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"Sieg für die Liebe"

Norwegens Kirche traut ab sofort auch Lesben und Schwule

Acht Jahre nach der staatlichen Ehe-Öffnung zieht nun auch die Lutherische Volkskirche nach.


Fast drei Viertel der Norweger sind Mitglied der Lutherischen Volkskirche (Bild: ben_salter / flickr)

Homosexuelle Paare in Norwegen können ab sofort auch kirchlich heiraten. Die Generalsynode der Lutherischen Volkskirche (Den Norske Kirke) in Trondheim verabschiedete am Montag eine entsprechende Liturgie. 89 von 112 Mitgliedern stimmten für den Vorschlag.

Bereits im Vorjahr hatte das Kirchenparlament grundsätzlich für die gleichgeschlechtliche Ehe gestimmt, die auf dem Standesamt schon seit 2009 möglich ist (queer.de berichtete). Für die neue Liturgie wurde der traditionelle Text leicht abgewandelt. So heißt es nicht "Braut und Bräutigam", außerdem werden einige andere Bibelstellen zitiert.

Pfarrer können Trauung verweigern

Schwule und Lesben können zwar in der Kirche ihrer Wahl heiraten, einzelne Pfarrer dürfen die Zeremonie jedoch aus Gewissensgründen verweigern. Mit diesem "Kompromiss" wollte die Kirche vermeiden, dass sich konservative Christen abspalten. Dennoch kündigte der Priester Oyvind Bard Benestad wegen des Beschlusses seinen sofortigen Rückzug aus der norwegischen Kirche an. Die Vorsitzende des Kirchenparlaments Kristin Gunleiksrud Raaum bezeichnete die Ehe-Öffnung dagegen als "Sieg für die Liebe und die Ehe als Rahmen um die Liebe".

Die Gleichstellung wurde vor allem von der liberalen Gruppe "Åpen Folkekirke" (Offene Volkskirche) vorangetrieben, die im Kirchenparlament die Mehrheit stellt. Seit der staatlichen Gleichstellung im Ehe-Recht im Jahr 2009 gab es in der norwegischen Kirche lange Diskussionen. Als die Ehe für alle über die Jahre zur Normalität im skandinavischen Land wurde, nahm der innerkirchliche Widerstand gegen die Trauung gleichgeschlechtlicher Paare immer mehr ab.

Die ehemalige Staatskirche, der noch immer knapp drei Viertel der Bevölkerung angehören, folgte mit der Gleichstellung dem Vorbild der Nachbarländer: In Schweden hatte die evangelische Kirche bereits 2009 die Ehe für Schwule und Lesben zugelassen (queer.de berichtete). 2012 beschloss Dänemark ein Gesetz zur Ehe-Öffnung, in dem es heißt, dass Kirchen homo- und heterosexuelle Paare bei Hochzeiten gleichbehandeln müssen (queer.de berichtete). (cw)



#1 RaffaelAnonym
  • 31.01.2017, 09:41h
  • "Pfarrer können Trauung verweigern"

    Und genau da liegt das Problem und genau deswegen ist das weiterhin homophob.

    Es kann doch nicht Ermessenssache des Einzelnen sein, ob man Menschen gleichstellt oder weiter diskriminiert...
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#2 Paulus47Anonym
  • 14.02.2017, 16:23h
  • Sehr lobenswert das auch in der lutherischen Norwegischen Kirche Trauungen ermöglicht wurden, so wie es bereits in der lutherischen Schwedischen Kirche, in der lutherischen Isländischen Kirche und in der lutherischen Dänischen Kirche ebenso ermöglicht wurde. Sehr lobenswert die Lutheraner....
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