen ein erhöhtes Risiko zu unterstellen.

    Der einzige richtige Weg: Eben das Individualrisiko berücksichtigen, nicht die Sexualität
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