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Vergessener Skandal-Roman

Eine schwule Liebe um die Jahrhundertwende

Peter Roseggers Roman "Weltgift" verschwand 1901 gleich wieder aus allen Bibliotheksregalen. Eine Neuausgabe ist nun im Septime Verlag erschienen.


Peter Rosegger (1843-1918) zählt zu den bekanntesten Schrifstellern Österreichs. Dieses Porträt erschien 1888 in der Zeitschrift "Die Gartenlaube" (Bild: Various / wikipedia)

Peter Roseggers Roman "Weltgift" aus dem Jahr 1901 ist ein interessantes Beispiel für die literarische Behandlung des Themas schwule Liebe um die Jahrhundertwende. Kaum als Teil der Roseggerschen Gesamtausgabe Leipzig erschienen, verschwand das Buch gleich wieder aus allen Bibliotheksregalen.

Dank einer Neuausgabe des Wiener Septime Verlags ist der in Vergessenheit geratene Skandal-Roman über hundert Jahre später nun erstmals einem größeren Leserkreis zugänglich. Zuvor hatte es nur vereinzelte "Weltgift"-Nachdrucke in Fraktur gegeben.

Die Liebe, die keinen Namen hat


Roseggers Roman Weltgift beginnt mit den Worten "Heute endlich bin ich gestorben"

Die Geschichte, die der österreichische Schriftsteller und Poet in diesem Roman erzählt, handelt von Hadrian Hausler, dem Sohn eines reichen Industriellen. Dieser will nicht in die Fußstapfen seines Vaters treten und schon gar nicht die Leitung der Firma übernehmen. Er nimmt Reißaus und entflieht dem verhassten Elternhaus in einer Kutsche.

Hauslers einziger Gefährte ist der Waisenjunge Saberl. Er hat längst bemerkt, dass er für den einfachen jungen Mann mehr empfindet als nur Freundschaft. Die beiden werden unzertrennlich. Liebe unter Männern wird – ganz im Stil der Zeit – nur angedeutet, aber sie ist als Liebe, die keinen Namen hat, unmissverständlich präsent.

"Kritisch gegenüber der großen Kluft zwischen den sozialen Klassen, ist dieser große Roman des Österreichers erschreckend nah am Puls der Zeit und hat mehr als hundert Jahre danach nichts von seiner Aktualität eingebüßt", heißt es in der Verlagsankündigung zum Buch. Peter Rosegger (1843-1918) zählt zu den bekanntesten Schrifstellern Österreichs. 1913 war er für den Nobelpreis für Literatur nominiert. (cw/pm)

Am Donnerstag, den 26. Januar um 19.30 Uhr präsentiert der Autor und Journalist Jürgen Bauer Roseggers Buch "Weltgift" in der Wiener Buchhandlung Löwenherz. Der Eintritt ist frei.

Infos zum Buch

Peter Rosegger: Weltgift. Roman. Gebunden. 360 Seiten. Septime Verlag. Wien 2016. 25 € (E-Book 9,99 €). ISBN: 978-3-902711-59-5