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27. Januar

Holocaust-Gedenktag: LGBTI-Aktivisten warnen vor Rechtsruck

Am 72. Jahrestag der Befreiung des KZs Auschwitz-Birkenau zeigen sich queere Organisationen besorgt über aktuelle politische Entwicklungen in Deutschland.


Am Berliner Homo-Mahnmal wird am Nachmittag der Opfer der Schreckensherrschaft des Nationalsozialmus gedacht (Bild: Times / wikipedia)

LGBTI-Organisationen haben anlässlich des Gedenktages an die Opfer des Nationalsozialismus davor gewarnt, dass sich neue rechte Bewegungen zu einer echten Gefahr für Minderheitenrechte entwickeln könnten. Der Gedenktag wird seit 2005 alljährlich am 27. Januar begangen, dem Tag, an dem im Jahr 1945 das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau befreit wurde.

"Die Erinnerung an diese Katastrophe ist schmerzvoll", erklärte Stefanie Schmidt, Sprecherin des Lesben- und Schwulenverbands (LSVD). Die Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten zeige, "wohin Fantasien von homogenen Staaten und Gesellschaften in letzter Konsequenz führen: Zu der Auslöschung von Individualität, Freiheit, Demokratie und Menschenrechten."

Schmidt warnte mit Blick auf die AfD vor einer Relativierung dieses Gedenkens: "Darum muss 'völkisch' weiterhin negativ besetzt bleiben, darum kann es keine erinnerungspolitische Wende um 180 Grad geben und darum ist eine Glorifizierung deutscher Geschichte unerträglich". Parteien und Gruppierungen der neuen Rechten dämonisierten und attackierten alle Menschen, "die ihrem engstirnigen Weltbild widersprechen, und wollen sie notfalls auch mit Gewalt an den gesellschaftlichen Rand drängen", so Schmidt. "Die neue Rechte wächst und wird militanter."

Auch das Netzwerk LSBTTIQ Baden-Württemberg warnte zum Holocaust-Gedenktag vor einem "Erstarken rechtspopulistischer Kräfte, die zunehmend rückwärtsgewandte, ausgrenzende Sexualitäts-, Geschlechts- und Familienbilder propagieren". Deshalb müssten Projekte gefördert werden, die die Geschichte der Verfolgung und Diskriminierung queerer Menschen aufarbeiten.

"Klare Haltung" gegen Hetze gefordert

Sorgen um einen Rechtsruck macht sich ebenso die sozialdemokratische Arbeitsgemeinschaft SPDqueer. Eine "klare Haltung gegen Hetze und Populismus" sei jetzt gefragt, mahnte Sascha Roncevic an, der Vize-Landesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft in Nordrhein-Westfalen. "Neben Unwahrheiten und Verleumdungen werden Schwule und Lesben auf perfide Art angeführt, um die Gefahr einer Islamisierung zu bekräftigen. Hier werden bewusst verschiedene Teile der Gesellschaft gegeneinander ausgespielt", so Roncevic.

Wie berechtigt die Sorge ist, zeigte Mirko Welsch von den "Homosexuellen in der AfD", die sich wegen interner Querelen derzeit spalten (queer.de berichtete). Er nahm am Vormittag den Gedenktag auf seiner Facebook-Seite zum Anlass, vor Muslimen zu warnen: "Ich gedenke den Opfern des #Holocaust. Um #Juden & #Homosexuelle zu schützen, müssen wir uns gegen eine #Islamisierung stellen." (dk)

Gedenken in Berlin und Köln

Berlin: Lichtermeer am Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen ab 16 Uhr (mehr Infos), Köln: Gedenken am Mahnmal für die lesbischen und schwulen Opfer des Nationalsozialismus "totgeschlagen – totgeschwiegen" ab 17 Uhr (mehr Infos).


#1 TheDadProfil
  • 28.01.2017, 23:22hHannover
  • "" "Darum muss 'völkisch' weiterhin negativ besetzt bleiben,""..

    Ebenso wie "Volk"..

    Es gibt hier kein "Volk"..
    Es lebt hier kein "Volk"..

    Es gibt hier eine Gesellschaft die aus einer Bevölkerung besteht..
    Und diese gilt es hin zu einer freien und gleichberechtigten Gesellschaft hin zu entwickeln..

    ""Wie berechtigt die Sorge ist, zeigte Mirko Welsch von den "Homosexuellen in der AfD", die sich wegen interner Querelen derzeit spalten (queer.de berichtete). Er nahm am Vormittag den Gedenktag auf seiner Facebook-Seite zum Anlass, vor Muslimen zu warnen: "Ich gedenke den Opfern des #Holocaust. Um #Juden & #Homosexuelle zu schützen, müssen wir uns gegen eine #Islamisierung stellen."""..

    Wer sich äußert ist ein Rassist und Faschist..

    Analog dazu kann nun jeder die Einreiseverbote für Muslime in den USA beurteilen..

    Wer Menschen pauschal aufgrund der Zugehörigkeit zu einer "Religion" oder der Herkunft aus bestimmten Staaten das Menschenrecht auf Zuwanderung/Einwanderung entzieht, ist ebenfalls ein Rassist und Faschist..
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