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Sächsische Prioritäten

Dresden: Linke Kulturbürgermeisterin kürzt CSD-Förderung

Die Stadt will den Christopher Street Day in diesem Jahr nur noch mit 1.000 Euro aus dem Topf für Großveranstaltungen unterstützen – genauso viel bekommt das Dorffest in Wilschdorf.


Der CSD Dresden soll in diesem Jahr deutlich weniger Geld aus der städtischen Eventförderung bekommen (Bild: CSD Dresden e.V.)

Aus dem städtischen Fördertopf für Großveranstaltungen soll der CSD Dresden in diesem Jahr nur noch 1.000 Euro erhalten. Über den entsprechenden Vorschlag der Kulturverwaltung von Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (Die Linke) berichteten am Montag die "Dresdner Neuesten Nachrichten". 2016 hatte der CSD-Verein noch 3.000 Euro erhalten.

Für kein anderes Großevent in der sächsischen Landeshauptstadt sind derart hohe Kürzungen geplant. Insgesamt will die Stadt alle zehn beantragten Projekte mit insgesamt 35.000 Euro fördern. Mit 9.500 Euro erhält das Dixilandfestival die größte Finanzspritze, gefolgt vom Elbhangfest mit 9.000 Euro. Der CSD steht dagegen auf einer Stufe mit dem Wilschdorfer Jubiläums-Dorffest, das ebenfalls 1.000 Euro erhalten soll.

Fragwürdige Punktebewertung der Kulturverwaltung

Die Kulturverwaltung hat die einzelnen Veranstaltungen nach den sechs Kriterien überregionale Bedeutung, Tourismusförderung, Breitenwirksamkeit/Familienfreundlichkeit, Förderung regionaler Identität, Bereicherung im öffentlichen Raum und Kontinuität bewertet. Der CSD erhielt dabei nur vier von maximal zwölf Punkten.

"Eine überregionale Ausstrahlung des CSD Dresden ist nur beim Festumzug erkennbar. Die Teilnehmerzahl am Umzug hat keine touristische Relevanz", heißt es in der Begründung des Vorschlags der Kulturverwaltung (PDF). "Nicht vorhanden" seien Breitenwirksamkeit/Familienfreundlichkeit sowie eine Förderung regionaler Identität.

Darüber hinaus verweist die Kulturverwaltung beim Christopher Street Day auf Förderungen aus anderen Töpfen: "Dieses Ereignis wird seitens der Landeshauptstadt Dresden weiterhin mit 1.000 € aus der Kommunalen Kulturförderung und mit 9.000 € aus dem Lokalen Handlungsprogramm für Demokratie und Toleranz und gegen Extremismus gefördert."

Die endgültige Entscheidung über die Förderung der Großveranstaltungen trifft der Kulturausschuss des Stadtrats, im März sollen die Beratungen beginnen. Der CSD Dresden findet in diesem Jahr vom 22. Mai bis 4. Juni statt. Höhepunkte sind das politische Straßenfest auf dem Altmarkt vom 26. bis 28. Mai sowie die Demonstration am 27. Mai. (cw)

Nachträglich ergänzt um Details des Punktesystems und weitere Förderungen.



#1 AmurPrideProfil
  • 07.02.2017, 08:46hKöln
  • Vielleicht sollten alle, für die LGBTTIQ-Rechte bei ihrer Stimmabgabe für die nächsten Wahl eine Rolle spielen, noch einmal drüber nachdenken, ob die LINKE wirklich für unsere Sache eintritt.
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#2 SanottheEhemaliges Profil
  • 07.02.2017, 09:23h
  • Antwort auf #1 von AmurPride
  • Einzelheiten zur Zusammensetzung des Dresdner Stadtrats:

    de.wikipedia.org/wiki/Dresden#Stadtrat

    Bei einem Anteil von 20,9% kann ich mir nicht vorstellen, dass Die Linke im Kulturamt einen Einfluss von 100% hat, selbst wenn die Kulturbürgermeisterin links ist.

    "Linke, Grüne, SPD und Piraten haben im Stadtrat ein Kooperationsabkommen geschlossen. Sie verfügen über 37 von 70 Sitzen."
    (siehe obiger Wikipedia-Link)

    Es ist also durchaus zu vermuten, dass die Grünen, die SPD und die Piraten da auch ein Wörtchen mitzureden hatten.

    Und nun? Deshalb lieber CDU, AfD oder FDP wählen? Weil all die sich bisher ja sooo positiv in unseren Angelegenheiten hervorgetan haben?

    Sicher nicht.

    ***

    Dass die Einstufung des CSD unter "Ferner liefen" skandalös ist, ist dabei natürlich keine Frage. Ich vermute mal, man hat sich besonders an der "Familienfreundlichkeit" aufgehängt, um sich den so schrecklich besorgten Eltern anzudienen. Fail.
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#3 MickBraunAnonym
  • 07.02.2017, 09:34h
  • Nur ein kleiner Hinweis am Rande. Die Entscheidung über die Fördermittel fällt der Kulturausschuss der Stadt Dresden. Dabei kann er, was regelmäßig geschieht, die Mittel auch anders verteilen.

    Im Übrigen sind bei 9 von 10 Veranstaltern Kürzungen vorgesehen. Was auch nötig ist, da nur eine Fördersumme von 35.000 zu Verfügung steht, aber 66.407.22 beantragt wurden.

    Außerdem wird der CSD mit 9.000 aus dem Lokalen Handlungsprogramm für Demokratie und Toleranz und gegen Extremismus gefördert.
    Und schließlich stehen Drittmittel in Höhe 51.957,20 zu Verfügung und es wurden
    weitere öff. Mittel in Höhe von 19.700 beantragt.

    Fazit: Es ist nichts entschieden, bei allen wird gekürzt werden, weil nicht so viel Geld zur Verfügung steht und selbst wenn 2500 gekürzt würden, wären das 3% vom Gesamtbudget der Veranstaltung.

    Alles nachzulesen unter ratsinfo.dresden.de, Vorlage V1518/16.
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#4 SanottheEhemaliges Profil
  • 07.02.2017, 09:55h
  • Antwort auf #3 von MickBraun
  • Ich vermisse da trotzdem eine gewisse Verteilungsgerechtigkeit.

    Wenn 2 von 10 Veranstaltungen bei einem Gesamtbudget von 35.000 Euro bereits 18.500 Euro erhalten (weil sie offensichtlich in der Prioritätenliste wesentlich weiter oben stehen), bleiben für die restlichen 8 noch 16.500 Euro übrig - das sind durchschnittlich 2062,50 Euro pro Veranstaltung.

    Bei einer bisherigen Förderung von 3000 Euro für den CSD ist eine Kürzung auf ein Drittel und somit auch auf weniger als die Hälfte des Durchschnittsbetrags für die 8 "übrigen" Veranstaltungen durchaus etwas, das man als politisch gewollt deuten kann.
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#5 TheDadProfil
  • 07.02.2017, 09:58hHannover
  • Antwort auf #3 von MickBraun
  • ""Nur ein kleiner Hinweis am Rande.""..

    Der CSD lockt ähnlich viele Besucher in die Stadt wie das Dixiland-Festival..

    In anderen Städten wie beispielsweise Leipzig ist das ähnlich..

    Die Förderung von Veranstaltungen kann man auch davon abhängig machen wie viele Besucher in die Stadt kommen und welche Effekte sich für die Stadt ergeben, und nicht nur, ob einem die Thematik gefällt..

    ""Außerdem wird der CSD mit 9.000 aus dem Lokalen Handlungsprogramm für Demokratie und Toleranz und gegen Extremismus gefördert.""..

    Ob zusätzlich noch andere Fördertöpfe zum tragen kommen, ist eigentlich irrelevant..

    Vor allem weil es beim CSD um Gleichberechtigung ALLER Bürger geht..
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#6 markusbln11Anonym
  • 07.02.2017, 10:00h
  • Nuu, wir sind in dresden. Die verwaltung dort hat ihre eigene dynamik.

    Ich hätte in der bewertung eigentlich minus zwei punkte (in zahlen: -2) erwartet, aber so wurde es gerade noch der dorffestlevel mit umtrukniveau.
    Glückwunsch dresden, da sind die steuereinnahmen aus dem event 20 × und mehr als der durch die verwaltung verausgabte betrag. Cool gerechnet. Uuuups. Was kann man eigentlich mit 1001 euro anfangen, den postversand oder zwei dixies aufstellen. Nuuu, immerhin.

    Dresden will sich eben seinen ruf von ein paar dahergelaufenen nicht versauen lassen und tut jeden montag auch das beste dafür. Ein csd passt da eben nicht rein.
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#7 SebiAnonym
  • 07.02.2017, 10:36h
  • In Sachsen ist selbst die Linkspartei rechts.

    Nicht das erste mal, dass die Ost-Linken beweisen, dass LGBTI ihnen herzlich egal sind.
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#8 PippaliAnonym
  • 07.02.2017, 11:29h
  • Ich bin nicht ganz sicher, wieviel ein Fachbürgermeister allein entscheidet und vom Kulturausschuss muß es ja auch noch abgesegnet (oder eben nicht) werden.

    Ich finde es nicht gut hier so voreilig Stimmung gegen rrgo in Dresden zu machen.
    Wem will man denn damit helfen?
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#9 FinnAnonym
  • 07.02.2017, 11:35h
  • Erschreckend, wie massiv dem Dresdener CSD die Zuschüsse gekürzt werden sollen und dass die auf das Niveau eines Provinz-Dorf-Festes sinken sollen.

    Dabei verkennen die, dass ein CSD auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor ist.

    Wenn immer mehr Parteien der AfD hinterherlaufen (jetzt sogar schon die Linkspartei), müssen wir uns eben andere Parteien suchen...
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#10 Patroklos