Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?28119

"Historischer Wandel"

US-Pfadfinder beenden Trans-Diskriminierung

Die "Boy Scouts of America" beenden das Trans-Verbot in ihren Reihen, nachdem der Rausschmiss eines transsexuellen Achtjährigen vor wenigen Wochen zu einem Aufschrei geführt hatte.


Amerikanische Pfadfinder bei einer Parade in Kalifornien (Bild: Prayitno / flickr)

Überraschend hat die Dachorganisation "Boy Scouts of America" am Montag in ihrem Blog angekündigt, dass zukünftig ausnahmslos auch Jungs willkommen sind, die sich als transsexuell oder transgender bezeichnen. "Ab heute werden wir Kinder und Jugendliche bei uns basierend auf der Geschlechtsidentität, die sie in ihrer Anmeldung angeben, akzeptieren und registrieren", heißt es in der Mitteilung. Eine Orientierung an offiziellen Dokumenten wie Geburtsurkunden sei nicht mehr ausreichend, um den Bedürfnissen aller Scouts gerecht zu werden.

Noch vor wenigen Wochen hatte die Pfadfinder-Organisation in New Jersey einen achtjährigen Jungen wegen Transsexualität ausgeschlossen (queer.de berichtete). Dieser Fall sorgte für nationale Aufmerksamkeit. Eine Sprecherin der "Boy Scouts of America" erklärte damals in einer Pressemitteilung, dass der Junge nicht die Voraussetzungen für eine Mitgliedschaft bei den Pfadfindern mitbringe. Zum Zeitpunkt seiner Registrierung sei nicht bekannt gewesen, dass das Kind "nicht biologisch männlich" gewesen sei.

Diskriminierung lenkt "von Idealen der Pfadfinder" ab

Justin Wilson von der LGBTI-Organisation "Scouts for Equality", die sich für Gleichbehandlung im Pfadfinderwesen einsetzt, hält die negative Presse im Fall des Achtjährigen für ausschlaggebend für die Aufhebung des Verbots: "Die Verantwortlichen haben die öffentliche Reaktion gesehen. Außerdem haben sie gesehen, wie sehr die Aufmerksamkeit dem betroffenen Kind und seiner Familie geschadet hat", so Wilson. "Und sie haben gesehen, dass dieser Fall von den Idealen der Pfadfinder ablenkt. Nach einer relativ kurzen Debatte haben sie den historischen Wandel eingeleitet."

Damit reagierten die "Boy Scouts of America" schneller als bei der Aufhebung des Homo-Verbots, dem eine langjährige Debatte vorausgegangen war. Mitte 2013 hatte die Organisation bereits die Duldung von Schwulen unter 18 Jahren beschlossen (queer.de berichtete). Zwei Jahre später erlaubten sie auch schwule oder bisexuelle Gruppenleiter. Allerdings bestehen Ausnahmen für religiöse Gruppen weiter (queer.de berichtete).

LGBTI-Gegner kritisierten das Ende des Transverbotes scharf. So erklärte der christlich-konservative Autor Todd Starnes in seiner Kolumne auf der Website des republikanischen Haussenders Fox News Channel, dass christliche Kirchen keine Pfadfinder-Gruppen innerhalb der Dachorganisation mehr betreiben sollten. "Die 'Boy Scouts of America' haben das letzte Überbleibsel der Integrität auf dem Altar der politischen Korrektheit geopfert", so Starnes. Transsexuelle stellen seiner Meinung nach eine Gefahr für Hetero-Pfadfinder dar: "Wird Trans-Kindern erlaubt, Zelte und Toiletten in der freien Natur mit heterosexuelle Jungs zu teilen?", fragte er erregt. Der "Boy Scouts"-Dachorganisation warf er vor, einen Kniefall vor "militanten Gender-Revolutionären" zu machen. (dk)



#1 SebiAnonym
  • 31.01.2017, 17:56h
  • Das wurde aber auch Zeit.

    Man kann doch nicht irgendwelche ideologischen Grabenkämpfe auf dem Rücken von Kindern austragen, nur weil diese Kinder so sind wie sie sind...
  • Antworten » | Direktlink »
#2 JadugharProfil
  • 31.01.2017, 20:14hHamburg
  • Starnes muß ein Vollidiot sein. In fast jeden Haushalt gibt es Toiletten, die nach Geschlecht getrennt sind. Viele Menschen haben Geschwister verschiedenen Geschlechts. Die Tatsache ein Geschlecht zu haben ist doch nicht gefährlich für ein anderes Geschlecht! Als ich noch ein Kind war, bin ich auch Trans-Kindern begegnet und ich fand nichts dabei, wenn sich jemand ein anderes Geschlecht wünschte, was nicht dem biologischen Geschlecht entsprach. Kein Kind hat sich daran gestört! Eher störte man sich an den Zwang, bestimmte Geschlechterrollen einzunehmen, wo man sofort merkte, daß dahinter eine Lüge steckt!
  • Antworten » | Direktlink »
#3 Patroklos
#4 FredinbkkProfil
  • 01.02.2017, 03:57hBangkok
  • Thailand kennt keine Diskriminierung an den staatlichen "Grundschulen"...
    Alle Kinder werden"uniformiert"
    die Jungs werden Pfadfinder ,die Maedchen meist "Rotkreuz-Schwestern"

    Niemand stoert sich dabei ob die Kinder "anders" sind....

    Diskriminiert wuerde nur wer sich dieser
    "Ordnung" wider setzt.
    Oder dem Zwang zum " militaerischenKurshaarschnitt bei Jungs und dem "Topfhaarschnitt" bei Maedchen. widerspricht.

    Da greiffen die Lehrer einfach zur Schere!!

    Andre Laender andre "Unsitten"

    2.bp.blogspot.com/-MQ0U6ii5nzw/UupUtgjLLtI/AAAAAAAABTo/FqnqY
    CbOmGM/s1600/IMG_9642.JPG
  • Antworten » | Direktlink »