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"Frothy Mix" erhält eine Plattform

CNN heuert Homo-Hasser Santorum als Experten an

Einer der notorischsten Gegner von LGBTI-Rechten in der amerikanischen Politik hat einen neuen Job als CNN-Kommentator.


Rick Santorum wird künftig häufig bei CNN zu sehen sein (Bild: Gage Skidmore / flickr)

Der amerikanische Nachrichtensender CNN hat den ehemaligen US-Senator Rick Santorum aus Pennsylvania als Politikexperten angestellt. Via Twitter teilte der 58-Jährige am Dienstag mit, dass er als "Senior Political Commentator" beim Kanal aus Atlanta arbeiten werde. Derartige Kommentatoren ordnen meist im Studio ein Thema aus ihrer politischen Sicht ein.

Twitter

Neben Santorum stellt CNN nach Angaben der gewöhnlich gut informierten Washingtoner Zeitung "The Hill" auch zwei einstmals hochrangige Demokraten ein: Dabei handelt es sich um den früheren Kongressabgeordneten Steve Israel und die frühere Gouverneurin von Michigan, Jennifer Granholm. Hinzu kämen mehrere Journalisten der "Washington Post", der "National Review" und des "Washington Examiner".

CNN, das zur Primetime in den USA u.a. den schwulen Moderator Anderson Cooper einsetzt, gilt neben dem linksliberalen MSNBC und dem republikanischen Haussender Fox News Channel als politisch gemäßigter, um Neutralität bemühter Nachrichtenkanal. Laut einer Studie der University of Berkeley tendiert der Sender ein wenig nach rechts; allerdings unterstellen viele erzkonservative Republikaner CNN – wie praktisch allen Nachrichtenkanälen außer den Fox-Sendern – "linksliberale Parteilichkeit". In der letzten Woche hatte sich der angehende US-Präsident Donald Trump geweigert, während seiner Pressekonferenz einem CNN-Reporter eine Frage zu gewähren, und den Sender als "Fake News" abgekanzelt. Grund war ein – inhaltlich korrekter Bericht – des Senders über das Geheimdienstpapier zu möglichen russischen Kontakten Trumps.

In Deutschland und den meisten anderen Staaten der Welt ist das internationale Programm von CNN zu sehen, das nur teilweise die Sendungen des Hauptkanals übernimmt.

Santorum forderte strafrechtliche Verfolgung von Homosexuellen

Wegen seiner extremen Ansichten galt Santorum, der von 1995 bis 2007 im US-Senat saß, über Jahre als Hauptgegner von LGBTI-Aktivisten. So verglich er während seiner Zeit als Volksvertreter Homosexualität mit Sex mit Tieren und warb dafür, gleichgeschlechtlichen Sex wieder mit Gefängnis zu bestrafen.

2003 hatte der prominente LGBTI-Aktivist Dan Savage eine aufsehenerregende Aktion gegen Senator gestartet: Er wollte das Wort "Santorum" neu definieren und rief Fans auf, Vorschläge zu schicken. Am Ende kam dabei die Seite spreadingsantorum.com heraus, die viele Jahren bei Google-Suchen nach dem Begriff "Santorum" noch vor der Homepage des Politikers aufgetauchte. Die Neudefinition von "Santorum" lautet: "Schaumige Mischung (frothy mix) aus Gleitgel und Fäkalien, die manchmal ein Nebenprodukt von Analsex ist." In der Schwulenszene und unter Komikern ist Santorum seither als "Frothy" bekannt.


Satiriker wie John Stewart machten sich jahrelang über "Frothy" lustig. Bild: Screenshot Comedy Central

Santorum hatte sich auch bei den letzten beiden republikanischen Präsidentschaftsvorwahlen beworben. 2012 erreichte er hinter Mitt Romney den zweiten Platz, im vergangenen Jahr war er in einem dichten Feld von erzkonservativen Kandidaten wie Mike Huckabee und Ted Cruz chancenlos. Im Haupt-Wahlkampf gegen Hillary Clinton machte Donald Trump Santorum zu seinem Berater in Religionsfragen. Nach dem Wahlsieg bot Trump aber seinem Parteifreund offenbar keinen Job an. (dk)