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Der für August 2005 geplante World Pride in Jerusalem ist von den Veranstaltern abgesagt worden, soll dafür aber im nächsten Jahr stattfinden.

Von Micha Müller

Er sollte ein Zeichen setzen für Toleranz und Akzeptanz von Schwulen, Lesben und Transgendern in aller Welt: für die Zeit vom 18. bis 28. August 2005 war der World Pride in Jerusalem geplant. Es sollte eine große Eröffnungsveranstaltung geben, zahlreiche Partys, gemeinsame Gottesdienstbesuche, ein Filmfestival und als Höhepunkt die große Parade mit Straßenfest und Kundgebung. Doch nun hat der Veranstalter, das Jerusalem Open House (JOH), am 15. Mai die gesamte Veranstaltung abgesagt. Begründet wurde die Entscheidung mit dem Abzug Israels aus dem Gaza-Streifen, dessen Beginn kürzlich von Premierminister Ariel Sharon auf den 16. August gelegt worden war. "Toleranz, Pluralismus und Gleichheit sind die wesentlichen Prinzipien des World Pride", erklärte Noa Sattath, Vorsitzender des JOH, gegenüber den Medien. "Den World Pride während des Gaza-Abzugs zu veranstalten, würde diesen Prinzipien nicht gerecht werden. Wir haben die Entscheidung in Erwartung des extrem schwierigen politischen Klimas getroffen, das Israel im August beherrschen wird." Sattath fürchtet, dass der Rückzug aus dem Gaza-Streifen zu Unruhen führen könne und die Sicherheit der Teilnehmer am World Pride nicht gewährt sei. Die Absage des World Pride wurde von schwulen und lesbischen Organisationen mit Verständnis, häufig aber auch mit Kritik aufgenommen. So erklärte Mike Hamel, Vorsitzender der Vereinigung von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgendern in Israel, die Absage sei ein Fehler. "Der World Pride könnte eine andere Seite Israels zeigen, eine Seite von Toleranz und Offenheit." Der World Pride Jerusalem soll laut JOH jedoch nicht ganz gestrichen sondern nur verschoben werden. Neuer geplanter Termin ist der 6. bis 12. August 2006.

Das JOH, ein 1997 gegründetes schwul-lesbisches Kulturzentrum in Jerusalems Innenstadt, veranstaltete 2002 erstmals mit "Liebe ohne Grenzen" einen Jerusalem Pride, der Tausende von Teilnehmer in die Stadt lockte. Die Bewerbung des JOH um den World Pride war auf der 22. InterPride-Konferenz 2003 in Montreal begeistert aufgenommen worden. Die 150 Delegierten aus 51 Städten weltweit hatten schließlich bei der Abstimmung über den Austragungsort für Jerusalem gestimmt. Der World Pride findet alle fünf Jahre in einem anderen Land statt, zuletzt war im Jahr 2000 Rom Gastgeber. Die Wahl Jerusalems - der Heiligen Stadt - als Austragungsort eines schwul-lesbischen Großevents hatte zu teils heftigen Kontroversen geführt. In seltener Einigkeit hatten sich Führer der drei Weltreligionen gegen den World Pride ausgesprochen. Anfang Mai hatte sich auch der israelische Vizepremier Simon Peres gegen die Veranstaltung ausgesprochen und erklärt, dass der Gay Pride die Gefühle religiöser Menschen verletzen könne.

17. Mai 2005



#1 DykeAnonym
  • 17.05.2005, 19:51h
  • Ach nee, da werden 365 Tage im Jahr meine (und natürlich auch anderer) homosexuelle Gefühle durch religiöse Idioten verletzt, aber wenn der Hase mal den Wolf jagen möchte, ist's nimmer lustig! Dass etwas, das eigenlich ins Museum gehört (also Religion) noch so viel Macht hat, ist für mich immer wieder erschreckend!
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#2 KritikerAnonym
  • 18.05.2005, 12:15h
  • Um GOTTES WILLEN - das ist ja furchtbar, kein WorldPride in Jerusalem!!!

    Also ich frage mich, wie man so vermessen sein kann, durch eine peinliche, schrille (Techno-)Parade für Toleranz und Akzeptanz werben zu wollen.

    Ganz im Gegenteil sorgen nämlich solche Veranstaltungen, wie auch der CSD dafür, dass ganz gewöhnliche Schwule, die die überwiegende Mehrheit der schwulen Bevölkerung ausmachen in der öffentlichen Meinung gebrandmarkt werden.
    Durch solche Paraden der Verständigung entsteht das Bild alle Schwulen seien schrille Tunten.

    Wer nun ganz abgesehen von meiner persönlichen Meinung etwas gegen den Abbruch des WorldPride hat und die gegebenen Umstände nicht verstehen will, tut mir einfach nur leid.
    Dann sind die Homos nämlich selber das, was sie sich für sich nicht wünschen: INTOLERANT und ohne jegliche AKZEPTANZ!

    Gute Nacht Abendland
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#3 DavidAnonym
  • 18.05.2005, 12:22h
  • Ich mag diese Art vom CSD auch nicht.
    Dennoch halte ich den CSD an sich generell für wichtig.
    Und an diesem Bild von Parade-Tunten sind die Medien schuld, die es nicht für nötig halten, über den politischen Inhalt zu berichten.
    Wo war/ist denn was von den früheren CSD's zu hören, als dieser wikrlich noch Demo-Charakter hatte?
    WO sind denn bitteschön die Berichte zu den Hintergründen (Stonewall, etc...)?
    DAS wird immer wieder ausgelassen.
    Das es auch um Menschen geht die sich politisch engagieren, das könnte je das Bild vom Party-Schwulen, das die Medien vorgaukeln zerstören. Oh weh!
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#4 DavidAnonym
  • 18.05.2005, 12:26h
  • PS.
    Um Gottes Willen! Die Gefühle von sich gegenseitig bekriegenden religiösen Fundamentalisten könnten verletzt werden.
    Ne, immer schon Rücksicht nehmen.
    Das manche zeigen das sie auch friedlich miteinander können, sich gemeinsam gegen Intoleranz einsetzen, ist ja weitaus schlimmer, als zum Hass aufzurufen.
    Und auch Solidarität zwischen Opfer-Gruppen ist ja nicht erwünscht.
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#5 DykeAnonym
  • 18.05.2005, 15:56h
  • Und wenn der CSD nach außen hin eine reine Tuntenparade zu sein scheint... so what? Die meisten werden schon ne Ahnung haben worum's eigentlich geht.
    Eine tief depresive Party, im Sinne von "wir heulen noch immer wegen Stonewall" wäre vieleicht politisch korrekter -mehr Informationsgehalt wäre sicher nicht fehl am Platz, vorallem für die Außenstehenden- jedoch sehe ich die Freizügigkeit als Freude und Beweis der wachsenden Toleranz. Die scheint in Jerusalem aber verflogen zu sein.
    Was soll ich sagen, Toleranz endet wo Intoleranz anfängt. Easy as that!
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#6 ericAnonym
  • 29.05.2005, 10:51h
  • wenn man das hier so liest, wareun sollen die heteros denn dann auf schwule rücksicht nehmen, wenn die doch nur rücksich auf sich fordern???
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#7 DavidAnonym
  • 29.05.2005, 12:10h
  • Eric ist ja ein ganz schlauer...
    WEIL MAN EINE BEREITS VORHANDENE RÜCKSICHT NICHT EINZUFORDERN BRAUCHT!

    (Oder sollen Farbige plötzlich Toleranz für diskrimkinierte Weisse aufbringen, weil die ihrem Rassismus nicht mehr frönen können?
    Habe ich da was verpasst?)

    Und warum soll man Rücksicht auf (verschiedene) religiöse Gefühle nehmen, die sich diese Rücksicht untereinander auch nicht währen, sondern nur gegenseitig bekriegen können?
    Rücksicht auf Hass?!?
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#8 ericAnonym
  • 29.05.2005, 18:29h
  • nun der hass scheint in diesem falle bei den schwulen zu sein under rassismus ist neuerdings schwarz wie ich schon erfahren habe
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#9 DavidAnonym
  • 29.05.2005, 18:58h
  • Ach stimmt ja, die ganzen Massaker an Unschuldigen, Kreuzzüge, Selbstmordattentate geschahen/geschieht alles im Namen der schwulen Orientierung, und nicht aufgrund des Hasses der Religionen unter/gegeneinander, die alles daran setzen von den anderen auch nicht akzeptiert zu werden.
    Das hatte ich ja ganz vergessen...
    Wie gut das du Allwissender uns daran erinnerst...
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