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Tat mit dem Handy gefilmt

Prozess in Gießen: Vier Männer quälten Schwulen

Die Angeklagten zwangen das 29-jährige Opfer, mit nacktem Oberkörper für sie zu tanzen, und verprügelten es anschließend.


Strafprozess in Gießen: Die Lokalzeitung nannte die Tatvorwürfe ein "Zeugnis beispielloser Verrohung" (Bild: flickr / Emmanuel Huybrechts / by 2.0)

Wegen gefährlicher Körperverletzung, Freiheitsberaubung, Bedrohung und Nötigung müssen sich seit Montag vier Männer in Gießen vor Gericht verantworten. Den 22-, 29-, 35- und 38 Jahre alten Angeklagten wird vorgeworfen, im November 2014 einen 29-jährigen Schwulen schwer misshandelt zu haben.

Die betrunkenen Männer befanden sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft auf dem Nachhauseweg von einer Kneipe. Nachdem sie erst einen 44-Jährigen, der nur nach einer Zigarette fragte, die Nase brachen und mehrere Zähne ausschlugen, trafen sie den 29-Jährigen, der sich als homosexuell outete, und nahmen ihn mit in eine Wohnung in der Gießener Bahnhofstraße.

Was dort geschah, wurde von den Angeklagten selbst mit dem Handy gefilmt. In dem einstündigen Clip ist nach Angaben des "Gießener Anzeigers" zu sehen, wie sie ihr Opfer erst dazu zwangen, mit nacktem Oberkörper für sie zu tanzen, und es anschließend mehrfach mit einem Gürtel schlugen und verprügelten.

"Tanz endlich, sonst hau ich Dir uff die Fress"

Die Anweisung "Tanz endlich, sonst hau ich Dir uff die Fress" sei deutlich in dem Video zu hören, berichtete die Zeitung. Der 35-Jährige soll zudem den schwulen Fremden dazu gezwungen haben, seinen 38 Jahre alten Mitbewohner direkt anzutanzen und sich an diesem zu reiben. Dieser sei daraufhin ausgerastet und habe den 29-Jährigen brutal zusammengeschlagen.

Mit Ausnahme des "provozierten" 38-Jährigen bescheinigte eine vom Gericht bestellte Gutachterin allen Angeklagten trotz Blutalkoholwerten von bis zu 4,3 Promille keine Beeinträchtigung sowohl der Einsichts- als auch der Steuerungsfähigkeit. In einem weiteren Prozesstag am 6. Februar sollen die Plädoyers gehalten werden. (cw)



#1 Mega-BrutalandaAnonym
#2 Patroklos
  • 18.01.2017, 10:03h
  • Da dachten sich die Angeklagten, daß sich ihr übermäßiger Alkoholgenuß wohl strafmildernd auf sie auswirken wird. Gut, daß das Gericht das nicht gelten läßt und ich hoffe, daß die für ihr Vergehen hart bestraft werden!
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#3 JoonasAnonym
  • 18.01.2017, 10:12h
  • Diese Bastarde sind keine Menschen und nicht mal Tiere. Das sind einfach nur wandelnde Scheißhaufen, die Löcher in die Welt leben.

    Ich hoffe auf die härtestmögliche Strafe. Die Gesellschaft muss vor solchem Abschaum beschützt werden.
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#4 JustusAnonym
  • 18.01.2017, 10:40h
  • Der Rechtsruck an dem Politik und Kirche seit Jahren arbeiten, zeigt halt irgendwann Wirkung.

    Das gesellschaftliche Klima für solche Taten kommt ja nicht von ungefähr.
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#5 EulenspiegelAnonym
  • 18.01.2017, 11:00h
  • Antwort auf #4 von Justus
  • Zum Glück wird zur Zeit das gesellschaftliche Klima besser, nicht schlechter.

    Auch bei der traditionell konservativen Landbevölkerung und Migranten steigt die Akzeptanz, das erfahre ich auch im persönlichen Umfeld.

    Nur halt ein harter Kern von rechten Deppen sowie extrem religiösen oder in Ghettovierteln sozial abgehängten ist noch die Hochburg von nicht nur Schwulenhaß.
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#6 Julian SAnonym
  • 18.01.2017, 12:37h
  • Antwort auf #5 von Eulenspiegel
  • Wenn Parteien wie die AfD immer mehr Wähler anziehen, finde ich es schon sehr gewagt, zu behaupten, das gesellschaftliche Klima würde besser.

    Und selbst wenn: wenn dafür die Homohasser immer militanter und gewaltbereiter werden, hat man da auch nichts von.
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#7 LinusAnonym
  • 18.01.2017, 13:42h
  • Damit sich endlich etwas ändert, müssen mehrere Dinge passieren:

    1. Volle rechtliche Gleichstellung:
    Es zeigt sich immer wieder in anderen Staaten, dass volle rechtliche Gleichstellung (inkl. Eheöffnung und Volladoption) sehr schnell die Akzeptanz von LGBTI deutlich zum Positiven verbessert.

    2. Besserer Diskriminierungsschutz:
    Es wird immer Menschen geben, die sich nicht für Fakten und Argumente interessieren oder zu dumm sind, sie zu verstehen. Aber die Sprache des Geldes verstehen sie alle. Deswegen muss es effektive Maßnahmen geben, Diskriminierung zu verhindern. Und es darf auch keine Ausnahmen für Religionen geben.

    3. Mehr Aufklärung an Schulen:
    In der Jugend werden die Weichen gestellt, ob man weltoffen und tolerant durchs Leben geht oder vom Hass zerfressen wird. Und homo- und transphobes Mobbing ist schon an Grundschulen Alltag. Entsprechend muss es endlich mehr Aufklärung an Schulen geben und auch in Geschichte, Politik, etc. müssen solche Themen angesprochen werden.

    4. Mehr Sichtbarkeit in Medien:
    Sowohl im fiktionalen als auch im non-fiktionalen Bereich müssen LGBTI den Anteil haben, den sie auch im realen Leben haben.

    Und eines können wir auch selbst tun:
    Mehr Sichtbarkeit im Alltag!!!

    Denn je selbstverständlicher wir alle mit dem Thema umgehen, desto selbstverständlicher wird es auch für den Rest der Gesellschaft. Und desto mehr sehen die auch, wie viele und wie vielfältig wir sind.
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#8 seb1983
  • 18.01.2017, 14:05h
  • Antwort auf #4 von Justus
  • Ist klar...

    Auch die fanatischen Anti Tabak Parolen von AfD und Kirche zeigen offenbar Wirkung oder?
    Diesen Typen war es sch egal weshalb sie Gewalt anwenden. Um es mal mit unserem voll integrierten Liebling Bushido zu sagen: Stress ohne Grund.

    Wir haben inzwischen eine Lage in der Frauen grundlos U Bahn Treppen hinunter getreten werden und Passanten die nach einer Zigarette gefragt werden die Nase gebrochen wird.
    Dass darunter auch Schwule als Teil der Bevölkerung leiden ist traurig aber logisch.

    Hier läuft gesamtgesellschaftlich etwas falsch!

    Katholische Kirche und Politik haben da noch am wenigsten mit zu tun, Moscheen und "Gangsta Rapper" machen den wirklichen Einfluss aus und erklären den Jungs was ein richtiger Mann ist.
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#9 GerritAnonym
  • 18.01.2017, 15:01h
  • Antwort auf #8 von seb1983
  • Und wer schafft das Klima dafür, dass z.B. Jugendliche die Texte von "Gangsta-Rappern" über Recht und Vernunft stellen?

    Wenn Jugendliche merken, dass sie später im Leben null Chancen haben werden, sind sie halt empfänglich für Hass.

    Es ist soziologisch gut erklärt worden, dass man zwischen Ursachen und Auslösern unterscheiden muss. Hass-Musik, etc. mag der Auslöser sein bzw. die Radikalisierung beschleunigen. Aber die Gründe fangen viel früher an und da sind Politik und Religion die Wegbereiter.
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#10 FredAnonym