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  • 17. Mai 2005, noch kein Kommentar

Das Diggler-Label hat wieder zugeschlagen. Diesmal gibt es Easy Listening von David Hess, der einst "All Shook Up" schrieb, ein Hit für Elvis.

Von Jan Gebauer

Okay, den "Timm-Thaler"-Soundtrack hatten viele sehnsüchtig erwartet, nachdem er etliche Jahre nicht mehr im Handel erhältlich war. Dem Kölner Label Diggler ist es zu verdanken, dass in Kooperation mit dem Komponisten Christian Bruhn, das exzentrische Filmmusik-Werk wieder käuflich erwerbbar ist. Ob der gleiche Enthusiasmus bei den gesammelten Werken von David Hess (62), einst gefragter B-Movie-Schauspieler, ebenso hoch ist, dürfte fraglich sein. In Filmen wie "White Star" (gemeinsam mit Dennis Hopper, 1983), "La Casa Sperduta Nel Parco" (1980) und "Avalanche Express" (mit Linda Evans und Horst Buchholz, 1978) spielte er meistens durchgeknallte Psychopathen, die auch schon mal blutüberströmt endeten wie zum Beispiel in "Last House On The Left" (1972). Immerhin mauserte sich das bizarre Filmwerk "Swamp Thing – Das Ding aus dem Sumpf" (1982) zum Kult-Klassiker schräger Horror-Unterhaltung. David Hess' musikalische Karriere verlief sehr wechselhaft. Seine Kompositionen "All Shoop Up" und "Speedy Gonzalez" wurden durch Elvis Presley und Pat Boone zu Welthits. Seine eigenen Platten verstaubten aber zumeist in den Regalen der Plattengeschäfte und nur eifrige Easy-Listening-Sammler und Sunshine-Pop-Liebhaber können heute noch etwas mit David Hess' Namen anfangen.

Dass den Sänger und Darsteller ansonsten keiner mehr kennt, versucht Diggler denn auch mit einem extra-großen Info-Sticker auf der CD-Hülle auszubügeln. Hinzu kommt ein allgemeingültiger Hinweis auf der Rückseite: "Enjoy endless summers and good vibrations!" Die 20 Tracks umfassende Compilation "(Climbing Up The) Sunshine Path" umfasst Songs von 1958 bis weit in die 70er Jahre. Es handelt sich dabei um Musik, die so klingt, wie man sich einen schönen Sommer vorstellt, was somit auch dem rückseitigen Motto entspricht: Fröhliches Songwerk, zu dem die Vöglein entspannt zwitschern, Vati und Mutti gelassen aneinander kuscheln, die lieben Kinder fröhlich spielen und eine leichte Brise, die das malerische Bild zart umgarnt. Das kann bisweilen arg kitschig anmuten, was aber beim Sunshine-Pop der 60er Jahre nicht weiter verwunderlich ist. Die Arrangements sind jedoch stimmig und ein ums andere Mal fallen regelrechte Perlen ab wie zum Beispiel das wunderbare "After The Rain" (die einzige nicht-David-Hess-Gesangseinlage, hier von Leslie Miller). Auch die eigenwilligen Versionen von Klassikern wie "Feelings", "Summertime" oder eben David Hess' Eigenkomposition "Speedy Gonzalez" sind gefällig. Eine ausgezeichnete Sound-Qualität konnte teilweise nicht gewährleistet werden, da die Original-Master-Bänder verschollen oder zerstört sind.

17. Mai 2005