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Tat unter Drogeneinfluss?

Melbourne: Amokfahrer stach zuvor auf schwulen Bruder ein

Der 26-jährige Dimitrious Gargasoulas, der am Freitag fünf Menschen tötete, hatte zuvor seinen Bruder lebensgefährlich verletzt: "Ich werde alle Schwulen (...) töten."


Dimitrious Gargasoulas war vor der Tat in Kreisen durch die Innenstadt gefahren und hatte dabei Passanten angeschrien

In Australien herrscht weiter Entsetzen über die Tat eines laut Polizei und Freunden wohl geistig verwirrten Mannes, der am Freitag mit einem Auto gezielt über einen mit Menschen gefüllten Bürgersteig in der Innenstadt von Melbourne fuhr und dabei fünf Personen tötete und 37 weitere verletzte. Zuvor hatte er bereits seinen Bruder mit einem Messer lebensgefährlich verletzt.

Bei der Amokfahrt starben ein 10 Jahre altes Mädchen, ein 25-jähriger Mann und eine 32-jährige Frau noch vor Ort, ein 33-Jähriger und ein 10 Monate altes Baby erlagen später im Krankenhaus ihren Verletzungen. Vier Personen schweben noch in Lebensgefahr.

Der Fahrer, der 26-jährige Dimitrious "Jimmy" Gargasoulas, war zu diesem Zeitpunkt in dem Wagen auf einer stundenlangen Flucht vor der Polizei, die aufgrund eines auffälligen Fahrstils eine Verfolgung durch zivile Autos ohne Eingreifen aufgenommen hatte. Erst nach der Amokfahrt konnte die Polizei den Mann durch ein Ramm-Manöver und Schüsse auf den Arm stoppen; er wurde nicht lebensgefährlich verletzt, konnte aber noch nicht vernommen werden.

Einen Terroranschlag hatte die Polizei dennoch recht früh dementiert. Gargasoulas sei durch frühere Taten bekannt, die auf Drogenkonsum und psychische Probleme zurückgeführt wurden, teilte die Polizei mit. Der Amokfahrt sei zudem eine gewalttätige Auseinandersetzung im Haus der Familie vorausgegangen, bei der sein Bruder verletzt wurde. Zwischenzeitlich soll der Mann auch seine 25-jährige schwangere Freundin als Geisel in dem Auto mitgenommen haben. Die Polizei ermittelt weiter.

Bruder ins Gesicht gestochen

Die Mutter des Mannes, Emily Gargasoulas, gab am Samstag dem Sender "Channel 7" sichtlich aufgelöst ein Interview, in dem sie sich von der Tat distanzierte: "Ich fühle mich voller Scham und schlecht. Ich möchte nicht als seine Mutter bekannt sein."

Zu der Auseinandersetzung mit Dimitrious' jüngerem Bruder Angelo sei es wegen dessen Sexualität gekommen: "Jimmy sagte mir: Ich werde alle Schwulen und Schwuchteln und Lesben töten", so die Mutter. Er stach seinen Bruder ins Gesicht und in den Oberkörper. Medienangaben zufolge befindet auch er sich in einem kritischen Zustand in einem Krankenhaus.


Das Interview der Mutter der Brüder von Channel 7 lässt sich online ansehen

Bereits vor fünf Jahren habe ein Kampf zwischen den Brüdern zu einem Krankenhausaufenthalt von Angelo geführt, so Channel 7. Die Polizei berichtete, der Mann sei ihr wegen mehrerer Gewalttaten, Delikten als Autofahrer und Drogenkonsums bekannt, bei den meisten Fallen habe es sich um Konflikte in der Familie gehandelt. Im Januar wurde er wegen einer Tat angeklagt, aber gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt.

Am Freitag hätte Dimitrious deswegen zu einem Gerichtstermin gemusst. Am Donnerstagabend war er gegen ca. 22 Uhr aus einem McDonald's verwiesen worden, weil er nach Angaben des Personals unter Drogeneinfluss stand. Wenig später versuchte er zweimal, Eintritt in eine Konzertbar zu erlangen, wurde aber abgewiesen und beleidigte Gäste und Personal und zerschlug einige Gläser.


"Jimmy" (l.) und sein jüngerer Bruder Angelo

Zu dem Angriff auf den Bruder kam es etwa gegen zwei Uhr morgens. Dann begann die stundenlange Autofahrt. Die Freundin berichtete, er habe gedroht, mit dem Auto gegen einen Pfosten zu fahren, sollte sie einen Fluchtversuch wagen. Aufgrund der von ihm bemerkten Verfolgung durch die Polizei sei er zunehmend aufgewiegelt gewesen und habe etwa mit dem Messer auf die Einrichtung des Wagens eingestochen, sie aber letztlich freigelassen. Die Polizei setzte die zunächst verdeckte Verfolgung aus Sicherheitsgründen aus, als er sich einer Fußgängerzone näherte. Die Tat beobachteten Beamte dann schockiert von einem Hubschrauber aus.

Crystal Meth und wirrer Glauben

Die Schlüssel zum Tatfahrzeug hatte Gargasoulas am Mittwoch von einem Nachbarn der Familie durch Einschüchterung erpresst. Nach Angaben des Mannes soll er dabei unter anderem eine Bibel verbrannt haben.

In wirren Facebook-Posts hatte sich der Mann, der aus einer früheren Beziehung drei Kinder hat, als "griechisch islamisch kurdisch" beschrieben sowie als Anhänger einer vorislamischen Religion der Kurden. Er werde für Gottes Gesetze kämpfen, schrieb er in dem sozialen Netzwerk und bezeichnete Ungläubige als "Hunde". Zuletzt postete er über Verbindungen zwischen Illuminati, Scientology und den Freimaurern.

Ein Freund der Familie sagte der "Daily Mail Australia", Dimitrious sei ein "toller Kerl" gewesen, der von Crystal Meth zerstört wurde. "Dann konvertierte er zum Islam und hat sich stark verändert. Den letzten Monat war er völlig neben sich. Er hat seinen Bruder ins Gesicht gestochen und seine arme Mutter verprügelt. Ich will das nicht verteidigen und er verdient es, dafür bestraft zu werden, aber die teuflische Droge Ice trägt die Schuld daran." (nb)



#1 Patroklos
#2 ollinaieProfil
  • 21.01.2017, 18:18hSeligenstadt
  • Was ich nicht auf die Reihe kriege ist, dass diese "Supergläubigen" andere Menschen wegen deren Lebensweise bestrafen wollen, ihren eigenen Lebenswandel mit Drogen und/oder kriminellen Aktivitäten aber scheinbar als legitim betrachten.

    War ja bei Amri u.a. genauso.

    Muss erst die Menschheit aussterben, bevor Religion und Glaube endlich stirbt?!
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#3 schwarzerkater
  • 21.01.2017, 21:21h
  • "Crystal Meth und wirrer Glauben" - für mich alles keine entschuldigung oder ein grund zur strafmilderung.
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#4 JadugharProfil
#5 SaulusAnonym
  • 22.01.2017, 15:38h
  • Ich sehe die Strafmilderung durch Drogen oder Alkohol sehr kritisch, da jeder Mensch für sich selbst verantwortlich ist und Drogen/Alkohol nicht als Vorwand nutzen darf. Sicherlich muss kranken, süchtigen Menschen geholfen werden. Aber vor Gericht sollte nur dann eine Strafmilderung akzeptiert werden, wenn der Täter sich positiv entwickelt. Also nicht von vornherein, sondern während der Strafe genauer hingesehen wird.
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#6 Homonklin44Profil
  • 22.01.2017, 18:41hTauroa Point
  • Die ganze Beschreibung klingt schon sehr danach, als ob da psychisch so Einiges im Argen war, bevor der Mann mit "Ice" in Berührung kam.

    Leider ist man mit Angehörigen unter psychischen Störungen und psychotischer Anfälligkeit, die sich durch Drogeneifch allein gelassen. Da heißt es von psychatrischer Seite oft nur, man müsse Verständnios finden.

    der Zusatz des Religiotischen scheint hier nur eine der Zutaten gewesen sein, welche die Psychose in Fahrt brachten.
    Auch ohne Drogen und Religiotenkram hätte der Typ wahrscheinlich eine behandlung nötig gehabt.

    Hoffentlich werden Bruder und Mutter wieder und schaffen es, das hinter sich zu bekommen.

    Leidlich ist, dass die Gesellschaft solche Entwicklungen passieren lässt. Man kann es nicht immer vorher wissen, aber bei entsprechenden psychischen Störungen sind entsprechende Maßnahmen in Einrichtungen der bessere Aufenthaltsort für solche Betroffene.
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#7 JadugharProfil
  • 22.01.2017, 21:16hHamburg
  • Antwort auf #6 von Homonklin44
  • Ich gehe auch davon aus, daß dieser Mensch sehr ausgeprägte Persönlichkeitsstörungen hat. Mehrmalige Attacken auf seinen Bruder und seiner Mutter zeigen, das was im Argen liegt. Für die Mutter mag das sehr peinlich gewesen sein, weil sie sich von seinen Schwierigkeiten und dessen Folgen distanzieren oder wegschauen möchte.
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