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  • 18. Mai 2005, noch kein Kommentar

Leo Sayer und Albert Hammond, einst Stars im Pop-Geschäft, kommen nach irre langen Pausen wieder mit neuen CDs daher.

Von Jan Gebauer

Man sollte meinen, dass nach 15 Jahren Pause kaum mehr ein musikalisches Lebenszeichen zu erwarten ist, aber Leo Sayer und Albert Hammond sind immer noch fit genug, um es den jüngeren Kollegen zu zeigen. Und gemeinsam haben sie ohnehin eine Menge. Sind nicht nur schon seit vielen Jahren befreundet, sondern auch beide Engländer, haben fast am gleichen Tag Geburtstag (Albert am 18. Mai, Leo am 21.), sind ungefähr gleich alt (Albert 63, Leo 57) und wurden in den 70er Jahren als Singer/Songwriter weltweit gefeiert. Zudem haben sie immer mal wieder zusammen Songs geschrieben ("When I Need You"), so auch für ihre aktuellen Alben. queer.de beleuchtete noch einmal die alten Zeiten und das neue Liedgut der beiden Recken.

Albert Hammond - "Revolution Of The Heart" (seit dem 17. Mai im Handel, bei Amazon bestellen)

Sein Name ist schon lange aus den deutschen Hitlisten verschwunden, dabei war der Markt hierzulande mit einer sehr beständigsten. In den USA hatte er mit "It Never Rains In Southern California" nur einen Top-Ten-Hit, in seiner England gar nur einen Top-20-Erfolg mit "Free Electric Band" (1973). Anfang der 70er Jahre verkauften sich seine Platten in Deutschland hervorragend und der Engländer zählte zu den erfolgreichsten Songwritern seines Landes. Bis heute hat sich sein guter Ruf gehalten, denn unzählige Künstler haben seine Songs aufgenommen und zu Hits gemacht: "Nothings Gonna Stop Us Now (Starship), "The Air That I Breathe” (The Hollies), "When I Need You” (Leo Sayer), "One Moment In Time” (Whitney Houston) und "Creep” (Radiohead) – sie alle stammen aus der Feder von Albert Hammond, seine Songs wurden außerdem gesungen von Olivia Newton-John, Celine Dion, Tina Turner, Nancy Sinatra - die Aufzählung könnte endlos weitergeführt werden. Auf seinem neuen Werk "Revolution Of The Heart" hat Albert Hammond wieder mit seinem alten Kumpel Leo Sayer gearbeitet und 14 eingängige Pop-Songs geschaffen, die frisch nach den 70er Jahren klingen, ohne Staub angesetzt zu haben. Ob "Rock'n'Roll Hero", "Not In My Name" oder "The Centre Of The Universe" - Hammonds Fans werden Beifall klatschen.

Leo Sayer - "Voice In My Head" (seit dem 9. Mai im Handel, bei Amazon bestellen)

"The Show Must Go On" (1973), "Moonlighting" (1975), "When I Need You", "You Make Me Feel Like Dancing" (beide 1977), "I Can't Stop Loving You" (1978), "More Than I Can Say" (1980) – Leo Sayer galt in den 70er Jahren als einer der beständigsten Singer/Songwriter, einem Elton John stilistisch nicht ganz unähnlich (zumindest am Beginn seiner Karriere). Bis 1983 war er ziemlich regelmäßig in den Charts vertreten und wurde auch durch seinen witzigen Lockenkopf berühmt, der ihm etwas Schelmisches gab. Die Locken sind geblieben ebenso wie seine markante, äußerst flexible Stimme. Sein neues Album "Voice In My Head" ist seine erste Studio-CD seit 1990 ("Cool Touch"). Auch Leo Sayer gelingt galant der Spagat zwischen der Vergangenheit und der Neuzeit. Dem Schwulen-Magazin "OurMunich" offenbarte in der aktuellen Ausgabe zudem, dass es ihm immer bewusst war, dass er besonders viele schwule Fans hatte: "Klar war mir das bewusst. Ich war geschminkt als Pierrot, der irgendwie asexuell, ein Transvestit oder ein Zwitter ist wie Farinelli, der Kastrat. Ich hatte ein sehr starkes Sex-Images. David Bowie hatte dafür die Barrieren eingerissen. Man ist über die Grenzen gegangen, gegen die Konvention. Ich habe das sehr genossen, auch wenn ich ein heterosexueller Mann bin. Aber es war toll von Schwulen gewürdigt zu werden."

18. Mai 2005