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Islam und Homosexualität

Imam aus Neufahrn will Schwule und Lesben "zu einem Experten zur Heilung schicken"

Um den Ruf des Islam zu verbessern, lud die als liberal geltende Al-Mahdi-Moschee zu einer Pressekonferenz – das ging gründlich in die Hose.


Imam Malik Usman Naveed von der Al-Mahdi Moschee in Neufahrn gibt gerne Interviews (Bild: Al-Mahdi Moschee)

Innerhalb der islamischen Welt gilt die Ahmadiyya-Gemeinde, die in Deutschland rund 40.000 Mitglieder hat, als liberal, bei Hardlinern sogar als "unislamisch". Zu ihr gehört auch die Al-Mahdi Moschee in Neufahrn bei München, die regelmäßig Flyer "Muslime für den Frieden" verteilt sowie bei Tagen der Offenen Tür gezielt den Kontakt zu Nachbarn und Andersgläubigen sucht.

Um den Ruf des Islam zu verbessern, lud Imam Malik Usman Naveed am Donnerstagvormittag zu einem Pressefrühstück ein. Er gab Journalistinnen die Hand und ließ auch die weiblichen Gäste in den Gebetsraum für Männer. Oberstes religiöses Gebot sei für ihn der Einsatz für den Frieden, erklärte der Imam gleich zu Beginn des Medientermins. Als eine "unmenschliche Gräueltat" verurteilte er den Mordanschlag am Berliner Breidscheidplatz: "Wenn ein Mensch im Namen unserer Religion solche Übeltaten vollbringt, dann ist das ein immenser Schmerz."

Die Charme-Offensive ging jedoch nur solange gut, bis seine Haltung gegenüber Lesben und Schwulen zur Sprache kam. "Homosexualität ist eine Krankheit", zitierte "Focus Online" den Imam. Er würde Betroffene, die zu ihm kämen, "aufklären oder zu einem Experten zur Heilung schicken", ergänzte die "Abendzeitung" aus dem Pressegespräch in der Moschee.

Angesprochen auf die Gleichberechtigung der Geschlechter, erklärte Naveed, dass Frauen Männern gleichwertig seien. Sie dürften arbeiten und keinesfalls unterdrückt werden, stünden aber in der Pflicht, die Kinder zu erziehen. Die Al-Mahdi Moschee mit einem knapp neun Meter hohen Minarett wurde im Juni 2014 eingeweiht. Rund 200 Frauen und Männer aus Neufahrn, Freising und München treffen sich regelmäßig in dem Gebetshaus.

Mühsamer Dialog selbst mit liberalen Islamgemeinden

In Berlin war 2014 ein Dialogversuch zwischen dem LSVD-Landesverband und der liberalen Şehitlik-Moschee zur Farce geraten, als die Gemeinde gleich zweimal hintereinander vereinbarte Besuchstermine kurzfristig absagte (queer.de berichtete). Bei einer Podiumsdiskussion erklärte Moschee-Chef Ender Çetin später, Toleranz bedeute für ihn das "Ertragen" von Lesben und Schwulen (queer.de berichtete).

In Hamburg unterstützte der Moscheeverband SCHURA dagegen im vergangenen Jahr erstmals den CSD (queer.de berichtete). Die Berliner Gemeinde des Liberal-Islamischen Bundes ist seit 2016 Mitglied des städtischen Bündnisses gegen Homophobie (queer.de berichtete). (cw)



#1 gewickelt_grazProfil
  • 20.01.2017, 08:47hGraz
  • Dialog ist tatsächlich mühsam, aber er ist es Wert. Da muss man auch manchmal die Komfortzone verlassen und sich mit Meinungen und Einstellungen befassen, die einem zutiefst zu wider sind. Es ist schon einmal positiv zu bewerten, wenn überhaupt ein Dialog stattfindet, auch wenn in diesem Dialog kränkende Bemerkungen fallen. Trotzdem: Wer das erste Schimpfwort erfunden und statt einem Schwert verwendet hat, hat die Zivilisation erfunden. Auf Englisch heißt es ja auch: "Sticks and stones can break my bones, but words can never hurt me."

    Das Leben ist nun Mal kein Ponnyhof.
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#2 JustusAnonym
#3 JustusAnonym
  • 20.01.2017, 08:59h
  • Antwort auf #1 von gewickelt_graz
  • Einen größeren Schwachsinn habe ich selten gelesen:

    Natürlich können auch Worte großen Schaden anrichten. Die meisten LGBTI-Jugendlichen, die sich das Leben nehmen, tun das nicht wegen Gewalterfahrungen, sondern wegen Mobbing und Psychoterror.

    Die Wirtschaft hat Jahr für Jahr Milliardenverluste durch mobbingbedingte Krankheitsausfälle.

    Wieviele gewaltbereite Schwachmaten lassen sich nicht von religiösen, rassistischen, homophoben oder sonstigen Hetzern aufwiegeln und werden erst durch verbale Aufstachelung zum Gewalttäter...

    Etc. etc. etc.

    Als mir mal jemand hinterher rief, Schwule müssen man vergasen, hat mich das kein bisschen weniger getroffen und mir schlaflose Nächte bereitet, als wenn er mich direkt ins Gesicht geschlagen hätte.

    Mit Worten fängt es an. Aber aus Worten werden Taten. Vielleicht nicht sofort und vielleicht nicht durch dieselbe Person, aber es bleibt nicht folgenlos.

    Deswegen muss auch verbale Hetze, Beleidigungen, Mobbing, etc. bereits im Keim erstickt und mit aller Macht bekämpft werden!!!!
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#4 OrthogonalfrontAnonym
  • 20.01.2017, 09:06h
  • Tja, ohne wenigstens LGBTTIQ (und Juden) als Feindbild geht es halt auch im Ahmadiyya Kalifat nicht. War zu erwarten und entspricht auch meinen persönlichen Erfahrungen mit denen.
    Der Rest sind allesamt Lippenbekenntnisse. Die hätten diesen Imam mal Fragen sollen ob eine doch angeblich gleichberechtigte Frau deren Kalif werden kann. Die Antwort, ein klares Nein! Daher ist es so wichtig solche doppelzüngigen Typen mit den richtigen Fragen in die Ecke zu drängen, bis die endlich die Wahrheit sagen. Sollte man beim Papst auch endlich mal anfangen so zu machen!
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#5 OrthogonalfrontAnonym
#6 gewickelt_grazProfil
  • 20.01.2017, 09:14hGraz
  • Antwort auf #3 von Justus
  • Kinder und Jugendliche brauchen natürlich Liebe und Unterstützung von ihren Bezugspersonen. Aber ich widerspreche eindeutig der Errichtung von "Safe Spaces", in der es keine bösen Worte mehr gibt. Das führt doch nur dazu, dass wir selbst zu Snowflakes degenerieren.

    Das Ziel muss sein, sich zu selbstbewussten Schwulen, Lesben, Intersexuellen und Transgendern zu entwickeln, die auf jede Beleidigung eine schlagfertige Antwort finden.
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#7 OrthogonalfrontAnonym
#8 EulenspiegelAnonym
  • 20.01.2017, 09:18h
  • Antwort auf #4 von Orthogonalfront
  • Bei einem Tag der offenen Moschee an dem ich mal dabei war ging die Diskussion weiter.

    Da bestätigte der Imam die Todesstrafe für alle Arten von Ehebruch - das wäre aber kein Problem, da das deutsche Gesetz die Ausführung verbiete.

    Nach homosexuellen fragte dann keiner mehr.

    Man ist hier noch im tiefsten Mittelalter...
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#9 BobyAnonym
  • 20.01.2017, 09:32h
  • Oops, das sollte er nicht sagen... Es ist aber immerhin besser als das Geschwätz von papst Franciskus
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#10 OrthogonalfrontAnonym
  • 20.01.2017, 09:33h
  • Antwort auf #6 von gewickelt_graz
  • Ist halt nicht jeder so brachial schlagfertig wie du, Mister! Sollen wir Jugendlichen etwa Schutz verwehren, nur weil einige meinen dies MÜSSE eine Ellenbogengesellschaft sein? Ich finde es wichtig, dass es auch feinfühlige Menschen gibt und nicht alle auf einen niederen Standard herunterverroht werden. Und klar muss es Safe Spaces geben und gibt es auch: Dein Zuhause, deine Kirchengemeinde, dein Verein etc. pp. Warum dann keine Safespaces für LGBTTIQ?
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