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Medien

Die "Bild"-Zeitung entdeckt das "andere Ufer"

Unter dem Label "Queer Bild" will das Boulevardblatt ab sofort "über die Top-Themen der LGBT-Community" informieren – Nina Queer bekommt eine wöchentliche Kolumne.


"Bild"-Zeitung im Schmutz (Bild: P K / flickr)

Seit dreißig Jahren wird in der queeren Community scherzend gefragt, wann nach "Bild der Frau" und "Auto Bild" (zwischenzeitlich gab's auch die "Tier Bild") endlich die "Homo Bild" kommt – jetzt macht der Axel Springer Verlag tatsächlich ernst. Seit Freitag sind auf Bild.de die ersten Artikel in der neuen Rubrik "Queer Bild" online, jeweils gekennzeichnet mit einem dicken Regenbogenbalken.



Als neue Kolumnistin präsentiert die Redaktion die Berliner Dragqueen Nina Queer, die wöchentlich "vom anderen Ufer" schreiben soll. "Leder ist das Material der Verzweiflung", ist ihr erster Text überschrieben über das schwule Leben über vierzig.

Parallel richtete der Verlag auf Facebook eine eigene Fanpage ein. Dort heißt es selbstbewusst: "Bei Queer BILD wird über die Top-Themen der LGBT-Community informiert und diskutiert." Eine Anfrage von queer.de, was darüber hinaus auf die Leser zukommen wird, ließ die Redaktion bislang unbeantwortet.

"Bild" ist bei Print und Online die Nummer eins

Das Boulevardblatt "Bild" verkauft täglich rund 1,8 Millionen gedruckte Exemplare und ist damit Deutschlands auflagenstärkste Tageszeitung. Auch im Internet hat Bild.de mit über 350 Millionen Besuchern im Dezember 2016 die Nase bei den Newsportalen vorn.

Neben einigen LGBTI-freundlichen Berichten fiel "Bild" in der Vergangenheit mehrfach mit homo- und transfeindlichen Ausfällen auf. So machte das Blatt 2013 unter der Überschrift "Irre Idee aus Sachsen: Linke wollen 'SCHWUL-Unterricht' einführen" Stimmung gegen Schulaufklärung über sexuelle und geschlechtliche Viefalt.


Ob auch solche Artikel einen Regenbogenbalken bekommen?

Erst im vergangenen Monat diffamierte "Bild" den Bundeswehr-Workshop "Umgang mit sexueller Identität und Orientierung" als "Sex-Seminar". (mize)

Wöchentliche Umfrage

» Was denkst über die "Queer Bild"?
    Ergebnis der Umfrage vom 06.02.2017 bis 13.02.2017


#1 MarcAnonym
  • 03.02.2017, 14:08h
  • Nicht zu vergessen auch die denunziatorische Bezeichnung der LGBTI-Schulung für Bundeswehr-Führungskräfte als "Sex-Seminar".

    Jetzt darf also eine bunte Transe den Queer-Clown für die bornierten BILD-Leser spielen... Wie verrucht und aufregend für die deutschen Spießer!
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#2 BlödzeitungAnonym
  • 03.02.2017, 15:16h
  • Nina schreibt also, wie Alice Schwarzer, nun auch für die Blödzeitung. Glückwunsch, dann darf Sie sicherlich auch bald zum Kaffeekränzchen zu Friede Springer und mit Angi, Friede und Alice nett plaudern und über die bösen Linken herziehen, die doch tatsächlich Vermögende stärker besteuern wollen. Das geht doch nun wirklich nicht.
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#3 Patroklos
  • 03.02.2017, 15:20h
  • Das wird aber auch langsam mal Zeit und mit Nina Queer wurde auch gleich die beste Kolumnistin für Queer Bild engagiert! Ich bin ja mal gespannt, wie denn unser latenter Bildzeitungsfan TheDad darauf reagiert!
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#4 finkAnonym
  • 03.02.2017, 15:35h
  • Ich habe den oben verlinkten Artikel von Nina Queer mit einiger Bestürzung gelesen.

    Man kann über andere Menschen spotten und sogar sarkastisch ätzen und gleichzeitig deutlich machen, dass man trotzdem noch mit liebevollem Blick auf diese Menschen schaut - oder sie zumindest noch respektiert. Nina Queer kann das nicht, oder sie will es nicht. Was daran unterhaltsam sein soll, Gift ohne Balsam zu verspritzen, hat mir noch nie eingeleuchtet. Ich empfinde bei solchen ungefilterten Ätz-Attacken nur Traurigkeit.

    Ich weiß auch nicht, in welcher Rolle sich Nina selbst sieht, wenn sie ausgerechnet dem Hauptmedium der populistischen Hetzfront zuarbeitet. Mich erinnert ihr Auftritt in der Bild leider an die (wenigen) Schwarzen, die Mitte des 19. Jhs als ihre eigenen Karikaturen einem weißen Publikum in den sogenannten Mistrelshows rassistische Klischees zur Erheiterung präsentierten. Hier wird aus meiner Sicht keine satirische Kritik an schwulen Körperidealen oder Ageismus geübt, sondern schwuler Selbsthass einer weitgehend heterosexuellen Öffentlichkeit zur Unterhaltung dargeboten.

    Politische Verantwortung und emanzipatorische Praxis sehen in meinen Augen anders aus.
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#5 VeganerAnonym
  • 03.02.2017, 16:09h
  • "Zudem hat es einen starken Eigengeruch und überdeckt den fiesen Alte-Leute-Mief. Und wenn man seine Wampe oder wahlweise sein knochiges, leicht brüchiges Gerippe erst mal in einen sündhaft teuren Lederpyjama gezwängt hat, gibt es auch kein Schämen mehr!"
    Mich alten Sack kann Nina damit glücklicherweise nicht gemeint haben, ich bin Veganer, ich trage kein Leder, nur die gute alte langweilige spießige Baumwolle. Ich würde mich auch eher als drahtig und nicht als knochig und brüchig beschreiben. Okay, Fremd- und Selbsteinschätzung weichen ja oft voneinander ab.
    Ansonsten hat der Artikel so viel Mehrwert oder geistigen Nährwert wie das Dschungelcamp. Verblödung komplett garantiert und somit bei 100%!
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#6 EulenspiegelAnonym
  • 03.02.2017, 16:23h
  • Antwort auf #5 von Veganer
  • Veganer sein schützt nicht vor peinlichen Modesünden... einfach ne Kunstlederhose nehmen oder gleich Latex... ist voll vegan und noch peinlicher...

    War nicht ganz ernst gemeint ;).

    Der Artikel selbst ist selbst-ironisch genug das er durchgeht, vor allem mit dem letzten Absatz.

    PS: In meinem Bekanntenkreis ist es gerade "IN", das 60+ - Männer neue dauerhafte Beziehungen eingehen.

    PPS: Wo ist eingentlich meine Glitzerleggings für den Club heute abend...
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#7 BILDBLOGLESERAnonym
#8 Mel_VixenAnonym
  • 03.02.2017, 16:38h
  • Ich habe den "Artickel" von Nina gelesen - selbst als private Meinung finde ich ihn abschreckend.
    Ich erwarten keinen Aktivismus von Nina aber das was sie sagt ist für mich enttäuschend:

    - LGBTQI+ gehts nur ums ficken
    - Leder ist zwangsläufig ein Fetisch
    - fordert ab 40 abstinenz weil man vorher ja soviel rumgefickt hat
    - wir werden ab 40 zwangsläufig unfähig zur hygine
    - überhaupt überzogene Körperbilder die die wenigsten erfüllen können aber als einzig erstrebenswertes dargestellt werden.
    - CSDs Parties etc werden nur zum zweck des Hookups veranstaltet.

    Ehrlich ich finde Nina lebt in einer LGBT-glamour-Glitzerwelt und sieht nicht das die Meisten von uns "Normalos" sind die 40 Stunde die Woche arbeiten und Samstag wenn Geld da ist mit dem Partner essen gehen.
    Natürlich geben wir uns als bunte Vögel ein paar mal im jahr, zum CSD zum beispiel aber doch nicht ständig. Solche veranstaltungen sind zum bunt sein, politisch provozieren und spaß haben da. Das da auch mit vorurteilen gespielt wird sollte auch mal reflecktieren.

    Was Nina jetzt befeuert und einer breiten Öffentlichkeit nahe bringt ist das nur ein unmögliches Idealbild das Recht haben sollte sich zu zeigen weil "normale" LGBTQI eckelhaft sind.

    Ehrlich Bild ist kein "national Geographic" und ich erwarte das auch nicht. Ich habe aber Angst das mein Vater demnächst mit blöden Thesen, Vorurteilen und Ansichten ankommt weil Nina queer sagt Trans* würden / müssten sich alle so oder so verhalten.
    Den Lederfetisch werde ich mir demnächst schon anhören dürfen.
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#10 Na klasseAnonym
  • 03.02.2017, 17:09h
  • Voll integriert in rechte, chauvinistische Hetze und Stimmungsmache der Konzernmedien, die einen auf "Volksstimme" machen und ganz zentral für die politische Rechtsverschiebung von oben verantwortlich sind!

    Für "die LGBT-Community" spricht und schreibt da jedenfalls niemand.
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