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Model Hanne Gaby Odiele outet sich als intersexuell

Das belgische Supermodel spricht sich gegen Operationen an Kindern aus, die nicht einem Geschlecht zugeordnet werden können.


Hanne Gaby Odiele 2013 bei der New Yorker Fashion Week auf dem Laufsteg für Michael Kors (Bild: CHRISTOPHER MACSURAK / wikipedia)

Mit einem Interview in der Tageszeitung "USA Today", einer Presseerklärung und Einträgen in sozialen Netzwerken hat sich am Montag das belgische Supermodel Hanne Gaby Odiele als intersexuell geoutet.

Die 29-jährige Belgierin, die ihre Karriere vor rund zehn Jahren nach ihrer Entdeckung durch Tom Van Dorpe bei einem Konzert auf den Laufstegen in New York begann, gab zugleich bekannt, sich zukünftig dem Aktivismus für die Rechte Intersexueller zu verschreiben. Ihre Karriere als Model für Chanel, Givenchy, Prada, Mulberry oder DKNY Jeans und die Aufmerksamkeit durch Cover für unter anderem Marie Claire, Vogue und Elle garantieren ihr dabei Aufmerksamkeit.

"Ich habe einen Punkt in meinem Leben erreicht, in dem ich mich bereit fühle, diesen wichtigen Teil von dessen, was ich bin, mit der Öffentlichkeit zu teilen", so Odiele in einer Presseerklärung der Organisation "interACT". Es sei Zeit für intersexuelle Menschen, sich in das Bewusstsein der Menschen zu drängen und auf "unnötige und gefährliche Operationen" hinzuweisen, "die viele in unserer Kindheit ausgesetzt waren". "Intersexuelle Kinder, die heute geboren werden, stehen immer noch unter dem Risiko, diesen Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt zu werden."

Frühe Operationen


Odiele zierte in den letzten Jahren zahlreiche Cover weltweit

In dem Interview mit "USA Today" berichtete die in New York lebende Odiele, sie sei als Kind mit Androgenresistenz diagnostiziert worden und habe Chromosomen und Körpereigenschaften besessen, die eher bei Männern gefunden werden. Auch wurden interne, in der Lage veränderte Hoden gefunden. Die Ärzte rieten den Eltern, diese zu entfernen: "Sie warnten, ich könnte sonst Krebs bekommen und ich würde mich nicht als normales, weibliches Mädchen entwickeln."

Mit zehn Jahren wurde Odiele operiert. "Später wurde mir erklärt, dass ich keine Kinder haben kann. Ich bekam keine Periode". Acht Jahre später und kurz nach Beginn der Modellkarriere folgte eine weitere Operation zur Rekonstruktion der Vagina. "Es ist kein großer Deal, intersexuell zu sein", so das Model. Aber die Operationen und eine mangelnde Aufklärung verfolgten sie bis heute.

Organisationen verweisen auf die Schicksale von Menschen, die oft erst im späteren Leben erfahren, dass sie interesexuell geboren und später operiert wurden. Oft benötigen sie als Folge der Behandlung eine Hormontherapie, ohne davon zu wissen. Nicht selten haben Ärzte auch Kindern per Operation ein Geschlecht zugeordnet, mit dem diese sich später nicht identifizieren. Nachweisbare Belege über ein Krebsrisiko oder sonstige Gefahren durch einen Verzicht auf zu frühe Operationen gebe es dabei kaum.

Tabuisiert und ignoriert

Fast zwei Prozent der Bevölkerung wiesen zur Geburt intersexuelle Merkmale auf, betont InterACT – das entspräche dem Anteil Rothaariger an der Bevölkerung. Das Thema werde aber weiter tabuisiert und von Politikern ignoriert. Behandlungen an Kindern, die diese psychisch und physisch für immer belasteten, seien an der Tagesordnung, obwohl sie nur in den seltensten Fällen medizinisch geboten seien. Vielmehr spiele die Angst von Medizinern und Eltern vor nicht binär zuzuordnenden Körpern eine große Rolle.

Odiele sagt, sie habe im letzten Jahr vielen Freunden von ihrer Geschichte erzählt und erwarte im Model-Business keine Anfeindungen. "Ich war schon immer ich selbst und musste nicht in bewusste Rollen passen." Ihr Ehemann, das Model John Swiatek, meinte, er sei "unglaublich stolz und glücklich" über das Coming-out seiner Liebsten.

Direktlink | Ein Model mit Botschaft



#1 SebiAnonym
  • 24.01.2017, 17:56h
  • Intersexualität ist nach wie vor ein großes Tabu-Thema.

    Gut, wenn sich Promis als intersexuell outen und das Thema mehr in die Öffentlichkeit bringen.
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#2 ursus
  • 24.01.2017, 18:29h
  • "Eine neue Studie, die erstmals die Zahl geschlechtsverändernder Operationen an nicht zustimmungsfähigen intergeschlechtlichen Kindern untersucht hat, kommt zu dem Schluss, dass die Zahl der Eingriffe nicht wesentlich zurückgegangen ist. Zwar sind seit 2005 die ärztlichen Leitlinien in Deutschland überarbeitet worden, dies hat aber nur zu einer Verschiebung auf leicht andere Diagnosen, nicht zu einem Rückgang der umstrittenen Operationen geführt.

    Die Anfang Dezember erschienene Studie Zur Aktualität kosmetischer Operationen uneindeutiger Genitalien im Kindesalter stellt fest, dass im untersuchten Zeitraum zwischen 2005 und 2014 jedes Jahr rund 1.700 Kinder zwischen null und neun Jahren operiert werden. Die Datenanalyse hat gezeigt, dass dabei die Anzahl der klassischen Intersexdiagnosen gesunken, aber die Zahl der Diagnosen, die zu den Variationen der körperlichen Geschlechtsmerkmale zu rechnen sind, erheblich gestiegen ist.

    Zu vermuten ist, dass die Ärzte die Veränderung der Leitlinien zur Behandlung von Kindern mit klassischen Intersex-Diagnosen so verarbeitet haben, dass sie die Diagnosen verändert haben und die Operationen weiterhin durchführen."

    www.taz.de/!5361693/
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#3 tti3_alliance
  • 24.01.2017, 19:33h
  • ... Intersexualität ist in Deutschland seit 1933 ein Tabu Thema, denn zu Zeiten des preussischen Landrechts (Preußen, Weimarer Republik), gab es klare Regelungen. Kinder wurden nicht verstümmelt (IGM) und im Übergang zum Erwachsenen konnte Menschen damals selbst Ihren Namen und Geschlecht wenn gewünscht bestimmen.

    Aktuell gibt es in den deutschen LSBTI / LGBBTI / HLGBAPTTIQ* Community wenig Unterstützung.

    Die Pressemitteilung von Intersexuelle Menschen e.V. haben nur wenige verbreitet und pressseitig veröffentlicht.

    Das DE Projekt zeigt dem 18.Deutschen Bundestag seit dieser Woche die gelb-rote Karte für die 'Verbrechen gegen die Menschlichkeit' die zu Ungunsten der tti Bereiche und nicht-binärer Menschen gegeben sind.

    www.trans-alliance.de

    Jedes Geschlecht verdient Respekt
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#4 Miguel53deProfil
  • 25.01.2017, 00:24hOttawa
  • Antwort auf #2 von ursus
  • Aerzte, die weiterhin bedenkenlos operieren, muessen unter Strafe gestellt werden. Was sie den Betroffenen antun, ist einfach nur grausam. Ich kenne das aus eigener Erfahrung mit eine(m)()r Freund(in), die trotz aktivem Kampf fuer die Rechte dieser Gruppe am Ende nicht mehr konnte. Und 2% intersexuell Geborene ist doch keine ganz kleine Zahl.

    Doch auch das Tabuisieren und Verschweigen ist grausam und inakzeptabel. Das erkennt man bei den Diskussionen, wenn von der "Natur" gesprochen wird und Homo- und Transphobie gemeint ist.

    Dabei ist doch zumindest hier schon allein körperlich erkennbar, dass die Natur eben nicht Mann und Frau kennt, sondern sehr "schoepferisch" und "verschwenderisch" mit den Gemder-Merkmalen spielt. Religionen und davon beeinflusste Politiker wollen das einfach nicht wahrhaben.

    Unfassbar im 21. Jahrhundert.
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#5 JadugharProfil
  • 26.01.2017, 01:12hHamburg
  • Antwort auf #4 von Miguel53de
  • Ich hoffe, ich trete dabei nicht in ein Wespennest. Ich gehe davon aus, daß verschiedene sexuelle Orientierungen, Transidentitäten bishin zur Intersexualität ein Ausdruck der Natur ist, für unsere Zwitterhaftigkeit, die sich körperlich, emotional und psychisch niederschlägt. Diese Eigenschaft zieht sich durch die Natur aller Lebewesen und ist je nach Art mehr oder weniger stark ausgeprägt. So hat jede individuelle Eigenschaft bezüglich der Gattungen einen Wert, der auch und nicht nur zum Überleben der Spezies wichtig sind, auch wenn sie manchen paradox erscheinen. Immerhin erfreuen sich die Kleinkarierten auch auf pflanzliche kernlose Früchte (Bananen, Clementinen und einige Weintrauben), die es nach der deren kleinkarierter Logik nicht geben darf. Die Natur spielt nun einmal mit ihren Möglichkeiten und die Individuen sind dann mit diesen Eigenschaften bis zum Ende ihres Lebens damit ausgestattet. Die Wirklichkeit widerspricht den kleinkarierten Aussagen der heiligen Bücher wie Bibel, Koran etc. und beweist stets auf das Neue, daß die Erde keine Scheibe ist und die Sonne sich nicht um die Erde dreht. Denn von diesen Kleinkarierten aus kommt die brutale Unterdrückung der Vielfalt.
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#6 Homonklin44Profil
  • 27.01.2017, 13:37hTauroa Point
  • Antwort auf #5 von Jadughar
  • Keine Bange, in der Natur gibt es noch einige andere Dinge neben verschiedensten Formen von Intersexualität und Zwischenstufen weiblich und männlich, die sich die religiös Indoktrinierten auch nicht vorstellen wollen.

    Immerhin kommen jedes Jahr um die 1800 Babies mit unbestimmbarem oder gemischtem Geschlecht zur Welt. In ganz Deutschland sollen etwa 80 000 Menschen leben, die entweder intersexuell oder Trans* sind. Es sind eben nicht nur ein paar Einzelfälle, wie das in der Öffentlichkeit so gern herabgewürdigt wird.

    Bis zur 6. Schwangerschaftswoche sind sogar alle werdenden Kinder geschlechtlich undefiniert bzw, 'vorstufen-weiblich' angelegt, das männliche Geschlecht ist quasi eine Abwandlung des Weiblichen, eins aus dem anderen hervor gekommen. Schon mal gewundert, warum Männer Brustwarzen haben? Also ein Rest der Gesäuge-Anlage...

    Die Kleingeistigen können ihren ollen Adam mit seiner bekloppten Lippe oder Rippe oder was das noch war getrost in die Mottenkiste der Irrtümer schmeißen.
    Natürlich kriegen die das nicht gebacken. Denken schließlich, ihr "Schöpfer" würde jeden Menschen einzeln modellieren. Hetzen aber gleichzeitig gegen ihres "Schöpfers" Werk, wo es nicht in ihre 3 Gehirnzellen rein passt.
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