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Fachtag in Bochum

"Wir gewinnen, wenn wir uns mit Rassismus auseinandersetzen"

Rund 140 Menschen diskutierten am vergangenen Wochenende unter dem Motto "Eine Community für alle?!" über Ausgrenzung in den queeren Szenen.


Saideh Saadat-Lendle vom Antidiskriminierungs- und Antigewaltbereich der Lesbenberatung Berlin (LesMigraS) forderte eine Auseinandersetzung mit Mehrfachdiskriminierung in der LGBTI-Community (Bild: Javid Nabiyev / Queer Refugees for Pride)

Am 28. Januar fand in Bochum der Fachtag "Eine Community für alle?! – Rassismus-Erfahrungen und LSBTIQ*" statt. Rund 140 Menschen trafen sich im Kulturzentrum Bahnhof Langendreer und sprachen über die unsichere Situation geflüchteter queerer Menschen, rassistische Ausgrenzungen innerhalb der Szene sowie über die Gefahren des Rechtspopulismus der AfD und mögliche Gegenstrategien. Zu den Veranstaltern gehörten u.a. die Akzeptanz-Kampagne "anders und gleich – Nur Respekt Wirkt", die Landeskoordination Anti-Gewalt-Arbeit für Lesben, Schwule & Trans* in NRW und die Fachstelle Queere Jugend NRW.

Der Fachtag stand unter dem Stern der kritischen Selbstreflexion. "Die Mehrheit unserer Community leidet unter Mehrfachdiskriminierung aufgrund von Rassismus, Frauenfeindlichkeit, Trans*feindlichkeit, Armut, Behinderung und weiteren Aspekten. Wir werden viel gewinnen, wenn wir uns damit auseinandersetzen", fasste Referentin Saideh Saadat-Lendle vom Antidiskriminierungs- und Antigewaltbereich der Lesbenberatung Berlin (LesMigraS) ein Ergebnis des Tages treffend zusammen. "Unsere Community hat emanzipatorische Ansprüche, deswegen wird es uns gut tun, dem auch tatsächlich gerecht zu werden. Es ist an der Zeit, sich als queere Community ernsthaft damit auseinanderzusetzen, nicht nur in Worten, sondern tatsächlich Strategien gegen Mehrfachdiskriminierung zu entwickeln und umzusetzen."

LGBTI-Geflüchtete erfahren vielfach Gewalt

Besonders bewegend war der Vortrag von Dzevad Burdalic von der Gruppe "Queer Refugee Support Bielefeld". Er berichtete über die Situation von schwulen, lesbischen und transgeschlechtlichen Geflüchteten in NRW. Sie erfahren vielfach Gewalt, während die zuständigen Strukturen wie Sozialarbeiter, Unterkunftsleitungen und Polizei allzu oft ihrem Schutzauftrag nicht nachkämen oder selbst rassistisch agierten. Die dringende Notwendigkeit von weiteren Aufklärungs- und Sensibilisierungsmaßnahmen für diese Stellen wurde dadurch mehr als deutlich.

Gema Rodriguez Diaz von der Integrationsagentur im rubicon Köln sprach über Ausgrenzung und Feindlichkeit innerhalb der queeren Szenen: "Migrant_innen und Geflüchtete versuchen, Teil der vornehmlich weißen, deutschen Community zu werden, aber sie machen immer wieder mit Rassismus-Erfahrungen." Diese Ausschlüsse führten dazu, dass sich parallele Welten bildeten, wo durch Öffnung und Partizipation ein Miteinander möglich wäre.

Rechtspopulisten spielen Gruppen gegeneinander aus

Wie aus einer parallelen Welt wirkt auch die Sympathie mancher LGBTI für die AfD, von der Simone Rafael von der Amadeu Antonio Stiftung berichtete: "Der Rechtspopulismus mobilisiert die Community mit Rassismus. Er versucht, verschiedene Gruppen gegeneinander auszuspielen und beschädigt damit die Grundrechte und Gleichwertigkeit in Deutschland." Als Gegenstrategie schlug Simone Rafael die sachliche Argumentation vor, da sich die rechten Gruppen und Parteien, die LGBTI instrumentalisieren wollten, eben auch gegen deren Rechte einsetzten.


Als Strategie gegen Rechtspopulisten schlug Simone Rafael von der Amadeu Antonio Stiftung eine sachliche Auseinandersetzung vor (Bild: Javid Nabiyev / Queer Refugees for Pride)

Hintergrund des Fachtags waren die oft sehr populistisch, unsachlich und auch uninformiert geführten Diskussionen über Flucht, Einwanderung und Rassismus in den Medien und den sozialen Netzwerken. "Wir wollten dem etwas entgegensetzen, eine Veranstaltung, in der offen diskutiert wird und vor allem den von Rassismus Betroffenen Gehör geschenkt wird", erklärten die Veranstalter.

"Man hätte eine Stecknadel fallen hören können, so interessiert und konzentriert waren die Teilnehmenden des Fachtags", zogen sie eine positive Bilanz. "Die respektvolle Atmosphäre während der Beiträge und Diskussionen ließ eine konstruktive Auseinandersetzung mit Rassismus und Gegenstrategien zu – darüber sind wir sehr glücklich." Nun sei es an der Zeit, das Gelernte in den eigenen Netzwerken und Zusammenhängen umzusetzen, um weiter aktiv gegen die Spaltung und für ein solidarisches Miteinander zu arbeiten. (cw/pm)



#1 Tommy0607Profil
  • 01.02.2017, 17:59hEtzbach
  • Genau so ist es . Alle Minderheiten sollten zusammen halten . Egal ob Ausländer , Homosexuelle , Flüchtlinge u. a. . Wir müssen uns den Hass von Rechtspopulisten entgegen stellen . .Denn Rechtspopulisten wollen ALLE Minderheiten nur diskriminieren und vernichten . Erst kommen "Einschränkungen" , dann kommen andere "Taten" von diesen Vereinen . Vielleicht soll man sich erinnern wie es einmal im 20 . JH war . Da hat man am Anfang auch nicht alles gedacht , dass es so "schlimm" wurde . Und was wurde das Ergebnis ? I Das weiss man ja . Und wer es nicht wissen will : DER ist wirklich so dumm , wie ein Kalb das den Schlachter selber auswählt . Na dann : Amen !
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#2 markusbln11Anonym
  • 01.02.2017, 19:23h
  • Selbstreflexion ist gut. Und es ist klar. Nur im gemeinsamen auftritt sind minderheiten stark und können ihre rechte auch durchsetzen. Ausgrenzung untereinander hilft nicht, schadet nur.

    Doch zu bedenken ist auch. Gegenseitige ausgrenzung unter lgbt ist keine einbahnstrasse von gut und böse. Diese ist facettenreich und reziprok. Keine person ist gefeit, nicht plötzlich selbst ausgrenzende zu sein. Aus angst, aus wut, aus der lust an provokation, aus unverständnis zum verhalten dritter, aus unlust an kommunikation.

    Wer zudem glaubt, sie könne alle lgbt auf einen community-mainstream bringen, der irrt. Wie immer dieser mainstream auch aussehen mag. Es wird stets unterschiedliche interpretationen der welt geben. Und das ist auch gut so.

    Wer anderen vor diesem hintergrund vorwirft, sie seien die ausgrenzer, frau / mann sei aber rein und kennt all die störenfriede, läuft schnell gefahr, selbst auszugrenzen. Der eigenen politischen hygiene wegen.

    Theorie und anslyse sind nur hilfreich, wenn aus ihnen gelebte praxis konstruiert wird. Das heisst, nicht nur salz in wunden streuen, sondern auf andere zugehen. Überzeugen. Integrieren. Aufbauen und entwickeln. Gemeinsam, nicht durch destruktive konfrontation. Nur so wächst verständnis. Auch wenn mann / frau glaubt, die ticken nicht wie ich.

    Mir wäre es daher unendlich wichtig, zu verstehen, wie unsere lobby-verbände in ihrer vielfalt endlich eine spürbar bessere bundesweite kampagnenfähigkeit gewinnen könnten. Das wäre praktische übung und würde zeigen, was wirklich möglich ist in gemeinsamen projekten und bei der durchsetzung unserer rechte. Nämlich mehr als bei der laufenden internen massregelung ohne kommunikation, der akzentuierung von peripheren ausnahmen als regelfall und mitunter gestörter kommunikation.
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#3 Patroklos
#4 OrthogonalfrontAnonym
  • 01.02.2017, 19:47h
  • Irgendwie riecht das immer nach "wer LGBTTIQ sein will, hat auch gefälligst maximal PRO ALLE Minderheiten zu sein, sonst...".

    Ja was sonst, Frage ich? Bekommt man sonst eine "Homo-Heilung" verpasst weil manche meinen, LGBTTIQ sein hätte als Vorbedingung, dass man deren Weltanschauung teilt? Oder wird man halt einfach so lange diskriminiert und gemobbt, bis man nachgibt?

    Leute, LGBTTIQ sein ist an keine Bedingungen gebunden. Es wird auch nur dann selbstverständlich werden, wenn wir damit aufhören, LGBTTIQ sein mit bestimmten politischen Überzeugungen zwangszuverheiraten.
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#5 TheDad
  • 01.02.2017, 21:01h
  • Antwort auf #4 von Orthogonalfront
  • ""Irgendwie riecht das immer nach "wer LGBTTIQ sein will, hat auch gefälligst maximal PRO ALLE Minderheiten zu sein, sonst...".
    ""..

    Nein..
    Auch hier noch einmal :
    LGBTTIQ* zu sein schafft eigene Erfahrungen in "diskriminiert zu sein", und führt damit originär zu der Erkenntnis sich für Menschenrechte und Bürgerrechte einsetzen zu müssen, wenn man diese Diskriminierungen beendet wissen will..

    Was zwangsläufig zur Folge hat, das gleiche Rechte für Alle dann auch sämtliche andere Minderheiten mit einschließt..

    ""Oder wird man halt einfach so lange diskriminiert und gemobbt, bis man nachgibt?""..

    Ausgehend von Deinen Kommentaren die versuchen zu rechtfertigen, Bürger mit unterschiedlichen Rechten zu versehen sei OK, käme es hier tatsächlich mal auf einen Versuch an..

    ""Es wird auch nur dann selbstverständlich werden, wenn wir damit aufhören, LGBTTIQ sein mit bestimmten politischen Überzeugungen zwangszuverheiraten.""..

    Das bleibt Unsinn, denn es wird nur ein Ende von Diskriminierungen geben, wenn ALLE Diskriminierungen abgeschafft sind !
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#6 OrthogonalfrontAnonym
  • 01.02.2017, 22:01h
  • Antwort auf #5 von TheDad
  • Nun, wenigstens gibst du es zu. Alle Achtung. Ich hätte lieber unrecht, aber so ist es nun mal. Du möchtest bestimmen, wie man als LGBTTIQ zu fühlen hat und wer nicht Willens ist, den möchtest du zwingen. Ja wunderbar! Was für eine tolle Welt das wird, in der Diversity so verstanden wird, dass man jegliche unerwünschte Andersartigkeit aufzugeben hat, um besonders "diverse" zu sein. Absurd!
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#7 TheDad
  • 02.02.2017, 10:03h
  • Antwort auf #6 von Orthogonalfront
  • ""Nun, wenigstens gibst du es zu. Alle Achtung.""..

    Was gebe ich hier nicht zu ?
    Sarkasmus und Ironie ist ganz offensichtlich nicht Dein Ding..

    ""Ich hätte lieber unrecht, aber so ist es nun mal.""..

    Du hast Unrecht..
    Sich für Menschenrechte und Bürgerrechte ALLER einzusetzen ist nicht "automatisch links", sondern humanistisch !

    ""Du möchtest bestimmen, wie man als LGBTTIQ zu fühlen hat und wer nicht Willens ist, den möchtest du zwingen.""..

    Menschenrecht und Bürgerrecht sind nicht abhängig von "Deinem Gefühl", sondern dem der Anderen..

    Hier die Erklärung zum Sarkasmus..
    Du fragtest ob man Dich zwingen würde, Dich humanistisch verhalten zu müssen..
    Ich antwortete auf Deine dumme Idee mit dem Sarkasmus, das es einen Versuch wert wäre..

    Wie eigentlich jeder weiß, auch zum Beispiel aus der Geschichte der untergegangenen DDR, kann man niemanden zu einem "Linken" erziehen, oder gar umerziehen..
    Sobald eine Tür aufgeht, laufen dann genau diese "Umerzogenen" zuerst weg, und das ist dann auch gut so, denn ob nun Linker oder Humanist, wenn man es nicht von ganzem Herzen will, ist es nichts wert, und so wäre Dein "gemobbt werden bis man sich anpaßt" nichts weiter als das abwarten auf den Moment, in dem Du dann wieder wegläufst..

    ""Was für eine tolle Welt das wird, in der Diversity so verstanden wird, dass man jegliche unerwünschte Andersartigkeit aufzugeben hat, um besonders "diverse" zu sein.""..

    Du hast immer noch nicht verstanden was genau
    Gleiche Rechte für Alle
    bedeutet !
    Denn es ist das genaue Gegenteil von dem, was Du dir hier zusammenphantasierst..
    Nicht das Aufgeben Deiner Diversity, sondern die Akzeptanz der Diversity der Anderen ist es, was von Dir erwartet wird..
    Und das ist wirklich nicht zuviel erwartet..
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#8 OrthogonalfrontAnonym
  • 02.02.2017, 10:55h
  • Antwort auf #7 von TheDad
  • "Du hast immer noch nicht verstanden was genau
    Gleiche Rechte für Alle
    bedeutet !"

    Die anderen als dumm zu erklären ist eine Anwendung von Herrschaftstechnik. Ich dachte, dass du solche Taktiken verurteilst? Freilich bedienst du dich diesen freimütig. Sollten wir lassen.

    "Nicht das Aufgeben Deiner Diversity, sondern die Akzeptanz der Diversity der Anderen ist es, was von Dir erwartet wird..
    Und das ist wirklich nicht zuviel erwartet.."

    Doch, und zwar genau dann wenn die Diversity der anderen mit meiner kollidiert, etwa wenn eine Religion Forderungen stellt oder gleich durchführt, die unsere Freiheiten als LGBTTIQ einschränken oder uns gleich das Recht auf Leben absprechen. Das siehst du selbst doch beim Christentum genauso und willst daher das Christentum zurückdrängen. Warum wirft du mir vor, dass ich das gleiche mit ALLEN machen will, die uns angreifen?
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#9 TheDad
  • 02.02.2017, 20:32h
  • Antwort auf #8 von Orthogonalfront
  • ""Die anderen als dumm zu erklären ist eine Anwendung von Herrschaftstechnik.""..

    Das ließ sich hier beim bestem Willen nicht vermeiden, denn eine Tatsache läßt sich nicht beschönigen indem man zu "alternativen Fakten" greift, die dann als Lüge erkenntlich dem Leser suggerieren, sie hätten es bei Dir mit einer Persönlichkeit von außerordentlichem Durchblick zu tun..

    ""Das siehst du selbst doch beim Christentum genauso und willst daher das Christentum zurückdrängen.""..

    Das "Christentum" selbst verliert durch den Verlust an Gläubigem Menschen an Bedeutung, der Klerus aber nicht an Einfluß auf die Politik..
    Das ist hier das Problem..

    Gäbe es einen Staat mit Gleichberechtigung so, wie sie hier erreicht werden soll, könnten theoretisch alle Bürger außer mir "Christen" sein, und hätten trotzdem keinen größeren Einfluß auf die Politik..

    Ist eigentlich leicht zu verstehen..
    Der "Gottesstaat" ist zu verhindern, egal welche Seite ihn "einfordert", denn es ist nicht das Recht einer "Religion", Regeln für die Nicht-Religiösen Bürger aufzustellen, durch die sie sich analog zu den Mitgliedern "konform" verhalten müssen..

    Viele unterstellen mir ebenso wie Du, ich würde das "Christentum" zurückdrängen wollen..

    Wie schon oben geschrieben, geht es darum die Einflüße ALLER "Religionen" sehr stark zu begrenzen, und nicht nur einer "Religion"..
    Weder der Einen, noch der anderen..
    Das ist Gleichberechtigung..
    Das sind gleiche rechte für Alle..

    ""Warum wirft du mir vor, dass ich das gleiche mit ALLEN machen will, die uns angreifen?""..

    Willst Du nicht..
    Der Post oben war der erste Kommentar seit Deinem Auftreten hier, der das deutlich formulierte !
    ALLE anderen Kommentare sprachen ausschließlich von der "Eindämmung des Islam" in einem Duktus, der aus der Agenda der "PEGIDA" und der "AFD" stammt..

    Dein Problem sind also Deine Formulierungen..

    Doch wenn wir uns doch dann so einig wären, wieso opponierst Du dann so erheblich gegen meine und die Kommentare Anderer ?
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#10 Cis-HomoAnonym
  • 02.02.2017, 23:18h
  • Antwort auf #6 von Orthogonalfront
  • Stimme dir 100% zu! Wer schon von der 'weißen' Szene in Europa spricht, sollte seinen eigenen Rassismus erkennen! Schrieb mal einer von der 'gelben' Szene in China? Ich lasse mich von niemandem instrumentalisieren! Die Antwort muss lauten, ignoriert die Spinner, lacht sie aus und zeigt Null Reaktion!
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