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Steam-Works-Katastrophe

Saunabrand in Berlin: Zwei Tote identifiziert

Bei dem Unglück starben neben einem noch Unbekannten zwei 49-Jährige aus Spanien und Italien. Während das LKA weiter ermittelt, gibt es ein erstes Statement der Betreiber.


Die Feuerwehr war mit 80 Einsatzkräften ausgerückt

Zu Update springen: Keine Genehmigung für Umbauten eingeholt? (16:15h)

Nach dem verheerenden Brand in der Schwulensauna "Steam Works" am Sonntagabend in Berlin sind inzwischen zwei der drei Toten identifiziert: Bei ihnen handelt es sich Polizeiangaben zufolge um zwei Männer aus Spanien und Italien, die in der Hauptstadt lebten. Beide waren 49 Jahre alt.

Die Identität des dritten Mannes ist bislang nicht sicher aufgeklärt. Die Leichen waren zur Obduktion an die Gerichtsmedizin übergeben worden. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Männer an einer Rauchvergiftung gestorben sind. Mit einer schweren Rauchvergiftung war auch ein 48 Jahre alter Mann in ein Krankenhaus gebracht worden. Er befindet sich dort weiter in Behandlung, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag gegenüber queer.de. Die übrigen rund 30 Gäste des früheren "Apollo Splash Club" hatten sich rechtzeitig ins Freie retten können.

Der Brand war am Sonntag im Kellerbereich der Sauna in der Kurfürstenstraße Ecke Nürnberger Straße ausgebrochen, ein erster Notruf ging um 22.23 Uhr ein (queer.de berichtete). Zu dem Brand kam es dem bisherigen Ermittlungsstand zufolge in einer abgehängten Zwischendecke mit Elekrokabeln, möglicherweise aufgrund eines technischen Defekts. Das Feuer umfasste rund 30 Quadratmeter und nicht die eigentliche Sauna.


Die Sauna bot im Keller einen Cruising-Bereich mit Darkroom-Labyrinth und rund 60 Kabinen an (Bild: Apollo Splash Club)

Die Toten wurden in einem Kellerlabyrinth mit rund 60 Kabinen aufgefunden. In dem nur schwach beleuchteten und verwinkelten Bereich habe der schwer abziehbare Rauch die Orientierung erschwert, sagte ein Feuerwehrsprecher. Womöglich hätten bereits wenige Atemzüge des Rauchs ausgereicht, um das Bewusstsein zu verlieren.

Die Feuerwehr hatte mehrere Stunden gebraucht, um alle Bereiche des Kellers auf Personen zu überprüfen. Zur besseren Erreichbarkeit des Bereichs brach sie zudem einen Notausgang im Erdgeschoss auf, der mit einem Holzbalken blockiert und verschlossen war. Weitere fünf Ausgänge seien nutzbar gewesen, so ein Feuerwehrsprecher, die meisten Gäste konnten sich durch Rettungswege im Untergeschoss ins Freie retten. Durch das Öffnen eines Ausgangs durch Besucher sei Rauch auch in das übrige Gebäude eingedrungen. Die über der Sauna befindliche Seniorenresidenz musste aber nicht evakuiert werden.

Finanzielle Schwierigkeiten

Die Sauna, die auf eine fast 40-jährige Geschichte zurückblickt, war erst Anfang Januar nach mehreren Monaten des Umbaus unter neuem Namen wiedereröffnet worden. Mehrere Berliner Medien berichten übereinstimmend, die Betreiber seien in finanziellen Schwierigkeiten gewesen. Wegen ausstehender Wasserrechnungen und Mieten sei durch den Vermieter ein Räumungstitel beantragt worden. Die Betreiber der "Steam Works" hätten dazu keine Stellungnahmen abgeben wollen.


Inzwischen haben die Sauna-Betreiber eine erste Botschaft veröffentlicht

Auf Facebook hat die Sauna in der Nacht zum Dienstag ein Bild von Blumen am Unglücksort veröffentlicht und dazu geschrieben: "Schweigen ist manchmal der einzige Weg, seiner Trauer Ausdruck zu verleihen." Man bedanke sich bei den Mitarbeitern und Rettungskräften und sei in Gedanken bei den Opfern und ihren Angehörigen.

Fahrlässige Brandstiftung?

Die Ermittlungen durch ein Brandkommissariat des LKA dauern weiter an. Während eine vorsätzliche Brandstiftung ausgeschlossen wird, wird noch die Frage von Fahrlässigkeit geprüft. Das betrifft zum einen den konrekten Brandgrund und liegt etwa vor, wenn eine weggeworfene Zigarette zu einem Brand führt. Wenn sich bestätigt, dass ein technischer Defekt bzw. Kurzschluss das Feuer in der Sauna entfachte, müsste weiter geprüft werden, ob etwa eine fehlerhafte Nutzung oder riskante Verkabelung zu dem Unglück führte.

Hier könnten die Ermittler ein genaues Auge auf die Umbaumaßnahmen der letzten Monate legen. Für die Frage der Fahrlässigkeit relevant wäre zudem die Umsetzung von Brandauflagen: Hätte der Brand in seinen Ausmaßen und Konsequenzen weniger schlimm ausfallen können? Die Feuerwehr hat inzwischen betont, dass der verschlossene Notausgang bei dem Unglück am Sonntag keine direkte Rolle gespielt habe.

Letztlich werden auch die Auflagen durch die Bauaufsicht des Bezirks selbst überprüft werden. Der Brand könnte somit auch zu schärferen Richtlinien für Betreiber von Saunen und Darkroom-Labyrinthen führen.

 Update  16.15h: Keine Genehmigung für Umbauten eingeholt?

Der "Tagesspiegel" berichtet unter Berufung auf das Bezirksamt, der Saunaclub sei 1981 genehmigt worden, dabei wurde auch der Brandschutz geprüft und als ausreichend befunden. Kontrollen der Bauaufsicht habe es seitdem nicht mehr gegeben. Der zuständige Stadtrat Jörn Oltmann (Grüne) sagte der Zeitung, man habe aus dem Internet von umfangreichen Umbaumaßnahmen gehört. Diese könnten eine Genehmigung benötigt haben, für die auch eine erneute Brandschutzprüfung fällig gewesen wäre.

Das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg vermutet, dass die Sauna daher illegal betrieben wurde. Nach Abschluss der LKA-Ermittlungen werde die Bauaufsicht den Club überprüfen. Die beiden Betreiber hatten im Dezember dem Magazin "blu" gesagt, dass man das Untergeschoss komplett entkernt und neu aufgebaut und auch die sanitären Einrichtungen überholt habe.

Zu den offenen Fragen der Ermittlungen gehört inzwischen offenbar auch, ob mehrere Männer in dem Club wohnten. Über eine entsprechende, nicht genehmigte Nutzung hatten mehrere Zeitungen unter Verweis auf Feuerwehr-Quellen berichtet.



#1 wiking77
  • 07.02.2017, 14:37h
  • wenigstens beim Abfassen des Facebook-Beitrages hätten sie sich ein bisschen mehr Mühe geben können.
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#2 BlondblueAnonym
  • 07.02.2017, 15:22h
  • Der Tagesspiegel berichtet, dass der Saunaclub illegal betrieben worden sei. Das Bezirksamt hätte laut grünem Stadtradt nichts von den seit Jahren andauernden Umbauarbeiten gewußt.
    Wenn das tatsächlich so ist, dann haben der ehemalige und jetzige Betreiber aber Einiges zu erklären. Auch sollen Leute dort gewohnt haben, schreibt der Tagesspiegel.
    Das wirft ein ganz komisches Licht auf dieses tragische Ereignis und wird wenn alles schief geht zur Schließung der Sauna führen. Dann hätte Berlin nur noch einen Schwitztempel für heiße Junx und Männer, was den Stadtvätern sehr entgegen kommen dürfte. Denn die haben ja auch schon unter Wowereit schon mächtig "sterile Aufräumarbeiten" durchgeführt. Ich bin gespannt, was wir da noch zu lesen bekommen.
    Viel Schlimmer wäre das aber für die Hinterbliebenen und Angehörigen. Illegale Baumaßnahmen, keine fachgerechte Abnahme und und nun ein Brand mit zu beklagenden Toten.
    Man kann sich auch vorstellen, wie eine bstimmte Partei, die mit A beginnt und D endet diese neuen Erkenntnisse kommentiert (ich hör es schon...Kriminalität im rot-grün-versifften Schwulenkiez)
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#3 LaurentProfil
  • 07.02.2017, 17:52hMetropolregion Rhein-Neckar
  • Also wie vermutet.

    Es ist wie so oft:

    Was nützen die besten Vorschriften, wenn sich kaum einer dran hält und deren Einhaltung nicht kontrolliert wird.
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#4 wiking77
  • 07.02.2017, 18:57h
  • das ist ja eine Dimension... Dass sich in Saunen Stricher herumtreiben ... naja war so, ist so, wird immer so sein. Aber dass die dort wohnen(!) grenzt ja fast schon an Zuhälterei des Sauna-Betreibers.
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#5 TheDad
#6 wiking77
#7 Ich-Anonym
#8 TheDad
  • 07.02.2017, 20:16h
  • Antwort auf #6 von wiking77
  • ""Mir scheint sie lediglich aus Deiner notorischen Rechthaberei heraus gestellt zu sein.""..

    Nachdenken nicht erwünscht ?

    Angestellte die bei ihrem Arbeitgeber wohnen "grenzt" bei Dir an "Zuhälterei"..

    Ein ganzer Stadtteil im Besitz des Arbeitgebers in dem dann nur angestellte mit ihren Familien wohnen dürfen, ist dann offensichtlich die maximal-profitabelste Idee, die man je haben konnte..

    Die Krupps haben in diesen Stadtteilen dann auch noch Kolonialwaren-Händler installiert, um neben der Miete auch noch die Kosten für die Verpflegung in den Konzern zurückzuführen..

    Gab es übrigens nicht nur bei Krupp, sondern auch bei anderen Konzernen wie Zeiss, Scholl-Glas, bei Thyssen, der Deutschen Bundespost und der Deutschen Bundesbahn, der Bundeswehr, dem Bundeswasserwirtschaftsamt, dem Zoll, der Bundestagsverwaltung für die Angestellten in Bonn, der AG-Weser-Werft und dem Bremer Vulkan, dem Stahlwerk Salzgitter-Stahl, der Continental-AG, HANOMAG und etlichen Versicherungen..
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#9 SpreequellAnonym
  • 07.02.2017, 21:08h
  • Ich habe im Dezember die Sauna besucht und mich hat es eh gewundert wie die Baubehörde diese dunkle und verschachtelte Bude so abgenommen hat, nun liesst man es gab wohl gar keine Bauabnahme .Schlimm auch das es nicht mal unten ein Rauchverbot gab! Das dort viele Stricher waren wusste mittlerweile jeder. Ich hoffe zum Gedenken an die Toten das dort nie wieder eine Sauna eröffnet wird. Ich denke aber durch neueste Bauvorschriften wird ein Wiederaufbau dann eh unbezahlbar sein und der Vermieter wird hoffentlich ebenfalls dankend drauf verzichten.
    Die jetzigen Inhaber können sich warm anziehen wenn es zum Prozess kommt!
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#10 Patroklos
  • 07.02.2017, 21:19h
  • Das sind wirklich haarsträubende Neuigkeiten und wie schon ein User erklärte: da haben die Betreiber einiges zu erklären!
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