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Debatte im Plenum

NRW-Landtag unterstützt Eurogames-Bewerbung Düsseldorfs

Das Parlament stärkt dem Bemühen der queeren Sportvereine der Stadt um die Spiele 2020 einstimmig den Rücken.


Die Jungs und Mädels der queeren Sportvereine Düsseldorfs haben viel vor

"Der Landtag von Nordrhein-Westfalen unterstützt eine diskriminierungsfreie Sportkultur und setzt sich für einen Sport für alle, unabhängig von Geschlecht, Herkunft, Alter, sexueller und/oder geschlechtlicher Identität oder Behinderung ein." So heißt es in einem Antrag (PDF), der von allen im Landtag vertretenen Parteien mit Ausnahme der CDU gemeinsam eingebracht und am Freitag mit den Stimmen aller Fraktionen einstimmig verabschiedet wurde.

Mit dem Beschluss unterstützt das Parlament die Bewerbung Düsseldorfs um die Ausrichtung der Eurogames 2020 und fordert die Landesregierung auf, diese bei Erfolg zu begleiten. Und nach diesem Erfolg sieht es aus: Die queeren Spiele werden Anfang März bei der Generalversammlung der European Gay & Lesbian Sports Federation vergeben, die praktischerweise in der NRW-Landeshauptstadt stattfindet. Und nach dem Rückzug von Glasgow gilt Düsseldorf als der einzige Bewerber.

Die fünf schwul-lesbischen Sportvereine der NRW-Landeshauptstadt (Dolphins, VC Phönix, Weiberkram, TSC conTAKT und RainBow Tennis), die sich zusammen mit der Stadt um die Ausschreibung bewerben, haben bereits Erfahrung mit internationalen LGBTI-Sportevents: Der von einigen von ihnen organisierte jährliche Düssel-Cup geht in diesem April bereits in die elfte Runde, dazu kommen der "Grand Prix Düsseldorf" im Equality-Tanz und das Tennis-Turnier "Gay German Open". Und natürlich die Erfahrung der Szene mit den Besuchern des Eurovision Song Contest 2011.

Bereits der Stadtrat hatte die Bewerbung einstimmig unterstützt und einen Zuschuss für die Durchführung in Höhe von 80.000 Euro genehmigt. Bei den Eurogames sollen mindestens 24 Sportarten angeboten werden, umrandet von einem Kultur- und Partyprogramm.

Einstimmige Unterstützung für Spiele und Ziele

Die LGBTI-Sportbewegung in NRW habe eine lange Tradition, lobte die Grünen-Abgeordnete Josefine Paul in der Debatte. Ob beim Düssel-Cup, dem Come-Together-Cup oder den 2010 in der Domstadt abgehaltenen internationalen Gay Games gehe es nicht um eine Abschottung, sondern darum, einen Raum zu schaffen, in der sich Vielfalt entwickeln könne.

Veranstaltungen wie diese setzten ein Zeichen im Kampf gegen Diskriminierung und förderten die Integration von LGBTI und das Selbstbewusstsein der Sportler, so Pauly. Die "unwürdige Diskussion" um die Olympia-Teilnahme von Caster Semenya oder die WM-Vergabe "in homophobe Regime wie Russland und Katar" zeigten, wieviel die Sportwelt noch zu lernen habe.


Ministerin Christina Kampmann versprach eine Unterstützung der Landesregierung

Ähnlich äußerten sich die Vertreter der anderen Parteien: Markus Weske (SPD) freute sich über die Unterstützung der Stadt Düsseldorf, die sich lange schwer tat mit der queeren Minderheit. Björn Kerbein (FDP) lobte die Spiele als Paradebeispiel für "Fair Play", die Respekt bei den Zuschauern und anderen Sportlern auslösten. Der Pirat Lukas Lamla betonte die Wichtigkeit von "Maßnahmen für ein vorurteilsfreies Leben" in Zeiten von aufkommenden Populismus, und die CDU-Abgeordnete Regina van Dinther argumentierte, dass man mit solchen Veranstaltungen die Mitte der Gesellschaft überzeuge.

Familienministerin Christina Kampmann (SPD) verwies auf den heutigen Holocaust-Gedenktag als Mahnung. Homophobie dürfe "in unseren Turnhallen, in unseren Stadien keinen Platz haben". Sport habe das Potenzial, die Bereicherung durch Vielfalt aufzuzeigen.

Düsseldorf wäre fünfter deutscher Austragungsort

Die Eurogames werden seit 1992 jährlich abgehalten, wenn nicht gleichzeitig die Gay Games oder Outgames angesetzt sind. Bereits vier Mal fanden die Euro-Spiele in Deutschland statt: 1995 in Frankfurt, ein Jahr später in Berlin, 2001 in Hannover und 2004 in München. Im letzten Jahr zogen die Eurogames nach Helsinki. Nach den Outgames 2017 in Miami und den Gay Games 2018 in Paris ist 2019 wieder Rom mit europäischen Spielen an der Reihe.



Die Eurogames in Düsseldorf sollen folgende Wettbewerbe bieten: Schwimmen, Volleyball, Tennis, Tanz, Leichtathletik, Rudern, Basketball, Triathlon, Badminton, Billard, Fußball, Bridge, Bowling, Golf, Tischtennis, Laufen, Hockey, Handball, Wasserball, Freiwasserschwimmen, Squash, Beachvolleyball, Rugby und Slalom. "Zudem hoffen wir noch auf weitere Sportarten", betonen die Organisatoren auf ihrer Bewerbungsseite bei Facebook: Halbmarathon, Schießen, Synchronschwimmen, Hip Hop und Turmspringen. (nb)