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Bericht

Ivanka Trump soll Vater homophobes Dekret ausgeredet haben

Der Präsidententochter soll es zu verdanken sein, dass Präsident Trump bislang noch kein homophobes Dekret erlassen hat. Eine Heldin ist Ivanka Trump für LGBTI-Aktivisten aber nicht.


Ivanka Trump arbeitete schon bei der Reality-Show "The Apprentice" mit ihrem Vater zusammen und unterstützte ihn im Wahlkampf (Bild: Michael Vadon / flickr)

Ivanka Trump, die Tochter des US-Präsidenten, soll nach Angaben der Zeitung "Politico" gemeinsam mit ihrem Ehemann Jared Kushner wesentlichen Einfluss darauf gehabt haben, dass ihr Vater kein gegen Homo- und Transsexuelle gerichtetes Dekret erlassen hat.

Das Ehepaar soll dem Bericht zufolge hinter der Ankündigung des Weißen Hauses von vergangener Woche stehen, das von Barack Obama erlassene Diskriminierungsverbot von LGBTI-Mitarbeitern der Bundesverwaltung beizubehalten.

"Politico" beruft sich auf zwei Quellen aus dem Umfeld des Ehepaares. Demnach sollen sich die beiden eingesetzt haben, dass der Präsident sich in einer Pressemitteilung von der Einschränkung von LGBTI-Rechten distanzierte. Das Weiße Haus hatte darin versichert, dass Donald Trump "weiterhin LGBTQ-Rechten Respekt und Unterstützung entgegenbringen" werde. Zuvor hatte es Medienberichte über eine bevorstehende Aufhebung des Obama-Dekrets gegeben, unter Verweis auf Quellen aus dem Weißen Haus.

In dem "Politico"-Bericht heißt es auch, dass sich das Paar wiederholt für LGBTI-Rechte eingesetzt habe – allerdings nennt das Magazin keine weiteren Beispiele. Ivanka Trump und Kushner arbeiten eng mit der neuen Regierung von Donald Trump zusammen. Kushner ist ein offizieller Berater im Weißen Haus, die Präsidententochter übernimmt Aufgaben, die in der Regel die First Lady ausführt. Die beiden gelten als Gegenstück zu Trumps Berater Stephen Bannon.

Vergangene Woche gab es auch Berichte, wonach Trump einen Erlass plante, der religiösen Menschen die offene Diskriminierung von LGBTI erlauben würde. Die Zeitschrift "The Nation" veröffentlichte hierzu einen Entwurf (queer.de berichtete). Das Weiße Haus dementierte auch das wenig später: Der Präsident habe derzeit "keine Pläne", diesen Entwurf zu unterzeichnen. Vertreter der religiösen Rechten erklärten im Anschluss aber, sie würden sich weiterhin dafür einsetzen, die "Religionsfreiheit" zu "stärken". Sie hätten in Vizepräsident Mike Pence einen Alliierten. Pence gilt als erbitterter Gegner von LGBTI-Rechten und hatte als Gouverneur in seinem Heimatstaat ein Gesetz unterzeichnet, das die mit Religion begründete Diskriminierung von LGBTI ausdrücklich erlaubte (queer.de berichtete). Aus dem von Republikanern dominierten Kongress könnten in den nächsten Jahren entsprechende Gesetzesinitiativen kommen.

Gibt es "schweigende Alliierte"?

Viele LGBTI-Aktivisten beruteilen den angeblichen Einsatz der Präsidententochter für Minderheiten-Rechte mit Vorsicht. Der Chefredakteur des LGBTI-Nachrichtenmagazins "The Advocate" erklärte etwa in einem Kommentar, es gebe keine "schweigenden Alliierten". "Alliierte setzen sich lautstark für ihre Sache ein, so dass jeder sie hören kann." Wenn der angebliche Einsatz heimlich hinter verschlossenen Türen geschehe, wie im Falle Trump, sei kein Lob angebracht.

Der Einsatz von Ivanka Trump für LGBTI-Rechte könnte auch auf wirtschaftliche Interessen zurückzuführen sein: Erst vergangene Woche hatte der Kaufhauskonzern Nordstrom bekannt gegeben, die Mode- und Handtaschenkollektion der Präsidententochter auszulisten. Ein weicheres Image könnte Ivanka Trump nutzen, um ihre eher auf liberale Großstädterinnen ausgerichtete Kollektion weiterhin erfolgreich verkaufen zu können.

Demonstration vor dem "Stonewall Inn"

Unterdessen gingen am Wochenende die Demonstrationen gegen die Trump-Regierung im gesamten Land weiter. Auch viele LGBTI-Aktivisten riefen zum Protest auf. Allein vor dem "Stonewall Inn" in New York versammelten sich am Samstag 2.000 Menschen, darunter auch Chuck Schumer, der Fraktionschef der Demokraten im US-Senat. Schumer skandierte mit den Demonstranten "Dump Trump". (dk)

Twitter / SarahLabo | Demo vor dem "Stonewall Inn"

Twitter / NYGovCuomo | Der New Yorker Gouverneur Andrew Cuomo lobte die LGBTI-Demo: "Die Stonewall-Kundgebung ist wahrhaftig ein Beleg für den Charakter von New York und wofür wir stehen."



#1 myysteryAnonym
  • 06.02.2017, 13:09h
  • "Wenn der angebliche Einsatz heimlich hinter verschlossenen Türen geschehe, wie im Falle Trump, sei kein Lob angebracht."

    Was ist denn das für eine blödsinnige Aussage? Alliierte sind Alliierte, egal ob sie das laut rausposaunen oder im Verborgenen Dinge zum Positiven beeinflussen.

    Hätte Oskar Schindler etwa eine Pressemitteilung rausgeben sollen, dass er Juden vor der Vergasung rettet
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#2 TamakAnonym
  • 06.02.2017, 13:29h
  • Antwort auf #1 von myystery
  • Seh ich absolut genauso. Wenn ich einen Verrückten mit den Atomwaffencodes im Weißen Haus sitzen habe muss ich mit ihm auch so umgehn wie mit einem Verrückten: Ihn auf weichen Sohlen in die richtige Richtung lenken ohne sein aufgeblasenes Ego zu verletzen.
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#3 FOX-NewsAnonym
#4 LinusAnonym
  • 06.02.2017, 15:19h
  • Ob sie das im Verborgenen macht oder öffentlich, ist mir egal. (Vielleicht wollte sie auch einfach nur ihren Vater nicht in Erklärungsnot bringen.)

    Fakt ist:
    dieses homophobe Dekret wurde (zumindest vorerst) gestoppt. Und damit ist viel Unheil abgewehrt worden.

    Das mag noch nicht genug sein und es besteht weiterhin die Gefahr, dass es doch noch irgendwann kommt. Aber zuerst bin ich jetzt mal dankbar, dass es noch nicht kommt.
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#5 SebiAnonym
  • 06.02.2017, 15:58h
  • Mir ist erst mal egal, ob das "nur" aus wirtschaftlichen Erwägungen gestoppt wurde oder nicht. Hauptsache, es wurde gestoppt (hoffentlich dauerhaft).

    Ja, es wäre noch schöner, wenn das aus Überzeugung geschehen wäre, aber besser so als gar nicht.

    Und wenigstens kapieren die Leute so langsam, dass Homo- und Transphobie auch wirtschaftlich schadet.
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#6 NiedergemeiertAnonym
#7 JadugharProfil
#8 la_passanteAnonym
  • 06.02.2017, 22:01h
  • Wie wär's, wenn sie ihm die sofortige Abdankung einredete? Damit wären 99% der Menschheit glücklich.
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#9 hugo1970Profil
  • 06.02.2017, 22:16hPyrbaum
  • Es sind nicht mal 100 Tage ins Land gegangen, da lob ich nicht ein mal den Morgen, geschweige den Tag.
    Ich ziehe alles in Erwägung bei dem erzkonservativen neoliberalen evangelikalen faschistischen kuckucksclaner!!!!
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#10 Patroklos
  • 06.02.2017, 22:22h
  • Danke an Ivanka Trump und Jared Kushner, daß sie des Trumpeltiers homophobe Dekret verhindert haben!
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