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Rechtsextremisten-Protest

Italien: Einschüchterungsversuche bei Verpartnerung eines schwulen Paares

Rechtsextremisten störten die Eintragung einer Verpartnerung in einer noritalienischen Stadt: Sie begruben symbolisch die italienische Familie.


Die Aktion die Rechtsextremisten fand während der zweiten Verpartnerung im städtischen Rathaus statt

Die rechtsextreme Partei Forza Nuova ("Neue Kraft") hat am Sonntag anlässlich der Verpartnerung eines schwulen Paares auf dem Marktplatz von Cesena das Land Italien symbolisch zu Grabe getragen. Laut der Lokalpresse beteiligten sich insgesamt 18 Männer in schwarzer Kluft an der Aktion – sie trugen dabei einen Sarg, der in die italienische Flagge gehüllt war, in Richtung Rathaus. Einer der Rechtsextremisten war als Priester verkleidet.

Die Aktion fand zu dem Zeitpunkt statt, an dem das schwule Paar – der 27-jährige Marco und der 21-jährige Matteo – nach ihrer Verpartnerung aus dem Rathaus kamen. Die Polizei löste die rechte Demonstration nach wenigen Minuten auf.

Das Ja-Wort von Matteo und Marco war erst die zweite Verpartnerung in der 100.000-Einwohner-Stadt, seitdem die italienische Regierung unter dem inzwischen zurückgetretenen Ministerpräsidenten Matteo Renzi vor gut einem halben Jahr eingetragene Lebenspartnerschaften eingeführt hat (queer.de berichtete). Gegen das Gesetz gab es scharfe Proteste der politischen Rechten und der katholischen Kirche.

Homofeindliche Aktionen gehören zum Programm

Bereits bei der ersten Verpartnerung in Cesena hatte Forza Nuova in der Stadt protestiert. Damals waren bereits Poster in Form einer Traueranzeige aufgetaucht, in denen die "gleichgeschlechtliche Ehe" als Ende der Gesellschaft bezeichnet wurde. Auch vor der Verpartnerung am Sonntag plakatierten die Rechtsextremisten beschriftete Traueranzeigen, auf denen unter den Vornamen "Matteo und Marco" das "Begräbnis Italiens" beklagt wurde.


Marco Tonti von der LGBTI-Organisation Arcigay in Rimini rief die demokratischen Kräfte auf, sich gegen derartigen Hass zu wehren. Die Rechtsextremisten wollten mit derartigen Aktionen Schwule und Lesben einschüchtern. Kritik kommt auch aus der Politik: Die sozialdemokratische Senatorin Monica Cirinnà, die das Lebenspartnerschaftsgesetz eingebracht hatte, erklärte via Facebook: "Die Liebe ist lebendig und wird gewinnen." Sie beglückwünschte Matteo und Marco zu ihrer Verpartnerung.

Forza Nuova, deren Logo sich eng an dem früheren Parteilogo der NPD orientiert, hatte 2013 bei den letzten Parlamentswahlen nur 0,3 Prozent der Stimmen erreicht. Auch wenn die Partei in keinem regionalen oder nationalen Parlament vertreten ist, will sie mit einschüchternden Aktionen Einfluss auf die Politik nehmen: Im vergangenen Frühjahr stürmten etwa zehn Aktivsten der rechtsextremen Partei ein LGBTI-Zentrum in Rom (queer.de berichtete). (dk)



#1 OrthogonalfrontAnonym
  • 06.02.2017, 18:07h
  • Wir können wohl fest davon ausgehen, dass diese Partei Forza Nuova demnächst vom CSD Stuttgart zu einer "Ergebnisoffenen Talkrunde über brisante gesellschaftliche Fragen" eingeladen wird, denn man müsse ja "Kritiker" aufklären und "auf Augenhöhe begegnen".

    Nein!

    Diese Nazis verdienen nicht weniger als sie als den Abschaum zu brandmarken, der sie sind!

    Es tut mir schrecklich leid für die beiden jungen Männer. Niemals sollte eine Hochzeit derart schändlich gestört werden. Hoffentlich hatten die beiden dennoch ein schönes Fest und hoffentlich können sie in ein paar Jahren und vollständig gleichgestellt zurückblicken und darüber schmunzeln, wie dumm doch manche Leute damals noch waren. :-)
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#2 Tommy0607Profil
  • 06.02.2017, 18:44hEtzbach
  • Diese Rechtspopulisten sind wirklich widerlich : Haben die keinen Verstand ? Können DIE mal Minderheiten so annehmen wie man ist ? Ist doch egal welche Sexualität , Religion oder Herkunft man hat . Man sollte den Menschen so annehmen wie er ist : mit gleichen Rechten und Pflichten . Hat die Braune Seuche schon soweit das Gehirn zerstört , dass DIE nicht denken können ? Dann sollten DIE sich aber mal schnell Stationär einweisen lassen zur Heilung !
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#3 OrthogonalfrontAnonym
  • 06.02.2017, 18:50h
  • Antwort auf #2 von Tommy0607
  • "Religion"

    Naja, die Religion ist natürlich nicht egal. Immerhin gibt es Religionen die selbst im Kern faschistisch sind. Einfach pauschal jede Religion zu akzeptieren wäre ein Fehler. Man muss schon ganz genau hinsehen, was für Werte da vermittelt werden.
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#4 JadugharProfil
  • 06.02.2017, 19:03hHamburg
  • Wenn man es mit Humor nimmt, so haben die Rechtsextremen das rückständige und klerikalfaschistische Italien symbolisch zu Grabe getragen, war sie nur selber betrauern und sonst niemand!
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#5 AlexAnonym
  • 06.02.2017, 21:54h
  • "Gegen das Gesetz gab es scharfe Proteste der politischen Rechten und der katholischen Kirche."

    Da sieht man wieder mal, wo sich Allianzen bilden...
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#6 Patroklos
  • 06.02.2017, 22:25h
  • Mit dieser hirnrissigen Aktion heißt diese Partei ab jetzt bei mir nur noch "Furza Nova", denn die ist nämlich sowas für'n Arsch, daß es schon weh tu!
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#7 TheDadProfil
  • 07.02.2017, 10:05hHannover
  • Antwort auf #3 von Orthogonalfront
  • ""Immerhin gibt es Religionen die selbst im Kern faschistisch sind.""..

    Und hier sind in erster Linie das "Christentum" und der "Islam" zu nennen..

    Ersterem haben wir die Heteronormativität in der Gesellschaft UND die Faschisten der "Forsa Nuova" zu verdanken..

    Auf die anderen "Religionen" die Dir nun so spontan eingefallen sind, bin ich übrigens mal sehr gespannt..
    Welche wären das ?
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#8 SebiAnonym
  • 07.02.2017, 10:39h
  • "nur 0,3 Prozent der Stimmen"

    Der typische Größenwahn der Rechten:
    vertreten gerade mal 0,3 % der Wähler, meinen aber anderen ihren Willen aufzwingen zu müssen.

    Von solchen Schwachmaten darf man sich niemals einschüchtern lassen. Das ist das, was die wollen: die Leute einschüchtern um so auch mit 0,3 % den Kurs diktieren zu können.
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#9 OrthogonalfrontAnonym
  • 07.02.2017, 12:18h
  • Antwort auf #7 von TheDad
  • Ich sollte das spezifizieren. Mit Religionen meine ich nicht solche Oberbegriffe wie "Christentum" und nicht mal "Islam". Ich meine damit die verschiedenen Richtungen wie Katholizismus, verschiedene Protestanten, verschiedene islamische Strömungen etc. Die meisten davon sind zunundest konzeptionell faschistisch, aber nicht alle.
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#10 TheDadProfil
  • 07.02.2017, 18:42hHannover
  • Antwort auf #9 von Orthogonalfront
  • Du meinst also Konfessionen, und damit gemeint sind sämtlich "Strömungen" aus dem "Christentum" und dem "Islam" ?

    Wie kommt man eigentlich auf die Idee daß ein Grundkonzepte wie die "Religion" des "Christentums", bloß weil sie beispielsweise Frauen-Ordination und lesbische "Bischöfinnen" zulassen, ihre faschistoide Grund-Struktur verlören ?

    Das Grundkonzept des "unbedingten Gehorsams" gegenüber dem Geistwesen löst sich nicht durch eine lesbische "Bischöfin", oder eine "Segnung" von lesbischen&schwulen Paaren in Luft auf..

    Du verstehst hier offenbar wie viele andere auch nicht, daß es sich bei der Struktur um das Problem handelt, daß sich so sehr man sich auch bemühen sollte, nicht durch die Beteiligung "gemäßigter Beteiligter" revidieren ließe..

    Analog zum "Katholizismus" kommt mir dann immer die Geschichte in den Kopf, der zu einem sehr ernsthaftem Streit in der Familie führte..
    Bei der Berichterstattung über den Essener Kaufhausbrand, ausgelöst durch die RAF, kommentierte mein Vater damals :
    "so ein kleiner Hitler ab und zu, und wir hätten solche Leute nicht"..

    Doch Faschismus bleibt Faschismus, da gibt es keine "abgemilderten Formen"..

    Das ist auch mit den "Religionen" so..
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